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adidas – Starker Start ins WM-Jahr 2026 euphorisiert Investoren
Die Aktie des Sportartikelherstellers war in die Nähe der 3-Jahres-Tiefs gesunken. Wie geht es nach der Zahlenvorlage weiter?
Mit einem Kurssprung von rund 7 Prozent nach oben reagiert die adidas-Aktie auf die Veröffentlichung der Quartalsergebnisse am Mittwoch, dem 29. April. Damit ist das Papier der Spitzenreiter im DAX. Investoren honorieren die überzeugenden Zahlen, zudem hat Vorstandschef Bjørn Gulden die Prognose für das Gesamtjahr bestätigt.
Im ersten Quartal ist der Umsatz um 7 Prozent auf 6,59 Milliarden Euro gestiegen, das lag deutlich über den Schätzungen der Analysten von 6,30 Milliarden Euro. Dabei hatten Währungseffekte, sprich der gestiegene Euro, den Erlös um rund 350 Millionen Euro belastet, währungsbereinigt stand ein Plus von 14 Prozent zu Buche.
Das ist eine deutliche Beschleunigung gegenüber dem vierten Quartal 2025, als der Umsatz um lediglich 1,8 Prozent gewachsen war und das währungsbereinigte Wachstum der Marke adidas bei 11 Prozent gelegen hatte.
Dabei räumte adidas ein, dass es im ersten Quartal 2026 erheblichen Wettbewerbsdruck gegeben hat, weil etliche Konkurrenten deutliche Preisnachlasse gewährt haben. Umso mehr habe sich adidas darauf fokussiert, „unsere Rabatte unter Kontrolle zu halten“, so Gulden.
Wachstumsmotor war das Bekleidungsgeschäft, dessen Einnahmen um 24 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro geklettert sind, währungsbereinigt waren es 31 Prozent. Hingegen schrumpften die Erlöse aus dem Bereich Schuhe um 2 Prozent auf 3,7 Milliarden Euro, währungsbereinigt stand allerdings ein Plus von 4 Prozent zu Buche. Zudem florierte das Geschäft mit Accessoires, dessen Umsatz 451 Millionen Euro erreicht hat.
Bei der Umsatzverteilung nach Regionen lief es praktisch überall gut, allerdings verzeichneten mehrere Länder im Nahen Osten aufgrund des Iran-Kriegs Umsatzrückgänge.
Dabei ist der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) auf Konzernebene um 15,5 Prozent auf 705 Millionen Euro gestiegen, womit sich die Marge deutlich verbessert hat, von 9,9 auf 10,7 Prozent. Das lag deutlich über den Erwartungen von 647 Millionen Euro.
Zudem legte der Gewinn je Aktie um 10,9 Prozent auf 2,70 Euro zu, womit die Erwartungen von 2,53 Euro klar übertroffen wurden.
Prognose bestätigt
Bei der Zahlenvorlage zeigte sich Vorstandschef Gulden zufrieden mit den Ergebnissen und bezeichnete sie als „sehr stark.“ Zudem bestätigte der Firmenlenker die Prognose für das Gesamtjahr 2026.
Demnach soll der Umsatz weiterhin um „rund 2,0 Milliarden Euro“ gegenüber 2025 zulegen.
Zudem sollen US-Strafzölle und Währungseffekte das Ebit weiterhin mit insgesamt 400 Millionen Euro belasten, dabei sollen 200 Millionen Euro auf Strafzölle und 200 Millionen Euro auf Währungseffekte entfallen.
Vor diesem Hintergrund soll das Ebit wie bislang angekündigt auf 2,3 Milliarden Euro steigen. Dabei soll nicht zuletzt die Fußball-WM vom 11. Juni bis 19. Juli in Kanada, Mexiko und den USA das Geschäft ankurbeln.
Nun warten Investoren auf die Analystenkonferenz, die um 15 Uhr beginnen wird.
So sehen die Schätzungen aus
Analysten haben seit dem Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar ihre Umsatz- und Gewinnschätzungen für 2026 und 2027 jeweils deutlich gesenkt.
Damit prognostizieren die Finanzprofis für 2026 aktuell einen Umsatzanstieg um lediglich 1,1 Milliarden Euro (das liegt weit unter Guldens Ausblick) oder 4,6 Prozent auf 25,94 Milliarden Euro. 2027 soll es um 6,3 Prozent auf 27,58 Milliarden Euro nach oben gehen.
Dabei soll das Ebit 2026 um 18,7 Prozent auf 2,44 Milliarden Euro zulegen. 2027 soll es mit 17,7 Prozent ähnlich stark aufwärts gehen auf dann 2,87 Milliarden Euro. Damit würde sich die Marge jeweils deutlich verbessern, zuerst von 8,3 auf 9,4 Prozent für 2026, gefolgt von 10,4 Prozent für 2027.
Es gilt zu beobachten, ob und wie sehr Analysten – nach den überraschend guten Quartalszahlen – ihre Schätzungen für 2026 und 2027 in den nächsten Tagen und Wochen nach oben anpassen könnten.
Allerdings dürfte der Iran-Krieg die Ergebnisse des Sportartikelherstellers umso stärker belasten, je länger der Krieg andauert, denn umso höher dürfte die Inflation in den nächsten Monaten sein, was die Kauflust der Konsumenten deutlich dämpfen sollte.
Wie geht’s weiter mit der Aktie?
Nach dem Kurssprung nach oben nach der Zahlenvorlage liegt der Börsenwert bei 26,4 Milliarden Euro. Inklusive der Nettoschulden von 5,5 Milliarden Euro liegt der Enterprise Value (EV) bei 31,9 Milliarden Euro.
Das entspricht dem 11,1-Fachen des von Analysten für 2027 prognostizierten Ebit. Die Bewertung ist meiner Meinung nach eigentlich nicht zu hoch, sondern lässt vielmehr Spielraum nach oben. Umso wichtiger ist, wie sich der Iran-Krieg in den nächsten Wochen und Monaten entwickeln wird.
Und das 2027er-KGV liegt bei 12,8.
Meiner Meinung nach könnte die Erholung der adidas-Aktie kurzfristig noch etwas weitergehen, zumal sich die Stimmung der Investoren nach der Zahlenvorlage deutlich verbessert hat.
Die weitere Kursentwicklung dürfte dann – trotz der näher rückenden Fußball-WM – allerdings vor allem von der Entwicklung des Iran-Kriegs abhängen. Je länger er weitergeht und damit die Ölpreise und die Inflation nach oben treibt, umso mehr könnte dies das Geschäft von adidas belasten, woraufhin das Papier wieder nach unten drehen könnte.
BNP Paribas bietet auf die Aktie von adidas (A1EWWW) Mini Futures, Unlimited Turbos, Optionsscheine, Faktor-Optionsscheine und weitere Produkte an.

Egmond Haidt
Der Autor dieses Beitrags, Egmond Haidt, arbeitete nach seiner Bankausbildung und dem BWL-Studium ab 2000 als Redakteur bei BÖRSE ONLINE. Seit Juli 2013 ist der Finanzjournalist als Freiberufler tätig. Jeden Dienstag ab 18 Uhr analysiert er die neuesten Entwicklungen am Finanzmarkt in der Sendung Euer Egmond.
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