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Abercrombie & Fitch – Prognoseanhebung spiegelt Zuversicht des Vorstands wider
Der US-Modekonzern trotzt dem schwierigen Konjunkturumfeld. Bleibt die Aktie auf Höhenflug?
n die Nähe der Mehrjahreshochs ist die Aktie von Abercrombie & Fitch geklettert. Investoren honorieren, dass sich das Geschäft des US-Modekonzerns erfreulich entwickelt, während das Management um Vorstandschefin Fran Horowitz den Jahresausblick nach oben geschraubt hat. Läuft das Papier weiter in Richtung des Rekordhochs vom Juni 2024 von mehr als 192 Dollar?
Im per 1. August beendeten zweiten Quartal des Fiskaljahrs 2026/27 ist der Umsatz um 5 Prozent auf den Rekord von 1,27 Milliarden Dollar gestiegen – das war das 15. Quartal in Folge mit Wachstum.
Das Unternehmen hat damit dem schwierigen Konjunkturumfeld getrotzt, leiden doch viele Verbraucher unter den stark gestiegenen Spritpreisen und den deutlich höheren Zinsen. Bereinigt um die Eröffnung neuer Filialen war der Erlös stabil.
Dabei waren die Einnahmen der Marke Abercrombie um 8 Prozent auf 596,8 Millionen Dollar gestiegen, flächenbereinigt lag das Plus bei 4 Prozent. Zudem legten die Erlöse der Marke Hollister um 2 Prozent auf 669,9 Millionen Dollar zu, allerdings sind sie flächenbereinigt um 3 Prozent zurückgegangen.
Dabei kletterte der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) auf Konzernebene um 46,0 Millionen Dollar oder 22,3 Prozent auf 252,7 Millionen Dollar. Damit hat sich die Marge auf 19,9 Prozent verbessert, gegenüber dem bereinigten Vorjahreswert von 13,9 Prozent. Zu dem Anstieg trug diesmal die Rückzahlung von US-Strafzöllen in Höhe von 100 Millionen Dollar bei. Das Unternehmen hat einen Teil des Geldes für höhere Ausgaben aufgewendet, zum Beispiel für Werbung.
Zudem legte der Gewinn je Aktie um 43,3 Prozent auf 4,17 Dollar zu.
Das Management hat außerdem für 177 Millionen Dollar Aktien zurückgekauft. Damit summieren sich die Rückkäufe im ersten Halbjahr des Geschäftsjahrs 2026/27 auf 282 Millionen Dollar, was rund 7 Prozent der Aktien zum Beginn des Geschäftsjahrs entspricht. Aus dem bestehenden Programm sind damit noch 568 Millionen Dollar übrig.
Prognose angehoben
Bei der Zahlenvorlage am 26. August zeigte sich das Management mit den Ergebnissen sehr zufrieden und hob die Prognose für das Gesamtjahr an. Daraufhin ist die Aktie um 36 Prozent nach oben geschossen, das war der größte Sprung seit November 2025.
Demnach soll der Umsatz im per Januar endenden Fiskaljahr 2026/27 um 5 Prozent steigen, statt der zuvor geplanten 3 bis 5 Prozent.
Außerdem soll eine Ebit-Marge von 14,5 bis 15,0 Prozent erwirtschaftet werden, statt der zuvor avisierten 12,0 bis 12,5 Prozent. Dabei treibt die Rückzahlung der US-Strafzölle (das Management erwartet insgesamt 120 Millionen Dollar für das Gesamtjahr) die Marge um 220 Basispunkte (2,2 Prozentpunkte) nach oben. Demnach läuft auch das operative Geschäft leicht besser als erwartet.
Schlussendlich soll der Gewinn je Aktie 13,10 bis 13,60 Dollar erreichen, statt der zuvor geplanten 10,20 bis 11,00 Dollar.
Das Management will die geplant guten Ergebnisse nutzen, um für mindestens 500 Millionen Dollar Aktien zurückzukaufen, statt der zuvor avisierten rund 450 Millionen Dollar.
Zudem schraubte das Management die Investitionsprognose deutlich nach oben auf 250 Millionen Dollar, statt der zuvor geplanten 225 Millionen Dollar.
So sehen die Schätzungen aus
Analysten prognostizieren für das im Januar endende Fiskaljahr 2026/27 einen Umsatzanstieg von 5,0 Prozent auf 5,53 Milliarden Dollar, 2027/28 soll es um 4,4 Prozent auf 5,77 Milliarden Dollar nach oben gehen.
Dabei soll das Ebit 2026/27 um 24,3 Prozent auf den Rekord von 820,7 Millionen Dollar zulegen. Allerdings soll es 2026/27 um 8,9 Prozent auf 747,6 Millionen Dollar zurückgehen. Verantwortlich dafür dürfte vor allem sein, dass die Rückzahlung von US-Strafzöllen ausbleibt. Damit soll die Marge zuerst deutlich verbessert werden, von 12,5 auf 14,8 Prozent für 2026/27, um allerdings 2027/28 auf 13,0 Prozent zurückzugehen.
Wie geht’s weiter mit der Aktie?
Nach dem Höhenflug der Aktie liegt der Börsenwert bei 6,5 Milliarden Dollar. Abzüglich des Netto-Cash-Bestands von 638,0 Millionen Dollar liegt der Enterprise Value (EV) bei 5,86 Milliarden Dollar.
Das entspricht dem 7,8-Fachen des von Analysten für 2027/28 prognostizierten Ebit. Die niedrige Bewertung zeigt, wie skeptisch Investoren die mittel- und langfristigen Aussichten von Abercrombie einschätzen. Dabei kann sich die Geschäftsentwicklung der vergangenen Jahre durchaus sehen lassen, während der Umsatz – laut den Schätzungen der Analysten – in den nächsten Jahren weiter steigen soll.
Und das KGV auf Basis der Schätzungen für 2027/28 liegt bei 12,1.
Meiner Meinung nach könnte der Höhenflug der Abercrombie-Aktie erst einmal weitergehen. Zwar schlagen die stark gestiegenen Spritpreise und die deutlich höheren Zinsen auf die Stimmung vieler Verbraucher weltweit durch und belasten damit das Geschäft des US-Modekonzerns, allerdings trifft er derzeit offenbar den Geschmack der Kunden, weshalb die erfreuliche Geschäftsentwicklung anhalten könnte. Vor diesem Hintergrund könnte das Papier allmählich weiter nach oben tendieren.
würden die künftig stark steigenden Gewinne umso stärker abdiskontiert.
BNP Paribas bietet auf die Aktie von Abercrombie & Fitch (903016) Mini Futures, Unlimited Turbos, Optionsscheine, Faktor-Optionsscheine und weitere Produkte an.

Egmond Haidt
Der Autor dieses Beitrags, Egmond Haidt, arbeitete nach seiner Bankausbildung und dem BWL-Studium ab 2000 als Redakteur bei BÖRSE ONLINE. Seit Juli 2013 ist der Finanzjournalist als Freiberufler tätig. Jeden Dienstag ab 18 Uhr analysiert er die neuesten Entwicklungen am Finanzmarkt in der Sendung Euer Egmond.
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