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Advanced Micro Devices – Ausblick lässt Aktie auf Rekordhochs nach oben schießen
Das Papier des US-Chipproduzenten war in den vergangenen Monaten eine Kursrakete. Nach der Vorlage der Quartalszahlen haben Investoren noch kräftiger gefeiert.
Mit einem Kurssprung um knapp 20 Prozent nach oben reagiert die Aktie von Advanced Micro Devices auf die Veröffentlichung der Quartalszahlen am Dienstagabend, 5. Mai. Bei Kursen von um die 422 Dollar notiert das Papier damit am Rekordhoch.
Einerseits haben die herausragenden Ergebnisse Investoren überzeugt, schließlich profitiert das Unternehmen enorm vom KI-Boom, andererseits sind sie von der sensationellen Prognose von Vorstandschefin Lisa Su umso begeisterter.
Im ersten Quartal ist der Umsatz von Advanced Micro Devices (AMD) um 38 Prozent auf 10,25 Milliarden Dollar gestiegen. Das lag deutlich über den Schätzungen der Analysten von 9,89 Milliarden Dollar. Damit hat sich das Wachstum gegenüber dem vierten Quartal 2025 deutlich beschleunigt, als es bei 34 Prozent gelegen war.
Wachstumsmotor war diesmal erneut der Bereich Rechenzentren, dessen Erlös angetrieben von der starken Nachfrage nach EPYC-Prozessoren und Instinct-GPUs (Graphic Processing Units) um 57 Prozent auf 5,78 Milliarden Dollar nach oben geschossen – damit sind die Erwartungen von 5,61 Milliarden Dollar deutlich übertroffen worden. Damit ist dessen Anteil am Konzernumsatz kräftig geklettert von 49,4 auf 56,3 Prozent.
Dabei ist die bereinigte Bruttomarge auf Konzernebene deutlich gestiegen von 53,7 auf 55,4 Prozent.
Außerdem ist der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) um 43 Prozent auf 2,54 Milliarden Dollar nach oben geschossen – das lag deutlich über den Erwartungen von 2,41 Milliarden Dollar, damit hat sich die Marge deutlich verbessert von 23,9 auf 24,8 Prozent.
Schlussendlich ist der bereinigte Gewinn je Aktie um 43 Prozent auf 1,37 Dollar nach oben geschossen, das lag deutlich über den Erwartungen von 1,29 Dollar.
Die Entwicklung des Cashflows kann sich ebenfalls mehr als sehen lassen. Jener aus dem operativen Geschäft hat sich verdreifacht auf 2,96 Milliarden Dollar. Gleichzeitig sind die Investitionen um mehr als 80 Prozent auf 389 Millionen Dollar nach oben geschossen.
Zudem hat der Free Cashflow den Rekord von 2,57 Milliarden Dollar erreicht – das ist das 3,5-Fache des Vorjahreswertes (727 Millionen Dollar).
Sensationelle Prognose
Bei der Zahlenvorlage zeigte sich Su sehr zufrieden mit den Ergebnissen und verwies zudem auf die großen Deals mit OpenAI und Meta Platforms.
Für das zweite Quartal hat die Vorstandschefin von AMD ein Umsatzwachstum von 46 Prozent auf 11,2 Milliarden Dollar (plus/ minus 300 Millionen Dollar) in Aussicht gestellt – das lag deutlich über den Erwartungen von 10,52 Milliarden Dollar. Damit würde sich das Wachstum erneut beschleunigen.
Grund sei, dass sich das Wachstum der Nachfrage nach Server-CPUs auf mehr als 70 Prozent beschleunigen werde, nachdem es im ersten Quartal bei mehr als 50 Prozent gelegen war. Das Wachstum solle im zweiten Halbjahr 2026, sowie in das Jahr 2027 hinein anhalten, zumal der Konzern die Produktion der nächsten Generation seiner EPYC-Prozessoren hochfahre.
Zudem soll die bereinigte Bruttomarge im zweiten Quartal rund 56 Prozent erreichen, was eine leichte Verbesserung gegenüber dem ersten Quartal ist.
