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AXT – Mit Verdopplung der Kapazitäten auf KI-Boom reagieren
Der US-amerikanische Wafer-Hersteller erfreut sich einer florierenden Nachfrage. Wie geht’s weiter mit der Aktie?
Die Aktie von AXT war in den vergangenen 12 Monaten eine noch viel größere Kursrakete als viele Papiere aus dem Chipsektor. Umso heftiger war die Berg- und Talfahrt der AXT-Aktie nach dem Rekordhoch vom Mai 2026 bei knapp 141 Dollar. Zuletzt war sie einmal mehr kräftig nach oben geschossen, gab aber anschließend wieder deutlich nach. Wie geht’s weiter?
AXT stellt hochleistungsfähige Halbleitersubstrate, sogenannte Wafer, aus speziellen Materialien wie Indiumphosphid, Galliumarsenid und Germanium her. Die Wafer dienen als Grundlage für die Herstellung von Chips, LEDs, Lasern und Sensoren in der optischen und drahtlosen Kommunikation.
Im zweiten Quartal ist der Umsatz von AXT um 165 Prozent auf den Rekord von 47,59 Millionen Dollar nach oben geschossen. Dabei sind die Erlöse mit Indiumphosphid-Wafern auf den Rekord von 30,7 Millionen Dollar nach oben geschossen und machen damit den mit weitem Abstand größten Umsatzlieferanten aus. Sie werden in optischen Netzen in Rechenzentren verwendet, womit die Firma enorm vom KI-Boom profitiert.
Außerdem beliefen sich die Einnahmen mit Galliumarsenid-Wafern auf 6,6 Millionen Dollar. Diesem Bereich kam die starke Nachfrage nach Industrierobotern und Lasern für Rechenzentren zugute. Zudem steuerten die Joint Ventures für Rohstoffe 10 Millionen Dollar bei.
Dabei hat sich die bereinigte Bruttomarge auf Konzernebene auf 45,0 Prozent mehr als verfünffacht, nach 8,2 Prozent im Vorjahreszeitraum.
Außerdem stand ein bereinigter Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 11,2 Millionen Dollar zu Buche, gegenüber einem Ebit-Verlust von 6,1 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum. Damit ist die Marge auf 23,5 Prozent nach oben geschossen.
Die Lage beim Cashflow sah wie folgt aus: Jener aus dem operativen Geschäft lag bei 10,8 Millionen Dollar. Abzüglich der Investitionen von 7,2 Millionen Dollar stand ein Free Cashflow von 3,6 Millionen Dollar zu Buche.
Das Management um Vorstandschef Morris S. Young hat das hervorragende Umfeld genutzt, um im April eine Kapitalerhöhung durchzuführen und dabei Bruttoeinnahmen von 632 Millionen Dollar zu generieren.
Außerdem hat das Unternehmen im zweiten Quartal einen langfristigen Vertag mit der chinesischen Firma Nanjing Casela Technologies über die Lieferung von Indiumphosphid-Wafern geschlossen und dabei eine Vorauszahlung von 22,3 Millionen Dollar erhalten. Zudem flossen 25,4 Millionen Dollar aus einem ähnlichen langfristigen Vertrag mit dem US-Hersteller von Laserequipment Coherent.
Guter Ausblick
Bei der Zahlenvorlage am 30. Juli gab sich Vorstandschef Young sehr zufrieden mit den Ergebnissen und betonte, dass das Unternehmen einen „Wendepunkt“ bei der Profitabilität erreicht habe. Zudem gab sich der Firmenlenker zuversichtlich, dass die Firma weiter kräftig wachsen werde.
Er sagte, dass der Auftragsbestand bei mehr als 100 Millionen Dollar liege, wollte aber keine genauen Zahlen hierzu bekannt geben.
Für das dritte Quartal hat Young einen Umsatz von 66 Millionen Dollar in Aussicht gestellt, das bedeutet einen Anstieg um 136 Prozent. Größere Einnahmen wären möglich, falls es die entsprechenden Genehmigungen der USA für die Ausfuhr nach China geben sollte.
Zudem sollen die Kapazitäten bei Indiumphosphid im vierten Quartal gegenüber dem Vorjahr mehr als verdreifacht werden, auf 60 Millionen Dollar, und anschließend weiter aufgestockt werden. Im vierten Quartal 2027 sollen es 130 Millionen Dollar sein, was mehr als eine Verdoppelung wäre.
So sehen die Schätzungen aus
Analysten prognostizieren für 2026 einen Umsatzsprung um 146,8 Prozent auf 218,0 Millionen Dollar. 2027 soll der Erlös um 111,3 Prozent auf 460,6 Millionen Dollar nach oben schießen.
Dabei soll 2026 beim bereinigten Ebit der Turnaround gelingen und 53,72 Millionen Dollar zu Buche stehen, gefolgt von einem Sprung um 203,9 Prozent auf 163,2 Millionen Dollar für 2027. Damit würde sich die Marge jeweils drastisch verbessern, zuerst von minus 24,9 Prozent auf (plus) 24,6 Prozent, 2027 sollen es sogar 35,4 Prozent werden.
Selbstverständlich sind die Schätzungen mit enormer Unsicherheit behaftet, schließlich kann niemand vorhersagen, ob und wie sehr der KI-Boom in den nächsten Jahren weitergehen könnte.
Wie geht’s weiter mit der Aktie?
Nach der Berg- und Talfahrt liegt der Börsenwert bei 4,4 Milliarden Dollar. Abzüglich des Netto-Cash-Bestands von 361,0 Millionen Dollar liegt der Enterprise Value (EV) bei 4,04 Milliarden Dollar.
Das entspricht dem 24,8-Fachen des von Analysten für 2027 prognostizierten Ebit. Das ist eine sehr hohe Bewertung, allerdings soll der Umsatz – laut den Schätzungen der Analysten – weiterhin rasant wachsen, während die Marge drastisch verbessert werden soll.
Und das 2027er-KGV liegt bei 29,7.
Meiner Meinung nach könnte die AXT-Aktie weiterhin unter großen Schwankungen seitwärts tendieren. Dabei dürfte die Kursentwicklung vor allem von den Nachrichten zu KI abhängen, wobei die Zahlenvorlage von Nvidia am Mittwochabend, dem 27. August, ganz oben auf der Agenda steht. Sollten in den darauffolgenden Tagen die Sorgen der Investoren zurückkehren, dass das Wachstum im KI-Bereich in den nächsten Jahren bei Weitem nicht so hoch sein könnte wie bislang erwartet, dann dürfte das AXT-Papier deutlich nach unten drehen.
BNP Paribas bietet auf die Aktie von AXT (914410) Mini Futures, Faktor-Optionsscheine und weitere Produkte an.

Egmond Haidt
Der Autor dieses Beitrags, Egmond Haidt, arbeitete nach seiner Bankausbildung und dem BWL-Studium ab 2000 als Redakteur bei BÖRSE ONLINE. Seit Juli 2013 ist der Finanzjournalist als Freiberufler tätig. Jeden Dienstag ab 18 Uhr analysiert er die neuesten Entwicklungen am Finanzmarkt in der Sendung Euer Egmond.
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