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ASML Holding – Kapazitäten sollen 2028 noch stärker ausgebaut werden als geplant
Der KI-Boom hat dem niederländischen Chipzulieferer einmal mehr Rekordergebnisse beschert. Geht die Aktie wieder auf Rekordfahrt?
Mit einer kleinen Berg- und Talfahrt hat die Aktie von ASML Holding auf die Veröffentlichung der Quartalszahlen am 14. Oktober reagiert, aktuell steht ein Plus von 1,5 Prozent zu Buche. Sie sind trotz der Rekordwerte bei Umsatz und Bruttomarge allerdings gemischt ausgefallen, während das Management um Vorstandschef Christophe Fouquet die Jahresprognose zum dritten Mal in diesem Jahr angehoben hat.
Zudem hat das Management betont, dass die geplanten Kapazitätserweiterungen für 2027 und 2028 nicht ausreichen würden, um die boomende Nachfrage zu befriedigen, weshalb gerade die Kapazitäten für 2028 noch stärker ausgebaut werden müssten als bislang geplant.
Im dritten Quartal ist der Umsatz des Chipzulieferers um 25,0 Prozent gegenüber dem Vorquartal auf 11,66 Milliarden Euro gestiegen. Das lag allerdings leicht unter den Schätzungen der Analysten von 11,72 Milliarden Euro.
Zudem hat sich die Bruttomarge gegenüber dem Vorquartal von ohnehin starken 54,0 auf nun 57,5 Prozent deutlich verbessert.
Außerdem ist der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) gegenüber dem Vorquartal um 49,7 Prozent auf 5,17 Milliarden Euro nach oben geschossen, das lag deutlich über den Erwartungen von 4,94 Milliarden Euro. Damit ist die Marge von 37,1 auf 44,4 Prozent nach oben gesprungen.
Schlussendlich ist der Gewinn je Aktie gegenüber dem Vorquartal um 70,6 Prozent auf 12,93 Euro nach oben geschossen.
Zudem hat das Management für 4,1 Milliarden Euro Aktien zurückgekauft.
Starke Prognose
Das Management gab sich mit den Ergebnissen sehr zufrieden und eine starke Prognose ab. Demnach soll der Umsatz im vierten Quartal auf 14,2 bis 15,2 Milliarden Euro steigen. Die Mitte der Spanne (14,7 Milliarden Euro) bedeutet einen Sprung um herbe 26,1 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Damit würde sich das Wachstum bei ASML weiter beschleunigen.
Zudem soll die Bruttomarge 57 Prozent erreichen, womit sie weitgehend stabil bleiben würde.
Außerdem soll der Umsatz im Gesamtjahr 2026 auf 44 bis 45 Milliarden Euro zulegen, statt der zuvor geplanten 43 bis 45 Milliarden Euro.
Dabei plant das Management eine Bruttomarge von 56 Prozent, statt der zuvor avisierten 54 bis 56 Prozent.
Das Management betonte außerdem, dass die Nachfrage der Kunden aufgrund des KI-Booms „sehr, sehr stark“ sei und die geplanten Kapazitäten für 2027 und 2028 nicht ausreichen würden, um die Nachfrage zu befriedigen. Daher sollen gerade die Kapazitäten für 2028 noch stärker ausgebaut werden als die zuvor geplanten 30 Prozent.
Es gebe „eine Menge an Auftragseingängen für 2028“, sagte Fouquet. Zudem gebe es starkes Interesse von Kunden, bereits Aufträge für 2029 und teilweise sogar für 2030 zu platzieren. Damit stünden die Kapazitätserweiterungen ganz oben auf der Agenda des Managements.
Bei der Vorlage der Halbjahreszahlen im Juli hatte das Management gesagt, dass 2026 beispielsweise rund 65 Low-NA-EUV-Maschinen, die Maschinen mit der zweithöchsten Leistung von ASML, produziert werden sollen, was einen Anstieg um 45 Prozent bedeute. Für 2027 werde ein weiteres Plus von 30 Prozent angestrebt, während ASML aufgrund des starken Auftragseingangs für 2028 einen weiteren Zuwachs von 30 Prozent prüfe.
