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Accenture – Auftragseingang euphorisiert Investoren
Der Dienstleister im Bereich Unternehmens- und Strategieberatung hat gute Ergebnisse präsentiert. Wie geht’s weiter mit der Aktie?
Mit einem Kurssprung von herben 15,8 Prozent hat die Accenture-Aktie am Donnerstag, dem 1. Oktober, auf die Veröffentlichung der Quartalsergebnisse reagiert, ehe das Papier tags darauf einen Teil der Gewinne wieder abgegeben hat. Die Zahlen haben Investoren überzeugt, während Vorstandschefin Julie Sweet einen guten Ausblick für das neue Fiskaljahr 2026/27 gegeben hat. Bleibt die Aktie nach der kräftigen Erholung der vergangenen Monate auf dem Weg nach oben?
Accenture ist ein Dienstleistungs- und Beratungsunternehmen mit Firmensitz in der irischen Hauptstadt Dublin. Es hilft anderen Unternehmen und Behörden dabei, sich zu modernisieren, digital zu werden und Probleme zu lösen.
Der Konzern analysiert beispielsweise Abläufe in Unternehmen, macht die Lieferketten effizienter und entwickelt neue Geschäftsmodelle. Wachstumsmotoren waren zuletzt vor allem die Restrukturierung vieler Unternehmen sowie gerade das Thema KI.
Zu den wichtigsten Partnern von Accenture gehört das Who-is-Who des US-Tech-Sektors, von der Cloud-Sparte Amazon Web Services über Microsoft, Nvidia und Dell Technologies bis hin zu OpenAI, Anthropic, Oracle und Palantir – und ebenso auch die Walldorfer Softwareschmiede SAP.
Gute Zahlen
Im per August beendeten vierten Quartal des Geschäftsjahrs 2025/26 ist der Umsatz von Accenture um 6 Prozent auf 18,68 Milliarden Dollar gestiegen, das lag deutlich über den Schätzungen der Analysten von 18,04 Milliarden Dollar. Währungsbereinigt waren es 7 Prozent.
Für Euphorie bei Investoren hat zudem der Auftragseingang gesorgt. Er ist um 4 Prozent auf 22,2 Milliarden Dollar geklettert, nachdem er im dritten Quartal 2025/26 noch mit lediglich 19,32 Milliarden Dollar geschwächelt hatte. Damit lag das Book-to-Bill-Ratio, also das Verhältnis von Auftragseingang zu Umsatz, diesmal bei 1,2. Werte oberhalb von 1,0 deuten auf künftiges Umsatzwachstum hin.
Zudem hat sich die operative Marge, gemessen am Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) im Verhältnis zum Umsatz, von 15,1 auf 15,3 Prozent leicht verbessert.
Schlussendlich stieg der Gewinn je Aktie um 8,6 Prozent auf 3,29 Dollar.
Beim Cashflow sah die Lage wie folgt aus: Jener aus dem operativen Geschäft ist deutlich gesunken, auf 3,1 Milliarden Dollar. Abzüglich der Investitionen von 250 Millionen Dollar stand ein Free Cashflow von 2,85 Milliarden Dollar zu Buche.
Das Management hat die insgesamt gute Geschäftsentwicklung genutzt, um für 2,3 Milliarden Dollar Aktien zurückzukaufen sowie 974 Millionen Dollar an Dividenden zu zahlen.
Gute Prognose
Bei der Zahlenvorlage zeigten sich Vorstandschefin Julie Sweet und Finanzchefin Angie Park mit den Ergebnissen sehr zufrieden und gaben eine gute Prognose für das Fiskaljahr 2026/27 ab.
Demnach soll der Umsatz währungsbereinigt um 3 bis 6 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von 74,2 Milliarden Dollar zulegen. Davon sollen Zukäufe 2,0 bis 2,5 Prozentpunkte beisteuern.
Das Management will zudem die Akquisitionstour fortsetzen und 2026/27 dafür insgesamt 8,0 Milliarden Dollar ausgeben, nachdem sich einige Übernahmen im Volumen von rund 3,0 Milliarden Dollar vom vierten Quartal 2025/26 auf das erste Quartal 2026/27 verzögert hatten und inzwischen abgeschlossen wurden.
Mit den Zukäufen in wachstumsstarken Bereichen soll künftig das organische Wachstum von Accenture angekurbelt werden. Im Gesamtjahr 2025/26 beliefen sich die Ausgaben für Übernahmen auf 4,9 Milliarden Dollar.
Gleichzeitig soll die Ebit-Marge auf Konzernebene 2026/27 leicht verbessert werden auf 15,9 bis 16,1 Prozent, nach 15,8 Prozent im Vorjahr.
Außerdem soll der Gewinn je Aktie um 3 bis 6 Prozent auf 14,39 bis 14,81 Dollar zulegen. Schlussendlich soll 2026/27 ein Free Cashflow von 11,0 bis 11,8 Milliarden Dollar erwirtschaftet werden.
Gleichzeitig sollen 9,5 Milliarden Dollar an die Aktionäre zurückgegeben werden, davon 5,5 Milliarden Dollar über Aktienrückkäufe. 2025/26 waren es insgesamt 11,5 Milliarden Dollar, davon 7,5 Milliarden Dollar für Aktienrückkäufe und 4,0 Milliarden Dollar für Dividenden.
So sehen die Schätzungen aus
Analysten prognostizieren für das im August endende Fiskaljahr 2026/27 einen Umsatzanstieg (nominal, nicht währungsbereinigt) von 4,3 Prozent auf 77,36 Milliarden Dollar.
Dabei soll das Ebit um 5,5 Prozent auf 12,36 Milliarden Dollar zulegen. Damit würde sich die Marge von 15,8 auf 16,0 Prozent leicht verbessern.
Wie geht’s weiter mit der Aktie?
Nach dem Kurssprung und dem anschließenden Kursrückgang liegt der Börsenwert bei 121,7 Milliarden Dollar. Abzüglich des – laut meinen Berechnungen – Netto-Cash-Bestands von 2,7 Milliarden Dollar liegt der Enterprise Value (EV) bei 119,0 Milliarden Dollar.
Das entspricht dem 9,6-Fachen des von Analysten für 2026/27 prognostizierten Ebit. Meiner Meinung nach ist das eigentlich eine ausreichende Bewertung für ein Unternehmen, das in einem sehr wettbewerbsintensiven Markt aktiv ist, dessen Umsatzwachstum überschaubar ist und bei dem die Margenverbesserung nur allmählich vorankommt.
Und das KGV liegt bei 13,5.
Meiner Meinung nach könnte die Accenture-Aktie dennoch allmählich weiter steigen, schließlich hat sich die Stimmung der Investoren nach der Zahlenvorlage erheblich verbessert. Vor diesem Hintergrund könnten Investoren auf eine erfreuliche Geschäftsentwicklung setzen, vor allem angetrieben vom KI-Boom, und bei dem Papier weiter zugreifen.
BNP Paribas bietet auf die Aktie von Accenture (A0YAQA) Mini Futures, Unlimited Turbos, Optionsscheine, Faktor-Optionsscheine und weitere Produkte an.

Egmond Haidt
Der Autor dieses Beitrags, Egmond Haidt, arbeitete nach seiner Bankausbildung und dem BWL-Studium ab 2000 als Redakteur bei BÖRSE ONLINE. Seit Juli 2013 ist der Finanzjournalist als Freiberufler tätig. Jeden Dienstag ab 18 Uhr analysiert er die neuesten Entwicklungen am Finanzmarkt in der Sendung Euer Egmond.
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