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AMETEK – Mit einer starken Übernahme-Pipeline das Geschäft weiter stärken
Der US-Spezialist für elektronische und elektromechanische Instrumente hat überzeugende Ergebnisse vorgelegt. Bleibt die Aktie auf Rekordkurs?
In die Nähe des Rekordhochs ist die AMETEK-Aktie geklettert. Investoren honorieren die erfreuliche Geschäftsentwicklung und dass Vorstandschef David A. Zapico die Prognose für das Gesamtjahr angehoben hat. Er hat zudem angekündigt, den Akquisitionskurs entschlossen fortzusetzen (siehe unten).
AMETEK ist ein US-Hersteller elektronischer Messgeräte und elektromechanischer Instrumente. Zu den elektronischen Messgeräten gehören „Analyse-, Prüf und Messgeräte (zum Beispiel Spektrometer, Infrarot-Thermometer und Sensoren) für die Märkte Energie, Luft- und Raumfahrt, Forschung, Medizin und Industrie“, so die Homepage der deutschen Tochter.
Bei den elektromechanischen Instrumenten handelt es sich um „Automations- und Präzisions-Bewegungssteuerungslösungen sowie hochtechnisierte elektrische Verbindungen, Spezialmetalle und Wärmemanagementsysteme“. Dazu gehören Motoren, Gebläse und Pumpen für industrielle Anwendungen.
Die größten Abnehmerbranchen für sämtliche Produkte von AMETEK sind Medizintechnik, Rüstung und Luftfahrt sowie Energietechnik. Das Unternehmen sieht sich selbst als Nischenanbieter und erfreut sich einer entsprechend guten Profitabilität.
Im ersten Quartal ist der Umsatz des Konzerns um 11 Prozent auf 1,93 Milliarden Dollar gestiegen. Das lag leicht über den Schätzungen der Analysten von 1,91 Milliarden Dollar. Dabei lag das organische Wachstum bei 5 Prozent, zudem steuerten Übernahmen 5 Prozentpunkte bei, während 1 Prozentpunkt auf Währungseffekte entfiel.
Dabei legte der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) um 14 Prozent auf 516,6 Millionen Dollar zu, damit hat sich die Marge von ohnehin starken 26,3 auf 26,8 Prozent etwas verbessert.
Außerdem kletterte der bereinigte Gewinn je Aktie um 13 Prozent auf 1,97 Dollar.
Die Entwicklung des Cashflows kann sich ebenfalls mehr als sehen lassen. Jener aus dem operativen Geschäft lag bei 451,5 Millionen Dollar. Abzüglich der Investitionen von 25,5 Millionen Dollar stand ein Free Cashflow von 426,0 Millionen Dollar zu Buche.
Für Begeisterung bei Investoren sorgte zudem, dass der Auftragseingang um 23,3 Prozent auf den Rekord von 2,2 Milliarden Dollar gestiegen ist. Der Auftragseingang zeigte die Stärke in etlichen Bereichen, zum Beispiel Luftfahrt und Rüstung sowie Automatisierungs- und Energietechnik.
Damit ist der Auftragsbestand um 8,1 Prozent auf den Rekord von 3,9 Milliarden Dollar geklettert.
Prognose angehoben
Bei der Zahlenvorlage am 30. April zeigte sich Zapico mit den Ergebnissen sehr zufrieden und gab eine überzeugende Prognose ab.
Demnach soll im zweiten Quartal der Umsatz im hohen einstelligen Prozentbereich zulegen. Außerdem soll der bereinigte Gewinn je Aktie um 10 bis 12 Prozent auf 1,96 bis 2,00 Dollar klettern.
Zudem hat das Management den Ausblick für das Gesamtjahr angehoben. Demnach soll der Erlös im hohen einstelligen Prozentbereich gegenüber dem 2025er-Wert von 7,4 Milliarden Dollar steigen, statt des zuvor geplanten Wachstum im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich.
Außerdem soll der bereinigte Gewinn je Aktie um 7 bis 10 Prozent auf 7,94 bis 8,14 Dollar klettern, statt der zuvor avisierten 7,87 bis 8,07 Dollar.
Die Investitionen sollen weiterhin rund 160 Millionen Dollar erreichen.
Auf der Analystenkonferenz betonte das Management, dass der Konzern deutlich mehr als 5 Milliarden Dollar für Übernahmen ausgeben könne, um das Geschäft weiter anzukurbeln, und dennoch das Investment-Grade-Rating behalten werde. Akquisitionen stünden weiterhin ganz oben auf der Agenda.
Wenige Tage später hat Zapico dann für einen Paukenschlag gesorgt, als er die Übernahme eines Geschäftsbereichs des US-Wettbewerbers Indicor für 5,0 Milliarden Dollar angekündigt hat. Er habe einen Jahresumsatz von rund 1,1 Milliarden Dollar und eine ähnliche Profitabilität wie AMETEK.
Die Transaktion soll mit Schulden finanziert und im zweiten Halbjahr 2026 abgeschlossen werden. Durch den Zukauf erhöht sich der annualisierte Jahresumsatz des Konzerns auf einen Schlag um 15 Prozent. Zapico erwartet aus dem Deal Synergien von 10 bis 12 Prozent des Umsatzes.
So sehen die Schätzungen aus
Analysten prognostizieren für 2026 einen Umsatzanstieg von 8,3 Prozent auf 8,01 Milliarden Dollar. 2027 soll es um 5,7 Prozent auf 8,47 Milliarden Dollar nach oben gehen.
Dabei soll das bereinigte Ebit 2026 um 10,6 Prozent auf 2,1 Milliarden Dollar zulegen, gefolgt von einem Plus von 8,2 Prozent auf 2,3 Milliarden Dollar für 2027. Damit würde sich die Marge von 26,2 auf 26,7 Prozent für 2026 verbessern, um 2027 27,4 Prozent zu erreichen.
Wie geht’s weiter mit der Aktie?
Im Zuge der Rekordfahrt ist der Börsenwert auf 54,4 Milliarden Dollar gestiegen. Inklusive der Nettoschulden von 1,7 Milliarden Dollar (per Ende März) liegt der Enterprise Value (EV) bei 56,1 Milliarden Dollar.
Das entspricht dem 24,2-Fachen des von Analysten für 2027 prognostizierten Ebit. Die sehr hohe Bewertung zeigt, welch enormes Wachstum in der Aktie eingepreist ist.
Und das 2027er-KGV liegt bei 27,1.
Meiner Meinung nach dürfte die Rekordfahrt der AMETEK-Aktie weitergehen, schließlich dürften Investoren darauf setzen, dass der Indicor-Deal das Geschäft weiter ankurbeln wird. Gleichzeitig sind Investoren gespannt auf die möglichen nächsten Übernahmen.
BNP Paribas bietet auf die Aktie von AMETEK (908668) Mini Futures, Unlimited Turbos und weitere Produkte an.

Egmond Haidt
Der Autor dieses Beitrags, Egmond Haidt, arbeitete nach seiner Bankausbildung und dem BWL-Studium ab 2000 als Redakteur bei BÖRSE ONLINE. Seit Juli 2013 ist der Finanzjournalist als Freiberufler tätig. Jeden Dienstag ab 18 Uhr analysiert er die neuesten Entwicklungen am Finanzmarkt in der Sendung Euer Egmond.
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