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Apple – In der Zwickmühle zwischen iPhone-Boom und stark steigenden Chip-Preisen
Der US-Technologieriese hat Rekordergebnisse veröffentlicht. Wie geht’s weiter mit der Aktie?
Mit einer Berg- und Talfahrt hat die Apple-Aktie auf die Präsentation der Quartalszahlen am Donnerstagabend, 29. Januar, reagiert und liegt damit aktuell in der Nähe des Schlusskurses vom Donnerstag. Dabei waren die Ergebnisse hervorragend, während auch der Ausblick überraschend gut ist. Dennoch machen sich Investoren wegen einer Sache Sorgen.
Im per Dezember beendeten ersten Quartal ist der Umsatz um 15,7 Prozent auf den Rekord von 143,76 Milliarden Dollar gestiegen, das lag deutlich über den Schätzungen der Analysten von 138,4 Milliarden Dollar.
Wachstumsmotor war das boomende iPhone-Geschäft. Dessen Erlöse sind um 23,3 Prozent auf den Rekord von 85,27 Milliarden Dollar nach oben geschossen und haben damit die Erwartungen von 78,31 Milliarden Dollar bei Weitem übertroffen.
Dabei erfreuten sich die neuen iPhone-17-Modelle großer Beliebtheit bei Kunden. „Die Nachfrage nach iPhones war einfach umwerfend“, sagte Vorstandschef Tim Cook. Damit machte das iPhone-Geschäft knapp 60 Prozent der Konzernerlöse aus.
Zudem legte das hochprofitable Service-Geschäft um 13,9 Prozent auf den Rekord von 30,0 Milliarden Dollar zu und traf damit die Erwartungen genau.
Bei der Umsatzverteilung nach Regionen stach Großchina, also Festlandchina einschließlich Hongkong und Taiwan, mit einem Sprung um 37,9 Prozent auf 25,5 Milliarden Dollar hervor, womit die Erwartungen von 21,8 Milliarden Dollar bei Weitem übertroffen wurden.
Nach etlichen schwierigen Quartalen in China, als die dortigen Kunden auf andere Smartphone-Marken umgestiegen waren, während die Behörden gleichzeitig den Einsatz ausländischer Produkte eingeschränkt hatten, florierte diesmal nicht nur das iPhone-Geschäft in dem Land.
Außerdem ist die Zahl der weltweit installierten Apple-Geräte auf mehr als 2,5 Milliarden Einheiten gestiegen, was eine gute Grundlage für anhaltendes Wachstum im Service-Geschäft ist.
Zudem hat sich die Bruttomarge auf Konzernebene gegenüber dem Vorquartal von 47,2 auf 48,2 Prozent verbessert.
Der Gewinn je Aktie legte gegenüber dem Vorjahr um 18 Prozent auf 2,84 Dollar zu. Dabei hatten Strafzölle das Ergebnis diesmal mit 1,4 Milliarden Dollar belastet.
Guter Ausblick
Überzeugt hat Investoren zudem auch der Ausblick auf das laufende Quartal. Demnach soll der Umsatz um 13 bis 16 Prozent steigen. Das lag deutlich über den Erwartungen von 10 Prozent. Dabei soll das Service-Geschäft ähnlich stark wachsen wie im Dezember-Quartal.
Zudem soll die Bruttomarge 48 bis 49 Prozent erreichen und damit ungefähr auf dem Niveau des Dezember-Quartals bleiben. Diese Prognose hat für ziemliches Erstaunen bei etlichen Analysten gesorgt, schließlich waren die Preise für Speicherchips in den vergangenen Monaten nach oben geschossen.
Auf der Analystenkonferenz warnte Vorstandschef Tim Cook vor den stark gestiegenen Preisen für Speicherchips und räumte ein, dass sie nach dem geringen Effekt im Dezember-Quartal im laufenden Quartal „größere Auswirkungen“ auf die Bruttomarge haben würden. Zudem erwarte das Management, dass die Preise über das laufende Quartal hinaus „signifikant“ steigen würden.
Auf der Analystenkonferenz drehten sich zudem etliche Fragen um die Kooperation mit Google. Dabei wird Apple künftig das KI-Modell Gemini von Google für die hauseigenen Apple-Intelligence-Lösungen nutzen. Allerdings wollte sich Cook nicht zu Details des Deals äußern.
So sehen die Schätzungen aus
Analysten prognostizieren für das im September endende Fiskaljahr 2025/26 einen Umsatzanstieg um 11,7 Prozent auf 464,7 Milliarden Dollar.
Dabei soll der Gewinn vor Zinsen und Steuern um 8,8 Prozent auf 144,8 Milliarden Dollar zulegen. Damit würde die Marge allerdings deutlich nachgeben, von 32,0 auf 31,2 Prozent.
Nun gilt es zu beobachten, ob und wie sehr Analysten – nach den überraschend starken Quartalszahlen und dem guten Quartalsausblick – in den nächsten Tagen ihre Umsatz- und Ebit-Schätzungen für das Fiskaljahr 2025/26 erhöhen könnten.
Wie geht’s weiter mit der Aktie?
Der Börsenwert liegt bei 3,8 Billionen Dollar. Abzüglich des Netto-Cash-Bestands von 54,3 Milliarden Dollar liegt der Enterprise Value (EV) bei 3,75 Milliarden Dollar.
Das entspricht dem 25,9-Fachen des von Analysten für 2025/26 vorhergesagten Ebit. Das zeigt, welch massives Wachstum in der Aktie eingepreist ist. Auf Basis der 2026/27er-Schätzungen (171,1 Milliarden Dollar) geht das Multiple auf das 21,9-Fache zurück, was allerdings immer noch ein stolze Bewertung ist.
Und das KGV auf Basis der 2025/26er-Schätzungen liegt bei 28,1.
Meiner Meinung nach könnte die Apple-Aktie kurzfristig seitwärts tendieren, weil die Sorgen der Investoren vor möglicherweise weiter steigenden Preisen für Speicherchips anhalten werden. Wenn die Lage bei den Halbleitern allerdings nicht völlig eskalieren sollte, könnte das Apple-Papier anschließend wieder nach oben drehen, schließlich brummt das wichtige iPhone-Geschäft derzeit so stark wie schon lange nicht mehr.
BNP Paribas bietet auf die Aktie von Apple (865985) Mini Futures, Unlimited Turbos, Optionsscheine, Faktor-Optionsscheine und weitere Produkte an.

Egmond Haidt
Der Autor dieses Beitrags, Egmond Haidt, arbeitete nach seiner Bankausbildung und dem BWL-Studium ab 2000 als Redakteur bei BÖRSE ONLINE. Seit Juli 2013 ist der Finanzjournalist als Freiberufler tätig. Jeden Dienstag ab 18 Uhr analysiert er die neuesten Entwicklungen am Finanzmarkt in der Sendung Euer Egmond.
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