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Airbus – Heftige Gewinnwarnung lässt Aktie abstürzen

Der Flugzeugbauer hat mit erheblichen Problemen zu kämpfen. Die schlechten Nachrichten reißen auch das Papier des Triebwerkbauers MTU Aero Engines mit nach unten.
Mit einem Kurseinbruch um mehr als 10 Prozent reagiert die Airbus-Aktie auf die Gewinnwarnung vom Montagabend. Damit notiert das Papier in der Nähe des Siebeneinhalb-Monats-Tiefs, während die 52-Wochen-Tiefs bei knapp über 121 Euro zügig näher rücken.
In der Pressemeldung gibt der Flugzeugbauer 2 Gründe für die kräftige Kürzung der Prognose an: einerseits anhaltende Lieferkettenprobleme bei Triebwerken, Flugzeugstrukturen und Kabinenausrüstung für Verkehrsmaschinen. Daher werde das Unternehmen im Jahr 2024 nur rund 770 statt der zuvor geplanten rund 800 Flugzeuge ausliefern. Dabei hatte der Konzern die Pläne erst Ende April bei der Vorlage der Quartalszahlen bestätigt.
Zudem wird das Hochfahren der Produktionsrate von 75 Maschinen des Verkaufsschlagers A320 pro Monat um ein Jahr auf 2027 verschoben. „Wir laufen hoch, aber langsamer als erwartet“, sagte Faury.
Airbus hatte schon länger vor den Problemen gewarnt. Neu sei nun allerdings das Ausmaß der Probleme, sagte Vorstandschef Guillaume Faury. „Das ist eine neue Situation, die wir nicht erwartet hatten“, so der Firmenlenker.
Dabei hätte sich in den vergangenen Wochen gerade die Versorgung mit Triebwerken verschlechtert. Anfang Juni hatte Faury gewarnt, dass die Probleme mit der Lieferkette die nächsten 2 oder 3 Jahre anhalten könnten.
Andererseits habe das Management der Raumfahrtsparte eine technische Überprüfung aller Programme durchgeführt und nun dabei zusätzliche „wirtschaftliche und technische Herausforderungen“ entdeckt.
„Diese beziehen sich hauptsächlich auf aktualisierte Annahmen zu Zeitplänen, Arbeitsbelastung, Beschaffung, Risiken und Kosten während der Laufzeit bestimmter Telekommunikations-, Navigations- und Beobachtungsprogramme“, so der Konzern. Daher werde er Belastungen von rund 900 Millionen Euro verbuchen.
Prognose gesenkt
Wegen der obigen Probleme senkte Faury den Ausblick für den bereinigten Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) auf Konzernebene auf rund 5,5 Milliarden Euro, statt der zuvor geplanten 6,5 bis 7 Milliarden Euro. Gegenüber der Mitte der vorherigen Spanne bedeutet das eine Kürzung um knapp 20 Prozent. Analysten waren bisher von knapp 6,8 Milliarden Euro ausgegangen.
Der neue Ausblick liegt damit nicht nur unter dem 2023er-Wert von 5,84 Milliarden Euro, sondern auch unter dem 2022er-Wert von 5,63 Milliarden Euro.
Außerdem stutzte Faury die 2024er-Prognose für den Free Cashflow vor Kundenfinanzierung von rund 4,0 Milliarden Euro auf rund 3,5 Milliarden Euro.
Die Quartalszahlen wird der Flugzeugbauer am 30. Juli veröffentlichen.
Vor dem Hintergrund der heftigen Gewinnwarnung gehe ich davon aus, dass der Sinkflug der Airbus-Aktie erst einmal weitergehen dürfte, zumal das 2025er-KGV auf Basis der aktuellen Schätzungen bei herben 16 liegt. Denn Analysten dürften nicht nur die Umsatz- und Gewinnschätzungen für 2024, sondern auch für die Folgejahre deutlich stutzen. Und Investoren dürften sich darauf einstellen, dass die Lieferschwierigkeiten bei Verkehrsmaschinen tatsächlich 2 oder 3 Jahre anhalten könnten.
Die schlechten Nachrichten von Airbus reißen auch die Aktie des Triebwerksbauers MTU Aero Engines mit nach unten, wenngleich sie nur ungefähr halb so stark einbricht wie jene von Airbus. Wenn Airbus weniger Maschinen ausliefert, bedeutet das zwangsläufig auch weniger Nachfrage von dieser Seite für MTU, treibt doch beispielsweise dessen Triebwerk vom Typ Getriebefan rund die Hälfte aller Airbus-Mittelstreckenjets der Modellfamilie A320neo an.
Die MTU-Aktie ist in die Nähe des Fünf-Monats-Tiefs nach unten gerauscht. Es würde mich nicht überraschen, wenn das Papier – ebenso wie jenes von Airbus – erst einmal im Sinkflug bleiben würde. Das 2025er-KGV liegt bei 15,6.
BNP Paribas bietet auf die Aktie von Airbus (938914) neben Mini Futures auch Unlimited Turbos, Optionsscheine und Faktorzertifikate an, auf die Aktie von MTU Aero Engines (A0D9PT) neben Mini Futures ebenfalls Unlimited Turbos, Optionsscheine und Faktorzertifikate.
Egmond Haidt
Der Autor dieses Beitrags, Egmond Haidt, arbeitete nach seiner Bankausbildung und dem BWL-Studium ab 2000 als Redakteur bei BÖRSE ONLINE. Seit Juli 2013 ist der Finanzjournalist als Freiberufler tätig. Jeden Dienstag ab 18 Uhr analysiert er die neuesten Entwicklungen am Finanzmarkt in der Sendung Euer Egmond.
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