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Apple – Neuer Vorstandschef warnt vor deutlichem Margenrückgang
Der iPhone-Hersteller hat Quartalszahlen vorgelegt. Geht die Rekordfahrt der Aktie weiter?
Mit einem Kurseinbruch von rund 4 Prozent hat die Apple-Aktie auf die Vorlage der Quartalszahlen am Montagabend, dem 2. November, reagiert. Einerseits sind die Ergebnisse gemischt ausgefallen, andererseits sorgt die Warnung von Vorstandschef John Ternus vor einem weiteren Margenrückgang für Verunsicherung bei Investoren. Ternus hatte das Ruder am 1. September von seinem Vorgänger Tim Cook übernommen.
Im per September beendeten vierten Quartal des Fiskaljahrs 2025/26 ist der Konzernumsatz um 11,7 Prozent auf 114,48 Milliarden Dollar gestiegen, das lag leicht über den Schätzungen der Analysten von 113,47 Milliarden Dollar.
Dabei legten die iPhone-Erlöse trotz Lieferschwierigkeiten um 17,5 Prozent auf 57,59 Milliarden Dollar zu, womit die Erwartungen von 56,49 Milliarden Dollar leicht übertroffen wurden. Damit bleibt das iPhone der mit weitem Abstand wichtigste Umsatzlieferant von Apple.
Hingegen kletterten die Service-Umsätze um lediglich 9,8 Prozent auf 31,57 Milliarden Dollar und haben damit die Erwartungen von 31,58 Milliarden Dollar genau getroffen. Das war allerdings das niedrigste Wachstum seit dem zweiten Quartal 2023.
Gleichzeitig gingen die Einnahmen aus dem Wearables-Geschäft um 7,9 Prozent auf 8,30 Milliarden Dollar zurück und verfehlten damit die Erwartungen von 9,0 Milliarden Dollar deutlich.
Bei der Umsatzverteilung nach Regionen enttäuschte das Geschäft in Großchina trotz eines Umsatzplus von 21,0 Prozent auf 17,54 Milliarden Dollar, schließlich wurden die Erwartungen von 18,75 Milliarden Dollar bei Weitem verfehlt.
Außerdem ist die Bruttomarge auf Konzernebene auf 47,9 Prozent zurückgegangen. Dabei war sie durch die Rückzahlung von US-Strafzöllen um 1 Prozentpunkt nach oben getrieben worden. Grund für den Rückgang waren die stark gestiegenen Preise für Speicherchips. Im dritten Quartal 2025/26 hatte die Marge noch bei 50,1 Prozent gelegen.
Wenn man die Rückzahlung von US-Strafzöllen aus dem Juni- und dem September-Quartal herausrechnen würde, wäre die Bruttomarge in beiden Quartalen um jeweils 1 Prozentpunkt gegenüber dem Vorquartal zurückgegangen, so das Management auf der Analystenkonferenz. Ohne die Rückzahlung hätte die Marge im vierten Quartal 2025/26 also bei 46,9 Prozent gelegen.
Hingegen stieg der Gewinn je Aktie um 13,5 Prozent auf 2,10 Dollar und übertraf damit die Erwartungen von 2,00 Dollar deutlich. Dabei machte die Rückzahlung von US-Strafzöllen 0,05 Dollar aus.
Hingegen kann sich die Entwicklung beim Cashflow sehen lassen: Jener aus dem operativen Geschäft ist etwas zurückgegangen, auf 28,1 Milliarden Dollar. Weil gleichzeitig die Investitionen auf 2,2 Milliarden Dollar eingebrochen sind, stand ein Free Cashflow von 25,9 Milliarden Dollar zu Buche.
Das Management hat Aktionäre an dem guten Cashflow teilhaben lassen und ihnen 28,0 Milliarden Dollar zukommen lassen, dabei 24 Milliarden Dollar über Aktienrückkäufe und 3,9 Milliarden Dollar über Dividenden.
Ausblick sorgt für Ernüchterung
Wenig begeistert waren Investoren hingegen vom Ausblick. Zwar soll der Umsatz im laufenden ersten Quartal 2026/27 um 7 bis 10 Prozent steigen, was deutlich über den Erwartungen von 6,1 Prozent lag, allerdings soll sich das Wachstum im Service-Geschäft auf 8 bis 9 Prozent abschwächen.
Gleichzeitig soll die Bruttomarge auf Konzerneben auf 45 bis 46 Prozent zurückgehen. Die Mitte der Spanne (45,5 Prozent) bedeutet einen Rückgang um 1,4 Prozentpunkte gegenüber dem Vorquartal. Gründe seien ein weiterer Anstieg der Preise für Speicherchips sowie für das Hochfahren des KI-Agenten Siri AI.
„Das was wir bei den Speicherchip-Preisen sehen, ist beispiellos“, sagte Ternus auf der Analystenkonferenz. Das Unternehmen erwarte, dass die Speicherchip-Preise im laufenden Quartal ebenso weiter steigen wie im darauf folgenden Quartal.
Wie geht’s weiter mit der Aktie?
Nachdem die Aktie nach der vorherigen Rekordfahrt nach der Zahlenvorlage eingebrochen ist, liegt der Börsenwert bei 4,74 Billionen Dollar. Abzüglich des Netto-Cash-Bestands von 56,8 Milliarden Dollar liegt der Enterprise Value (EV) bei 4,68 Billionen Dollar.
Das entspricht dem 28,0-Fachen des von Analysten für das Fiskaljahr 2026/27 prognostizierten Ebit (Gewinn vor Zinsen und Steuern). Die sehr hohe Bewertung zeigt, welch enormes Wachstum in der Aktie eingepreist ist.
Dabei soll sich das Umsatzwachstum im Fiskaljahr 2026/27 laut den Schätzungen der Analysten deutlich abschwächen, auf 9,9 Prozent nach 15,1 Prozent im Vorjahr. Gleichzeitig soll die Ebit-Marge deutlich nachgeben, von 33,0 auf 31,1 Prozent für 2026/27.
Und das KGV liegt bei herben 30,0.
Nach dem enttäuschenden Margenausblick könnte die Apple-Aktie kurzfristig unter Druck bleiben.
Allerdings würde sie Auftrieb bekommen, falls Investoren weiterhin viele Chip- und KI-Aktien verkaufen sollten, weil die Investoren zunehmend Sorge bekommen könnten, dass die Chip-/KI-Blase tatsächlich geplatzt sein könnte.
In diesem Szenario dürften Investoren verstärkt in die Apple-Aktie flüchten, schließlich war die Korrelation zwischen der Apple-Aktie und dem Nasdaq 100 zuletzt zum ersten Mal überhaupt negativ – wenn also der Nasdaq 100 steigt, fällt die Apple-Aktie und umgekehrt. Im Gegensatz zu vielen Chip-/KI-Unternehmen hat Apple kaum etwas in den Bereich KI investiert und verfügt damit über einen starken Free Cashflow. Diese Aussicht sollten das Apple-Papier in den nächsten Wochen stützen.
BNP Paribas bietet auf die Aktie von Apple (865985) Mini Futures, Unlimited Turbos, Optionsscheine, Faktor-Optionsscheine und weitere Produkte an.

Egmond Haidt
Der Autor dieses Beitrags, Egmond Haidt, arbeitete nach seiner Bankausbildung und dem BWL-Studium ab 2000 als Redakteur bei BÖRSE ONLINE. Seit Juli 2013 ist der Finanzjournalist als Freiberufler tätig. Jeden Dienstag ab 18 Uhr analysiert er die neuesten Entwicklungen am Finanzmarkt in der Sendung Euer Egmond.
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