Das Management will das boomende Marktumfeld für weitere Preiserhöhungen nutzen, wie es nun nach der Vorlage der 9-Monats-Zahlen betonte. Die Erhöhungen sollen teilweise in den 2027er-Zahlen sichtbar werden und 2028 voll auf die Ergebnisse durchschlagen.
Wie geht’s weiter mit der Aktie?
Nach dem Seitwärtstrend der Aktie in den vergangenen Monaten liegt der Börsenwert bei 596,7 Milliarden Euro. Abzüglich des Netto-Cash-Bestands von 10,8 Milliarden Euro liegt der Enterprise Value (EV) bei 585,9 Milliarden Euro.
Das entspricht dem 25,0-Fachen des von Analysten für 2027 prognostizierten Ebit (23,4 Milliarden Euro). Die sehr hohe Bewertung zeigt, welch enormes Wachstum in der Aktie eingepreist ist. Allerdings soll sich das Umsatzwachstum in den nächsten Jahren – laut den Schätzungen der Analysten – deutlich abschwächen. Hingegen soll die ohnehin sensationelle Ebit-Marge, die meilenweit über dem Niveau früherer Rekordjahre liegt, auf immer neue Rekordhochs verbessert werden.
Zum Vergleich: Das vergleichbare Multiple von Nvidia für das im Januar endende Fiskaljahr 2027/28 liegt bei nur 11,4. Die Bewertung von ASML ist also mehr als doppelt so hoch wie jene von Nvidia.
Auf Basis der 2028er-Schätzungen (29,9 Milliarden Euro) geht das Multiple für ASML zwar auf das 19,6-Fache zurück, allerdings ist das immer noch eine sehr hohe Bewertung.
Und das 2027er-KGV liegt bei 29,1.
Ehrlich gesagt ist es unheimlich schwierig, vorherzusagen, wie es mit der Aktie von ASML Holding kurzfristig weitergehen könnte. Wenn man sich die vom KI-Boom gezeichneten Quartalszahlen und gerade die geplante massive Kapazitätserweiterung für die nächsten Jahre anschaut, müsste die Rekordfahrt des Papiers eigentlich weitergehen.
Allerdings bleibt die Frage, ob die Nachfrage im KI-Bereich in den nächsten Jahren tatsächlich noch viel stärker boomen wird als derzeit ohnehin schon, schließlich haben in den vergangenen Wochen etliche Experten Fragen bezüglich der Finanzierbarkeit der massiven Investitionen aufgeworfen. Wie lange werden Investoren die massiven Investitionen bei den Hyperscalern sowie bei OpenAI und Anthropic noch finanzieren, falls die Zinsen für die KI-Unternehmen immer weiter steigen sollten?
Vor diesem Hintergrund gilt es, die Nachrichten aus dem Chip-/ KI-Sektor weiter ganz genau zu beobachten. Falls bei Investoren erneut Sorgen hochkochen sollten, dass die Schuldensause im KI-Bereich in den nächsten Jahren nicht noch viel stärker weitergehen könnte als ohnehin schon, sollte die ASML-Aktie meiner Meinung nach nach unten drehen. Die nächsten Kursimpulse dürfte die Analystenkonferenz liefern, die um 15 Uhr startet.
BNP Paribas bietet auf die Aktie von ASML Holding (A0M190) Mini Futures, Unlimited Turbos, Optionsscheine, Faktor-Optionsscheine und weitere Produkte an.

Egmond Haidt
Der Autor dieses Beitrags, Egmond Haidt, arbeitete nach seiner Bankausbildung und dem BWL-Studium ab 2000 als Redakteur bei BÖRSE ONLINE. Seit Juli 2013 ist der Finanzjournalist als Freiberufler tätig. Jeden Dienstag ab 18 Uhr analysiert er die neuesten Entwicklungen am Finanzmarkt in der Sendung Euer Egmond.
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