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AST SpaceMobile – Aktie des Konkurrenten von Musks Firma SpaceX in Bewegung
Der US-Anbieter von Breitbandmobilfunk per Satellit hat mit der Kommerzialisierung seines Geschäfts begonnen. Fliegt das Papier noch viel weiter in die Stratosphäre?
Von einem Rekordhoch zum nächsten schießt die Aktie von AST SpaceMobile nach oben. Seit Anfang 2026 ist das Papier um 56,4 Prozent nach oben geschossen, gegenüber Anfang 2025 steht damit eine Explosion um sensationelle 420 Prozent zu Buche. Investoren sind euphorisiert, weil das Unternehmen im dritten Quartal mit der Kommerzialisierung seines Geschäfts begonnen hat. Wie hoch kann die Aktie noch fliegen?
AST SpaceMobile lässt hauseigene Satelliten in den Orbit schießen, um mit deren Hilfe Breitbandmobilfunk/Internet über herkömmliche Smartphones zur Verfügung zu stellen. Das Unternehmen ist damit ein Wettbewerber von SpaceX, einem der Unternehmen von Elon Musk, mit seinem Starlink-Satelliten-Mobilfunk- und Internetdienst. AST stellt zudem seine Satelliten auch der US-Regierung zur Verfügung.
Allerdings ist SpaceX auch ein Partner von AST, schließlich hat SpaceX die ersten fünf Satelliten von AST ins All geschossen. Inzwischen arbeitet die Firma auch mit anderen Partnern zusammen, zum Beispiel mit Blue Origin von Jeff Bezos.
Im dritten Quartal hat AST SpaceMobile einen Umsatz von 14,7 Millionen Dollar erzielt, nach 1,2 Millionen Dollar im Vorquartal.
Dabei stand im dritten Quartal ein bereinigter Verlust vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 53,0 Millionen Dollar zu Buche. In diesem frühen Stadium schreibt die Firma logischerweise heftige rote Zahlen.
Zudem sind die Investitionen etwas zurückgegangen, auf 258,9 Millionen Dollar nach 322,8 Millionen Dollar im Vorquartal.
Bei der Zahlenvorlage am 10. November zeigte sich Vorstandschef Abel Avellan dennoch sehr zufrieden, und verwies darauf, dass die Firma zuletzt die Kooperation mit dem US-Mobilfunkriesen Verizon ausgeweitet und mit der Saudi Telecom einen neuen Kunden an Land gezogen habe.
Dabei sollen die Verizon-Kunden im Laufe des Jahres 2026 die Dienste von AST nutzen können. Dasselbe gelte auch für den zweiten US-Mobilfunkprovider AT&T, mit dem AST ebenfalls zusammenarbeitet.
Damit arbeite AST mit mehr als 50 Mobilfunkprovidern zusammen, die rund 3 Milliarden Kunden hätten. Zudem habe die Firma inzwischen Aufträge von mehr als einer Milliarde Dollar bei Unternehmenskunden an Land gezogen.
Außerdem habe AST einen nicht näher spezifizierten Auftrag von der US-Regierung bekommen. Das sei zudem das beste Umfeld mit Bezug auf die US-Regierung seit dem Wettlauf ins All mit der damaligen Sowjetunion in den 1960er-Jahren.
Die Firma arbeite daran, in den nächsten Quartalen etliche neue Satelliten ins All schießen zu lassen, um schlussendlich eine landesweite Abdeckung in den USA zu erreichen. Das stehe ganz oben auf der Agenda, später sollen die Märkte in Kanada, Japan, Saudi-Arabien und Großbritannien folgen. Außerdem habe AST eine Kooperation mit Vodafone für den europäischen Markt geschlossen.
45 bis 60 Satelliten bis Ende 2026 angestrebt
Um die Expansion voranzutreiben, hat die Firma zuletzt zwei neue Werke eröffnet, eines im US-Bundesstaat Texas und eines in Florida. Mit dem Hochfahren der Kapazitäten wollte das Unternehmen Ende 2025 in der Lage sein, sechs Satelliten pro Monat zu produzieren.
