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Advanced Micro Devices – Ausblick erfüllt nicht alle hochtrabenden Erwartungen
Die Aktie des US-Herstellers von KI-Akzeleratoren war eine Kursrakete. Wie geht es nach der Vorlage der Rekordzahlen weiter?
Mit einen Kurseinbruch von rund 8 Prozent reagiert die Aktie von Advanced Micro Devices auf die Vorlage der 2025er-Ergebnisse am Dienstagabend, dem 3. Februar, nach Börsenschluss in den USA. Zwar hat der US-Hersteller von Mikroprozessoren Rekordzahlen für das vierte Quartal veröffentlicht, allerdings hat die Prognose für etwas Verunsicherung bei Investoren gesorgt.
Im vierten Quartal ist der Umsatz von Advanced Micro Devices (AMD) um 34 Prozent auf den Rekord von 10,27 Milliarden Dollar gestiegen. Das lag deutlich über den Schätzungen der Analysten von 9,7 Milliarden Dollar.
Allerdings räumte Vorstandschefin Lisa Su ein, dass in den Zahlen Erlöse von 390 Millionen Dollar aus der Lieferung von MI308-Chips nach China enthalten waren, die nicht in der Prognose des Managements enthalten waren. Vor diesem Hintergrund sieht der Konzernerlös bei Weitem nicht mehr so beeindruckend aus.
Dabei ist das für Investoren entscheidende Geschäft mit Chips für Rechenzentren aufgrund der boomenden Nachfrage nach KI-Akzeleratoren, vor allem der MI350-Serie, um 39 Prozent auf 5,38 Milliarden Dollar gewachsen, womit die Erwartungen von 4,97 Milliarden Dollar deutlich übertroffen wurden.
Zudem ist die bereinigte Bruttomarge auf Konzernebene von 54 auf 57 Prozent geklettert. Allerdings hatte AMD Rückstellungen von 360 Millionen Dollar für MI308-Chips und ähnliche Belastungen aufgelöst, was das Ergebnis beflügelt hat. Bereinigt um diesen Effekt sowie um den Verkauf der MI308-Chips nach China hätte die bereinigte Bruttomarge nach Unternehmensangaben bei 55 Prozent gelegen.
Außerdem hat der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) um 41 Prozent auf den Rekord von 2,9 Milliarden Dollar zugelegt, damit hat sich die Marge von 26 auf 28 Prozent verbessert.
Der bereinigte Gewinn je Aktie ist um 40 Prozent auf 1,53 Dollar nach oben geschossen.
Schlussendlich hat sich der Free Cashflow auf den Rekord von 2,1 Milliarden Dollar mehr als verdoppelt.
Verhaltene Prognose
Für das erste Quartal hat Su einen Umsatz von 9,8 Milliarden Dollar (plus/minus 300 Millionen Dollar) in Aussicht gestellt – die Mitte der Spanne bedeutet ein Wachstum von 32 Prozent –, darin sind rund 100 Millionen Dollar aus dem Verkauf von MI308-Chips nach China enthalten.
Das lag zwar deutlich über den Erwartungen von 9,39 Milliarden Dollar, allerdings lagen einige hochtrabende Erwartungen bei bis zu 10 Milliarden Dollar. Die Prognose hat damit die Sorge geschürt, dass das Geschäft mit KI-Akzeleratoren möglicherweise doch nicht so schnell wachsen könnte wie erwartet.
Zudem soll die bereinigte Bruttomarge rund 55 Prozent erreichen.
Außerdem betonte die Vorstandschefin einmal mehr, dass die Einnahmen aus dem Geschäft mit KI-Chips 2027 zig Billionen Dollar erreichen würden. Die Nachfrage danach sei weiterhin „stark“, und das Unternehmen bemühe sich mit seinen Lieferkettenpartnern, die Produktion deutlich hochzufahren.
Dabei soll das Geschäft mit Chips für Rechenzentren in den nächsten drei bis fünf Jahren im Schnitt um mehr als 60 Prozent pro Jahr wachsen. Diese Wachstumsrate sei auch im Jahr 2026 „sicher möglich“.
Dazu beitragen soll die Produktion der deutlich leistungsstärkeren MI450-Chips, deren Produktionsstart für das zweite Halbjahr 2026 geplant ist. Sie sollen gerade ab dem vierten Quartal den Umsatz beflügeln.