Auf der Analystenkonferenz ließ Su zudem mit einer Erhöhung der Prognose aufhorchen. Demnach soll der weltweite CPU-Markt für Rechenzentren in den nächsten Jahren um durchschnittlich mehr als 35 Prozent pro Jahr wachsen und damit im Jahr 2030 mehr als 120 Milliarden Dollar erreichen.
Auf dem Kapitalmarkttag im November 2025 hatte die Vorstandschefin noch ein Wachstum von rund 18 Prozent in Aussicht gestellt. Damit wäre das Wachstum praktisch doppelt so hoch, wie noch vor 6 Monaten angenommen. Das ist mehr als beeindruckend.
Vor dem Hintergrund, dass der Markt noch deutlich stärker boomen soll als erwartet, will AMD umso enger mit seinen Zulieferern zusammenarbeiten, um seinerseits die Kapazitäten weiter kräftig hochzufahren.
Su gab sich zudem zunehmend zuversichtlich, dass AMD im nächsten Jahr zig Milliarden Dollar an Umsätzen mit KI-Chips im Bereich Rechenzentren generieren könne. Sie geht zudem davon aus, dass AMDs langfristiges Ziel eines Wachstums von mehr als 80 Prozent in den nächsten Jahren übertroffen werden könne.
Die gesamten Aussagen von Su klangen wie Musik in den Ohren der Investoren.
So sehen die Schätzungen aus
Analysten prognostizieren für 2026 einen Umsatzsprung von 39,6 Prozent auf 48,37 Milliarden Dollar. 2027 soll sich das Wachstum sogar auf 43,4 Prozent beschleunigen, womit 69,36 Milliarden Dollar zu Buche stehen sollen.
Dabei soll das bereinigte Ebit 2026 um 78,3 Prozent auf 13,85 Milliarden Dollar nach oben schießen, gefolgt von einem Sprung um 55,0 Prozent auf 21,47 Milliarden Dollar für 2027. Damit würde die Marge von 22,4 Prozent auf 28,6 Prozent für 2026 nach oben schießen, um 2027 sogar 31,0 Prozent zu erreichen.
Nun gilt es zu schauen, wie sehr Analysten in den nächsten Tagen und Wochen ihre Umsatz- und Gewinnschätzungen für AMD weiter nach oben schrauben werden.
Wie geht’s weiter mit der Aktie?
Nach dem Kurssprung auf neue Rekordhochs liegt der Börsenwert bei 684,9 Milliarden Dollar. Abzüglich des Netto-Cash-Bestands von 9,1 Milliarden Dollar liegt der Enterprise Value (EV) bei 675,8 Milliarden Dollar.
Das entspricht dem 31,5-Fachen des von Analysten für 2027 vorhergesagten Ebit. Die extrem hohe Bewertung zeigt, welch massives Wachstum in der Aktie eingepreist ist. Allerdings soll AMD – laut den Schätzungen der Analysten – 2026 und 2027 ein rasantes Umsatzwachstum erreichen und dabei gleichzeitig die Marge enorm verbessern. Je mehr Analysten ihre Gewinnschätzungen nach oben schrauben sollten, umso mehr würde das Multiple zurückgehen.
Und das 2027er-KGV liegt bei 37,4.
Meiner Meinung nach dürfte die Rekordfahrt der AMD-Aktie weitergehen, schließlich könnte das Geschäft aufgrund von KI auf absehbare Zeit noch stärker boomen als die ohnehin euphorischen Investoren bislang erwartet hatten.
BNP Paribas bietet auf die Aktie von AMD (863186) Mini Futures, Unlimited Turbos, Optionsscheine, Faktor-Optionsscheine und weitere Produkte an.

Egmond Haidt
Der Autor dieses Beitrags, Egmond Haidt, arbeitete nach seiner Bankausbildung und dem BWL-Studium ab 2000 als Redakteur bei BÖRSE ONLINE. Seit Juli 2013 ist der Finanzjournalist als Freiberufler tätig. Jeden Dienstag ab 18 Uhr analysiert er die neuesten Entwicklungen am Finanzmarkt in der Sendung Euer Egmond.
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