Avellan hat zudem für das zweite Halbjahr 2025 einen Umsatz von 50,0 bis 75,0 Millionen Dollar in Aussicht gestellt.
Laut Avellan ist die Firma zudem gut unterwegs, um bis zum Ende des ersten Quartals 2026 fünf Satelliten ins All zu schießen. In den nächsten Monaten sollen die Starts deutlich zunehmen, um damit bis Ende 2026 insgesamt 45 bis 60 Satelliten im All zu haben. Die Firma hat am 24. Dezember 2025 ihren BlueBird-6-Satelliten ins All schießen lassen, damit hat sie nun insgesamt sieben Satelliten im Orbit.
Zudem hat das Unternehmen im Oktober 2025 Bruttoeinnahmen von 1,15 Milliarden Dollar durch die Emission einer 10-jährige Wandelanleihe mit einem Kupon von lediglich 2,0 Prozent generiert und damit seinen Cash-Bestand von 1,2 Milliarden Dollar per Ende September deutlich aufgestockt. Damit sei die Firma durchfinanziert für die geplanten 100 Satellitenstarts, wobei der Bau einer Rakete inklusive des Starts insgesamt rund 21 bis 23 Millionen Dollar koste.
So sehen die Schätzungen aus
Analysten prognostizieren für 2025 einen Umsatz von 56,7 Millionen Dollar, 2026 soll er auf 214,0 Millionen Dollar nach oben schießen und 2027 sogar 761,6 Millionen Dollar erreichen.
Dabei soll 2025 ein bereinigter Ebit-Verlust von 262,0 Millionen Dollar zu Buche stehen, der 2026 etwas steigen soll, auf 291,0 Millionen Dollar. Hingegen soll 2027 der Turnaround gelingen und ein bereinigter Ebit-Gewinn von 12,3 Millionen Dollar erwirtschaftet werden.
Allerdings liegen die Schätzungen der einzelnen Analysten logischerweise meilenweit auseinander. Und selbstverständlich sind die Schätzungen mit riesiger Unsicherheit behaftet, schließlich kann niemand seriös vorhersagen, ob es AST gelingt, die Produktion zügig hochzufahren, und ob anschließend mit den Raketenstarts alles wie geplant läuft.
Wie geht’s weiter mit der Aktie?
Nach der Kursexplosion liegt der Börsenwert bei 41,9 Milliarden Dollar. Abzüglich des Netto-Cash-Bestands von 513,5 Millionen Dollar liegt der Enterprise Value (EV) bei 41,4 Milliarden Dollar.
Das entspricht dem 214,6-Fachen des von Analysten für 2026 vorhergesagten Umsatzes. Auf Basis der 2027er-Schätzungen geht das Multiple auf das 59,2-Fache zurück, was aber immer noch eine geradezu astronomische Bewertung ist.
Für 2026 wird ein bereinigter Verlust je Aktie von 1,01 Dollar erwartet, weshalb man kein KGV berechnen kann. Auf Basis der 2027er-Schätzungen liegt es bei horrenden 256,4.
Abgesehen von jederzeit möglichen zwischenzeitlichen deutlichen Schwankungen dürfte der Höhenflug der AST-Aktie trotz der exorbitanten Bewertung meiner Meinung nach dennoch weitergehen. Denn nach der Beilegung der Grönland-Krise ist der US-Aktienmarkt wieder auf Rekordfahrt, wobei gerade die Small Caps auf der Überholspur und ebenfalls auf Rekordfahrt sind. In dem Szenario dürfte die Euphorie der Anleger bei AST anhalten und die Aktie noch weiter in den Orbit schießen.
BNP Paribas bietet auf die Aktie von AST SpaceMobile (A3CL8W) Mini Futures, Faktor-Optionsscheine und weitere Produkte an.

Egmond Haidt
Der Autor dieses Beitrags, Egmond Haidt, arbeitete nach seiner Bankausbildung und dem BWL-Studium ab 2000 als Redakteur bei BÖRSE ONLINE. Seit Juli 2013 ist der Finanzjournalist als Freiberufler tätig. Jeden Dienstag ab 18 Uhr analysiert er die neuesten Entwicklungen am Finanzmarkt in der Sendung Euer Egmond.
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