Ehrgeizige Mittelfristziele
Su verwies zudem auf den Kapitalmarkttag vom 11. November 2025, als das Management ambitionierte Mittelfristziele präsentiert hatte.
Demnach soll der Konzernerlös in den nächsten drei bis fünf Jahren im Schnitt um mehr als 35 Prozent pro Jahr steigen. Dabei soll die bereinigte Ebit-Marge schlussendlich auf mehr als 35 Prozent nach oben getrieben werden und der bereinigte Gewinn je Aktie auf mehr als 20 Dollar steigen.
Zum Vergleich: Die bereinigte Ebit-Marge war 2025 von 24 auf 22 Prozent zurückgegangen, hingegen hatte der bereinigte Gewinn je Aktie um 26 Prozent auf 4,17 Dollar zugelegt.
Kleine Rechnung meinerseits: Würde es AMD gelingen, den bereinigten Gewinn je Aktie innerhalb von vier Jahren auf 20 Dollar nach oben zu treiben, würde das laut meinen Berechnungen einen durchschnittlichen Anstieg um 48 Prozent pro Jahr bedeuten.
So sehen die Schätzungen aus
Analysten prognostizieren für 2026 einen Umsatzanstieg um 31,8 Prozent auf 45,65 Milliarden Dollar. Damit würde die Wachstumsrate nur leicht unter dem 2025er-Niveau von 34,3 Prozent liegen.
Dabei soll das bereinigte Ebit 2026 um 58,6 Prozent auf 12,3 Milliarden Dollar nach oben schießen. Damit würde sich die Marge kräftig verbessern, von 22,4 auf 27,0 Prozent.
Wie geht’s weiter mit der Aktie?
Nach dem Kurseinbruch nach der Zahlenvorlage liegt der Börsenwert bei 365,5 Milliarden Dollar. Abzüglich des Netto-Cash-Bestands von 7,3 Milliarden Dollar liegt der Enterprise Value (EV) bei 358,2 Milliarden Dollar.
Das entspricht dem 29,1-Fachen des von Analysten für 2026 vorhergesagten Ebit, womit AMD viel höher bewertet ist als der Branchenprimus Nvidia (Multiple von 20,1).
Dabei sagen Analysten für Nvidia für das im Januar endende Fiskaljahr 2026/27 ein Umsatzwachstum von herben 52 Prozent vorher, während die bereinigte Ebit-Marge auf 66,6 Prozent steigen soll. Beide Zahlen sind damit bei Weitem höher als bei AMD.
Auf Basis der 2027er-Schätzungen für AMD geht das Multiple zwar auf 18,3 zurück, dazu müsste es die Firma aber tatsächlich schaffen, das Ebit um knapp 60 Prozent auf 19,6 Milliarden Dollar nach oben zu treiben. Diese Zahl ist selbstverständlich mit noch deutlicher höherer Unsicherheit behaftet als die 2026er-Schätzung, schließlich kann niemand seriös vorhersagen, ob und wie lange der KI-Boom noch anhalten wird.
Und das 2026er-KGV liegt bei herben 33,9 – jenes für 2027 bei 21,0.
Meiner Meinung nach könnte die AMD-Aktie kurzfristig unter Druck bleiben, schließlich hat der Ausblick bei etlichen Investoren für Verunsicherung gesorgt. Bei einer so hohen Bewertung wie bei AMD derzeit darf es aber nicht die kleinste Enttäuschung geben, ansonsten bricht das Papier ein, wie eben geschehen.
Zudem gilt es weiterhin, die Nachrichten zu Nvidia und OpenAI weiter genau zu beobachten. Sollten sich die Spannungen zwischen den Partnern hochschaukeln und damit Zweifel am KI-Hype aufkommen, würde das meiner Meinung nach auch die AMD-Aktie deutlich belasten.
BNP Paribas bietet auf die Aktie von Advanced Micro Devices (863186) Mini Futures, Unlimited Turbos, Optionsscheine, Faktor-Optionsscheine und weitere Produkte an.

Egmond Haidt
Der Autor dieses Beitrags, Egmond Haidt, arbeitete nach seiner Bankausbildung und dem BWL-Studium ab 2000 als Redakteur bei BÖRSE ONLINE. Seit Juli 2013 ist der Finanzjournalist als Freiberufler tätig. Jeden Dienstag ab 18 Uhr analysiert er die neuesten Entwicklungen am Finanzmarkt in der Sendung Euer Egmond.
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