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BMW – Neuer Chef schockiert Investoren mit heftiger Gewinnwarnung
Der Premiumhersteller hat mit dem Absatzeinbruch in China und den Folgen des Iran-Kriegs zu kämpfen. Das Management wird daher das Sparprogramm deutlich verschärfen.
Mit einem Kurseinbruch reagiert die BMW-Aktie auf die am Dienstagabend, dem 16. Juni, veröffentlichte Gewinnwarnung. Sie zeigt, dass der Premiumhersteller noch deutlich stärker unter dem schwierigen Marktumfeld leidet, als Experten und Investoren bisher erwartet hatten.
Das Management von BMW unter dem neuen Vorstandschef Milan Nedeljkovic, der erst im Mai an die Unternehmensspitze aufgerückt war, führte die Probleme einerseits auf die schwache Geschäftsentwicklung in China zurück, „insbesondere bei den nicht elektrifizierten Fahrzeugen“, so die Pressemeldung.
Dabei habe der Branchenverband China Passenger Car Association (CPCA) die Marktprognose für das Gesamtjahr wiederholt nach unten korrigiert, zuletzt am Montag dieser Woche. „Dies führt zu einer intensiveren Wettbewerbssituation in China und in Ländern der Region Asien-Pazifik, der sich die BMW Group nicht entziehen kann“, so die Pressemeldung.
Auf einer Telefonkonferenz sagte Finanzchef Walter Mertl, dass das Management von einem stabilen Absatz in China von rund 50.000 Fahrzeugen pro Monat ausgegangen sei. Allerdings sei der Absatz im ersten Quartal bereits um 10 Prozent eingebrochen, im Mai und April habe sich der Abwärtstrend beschleunigt, womit die Verkäufe zwischen Januar und Mai um 17,6 Prozent unter dem Vorjahresniveau gelegen hätten.
Andererseits würden die Folgen des Iran-Kriegs BMW deutlich belasten. So würden die hohen Energiepreise die Kosten für BMW nach oben treiben. Außerdem drücke die Unsicherheit auf die Stimmung der Verbraucher, woraufhin sie sich beim Kaufen von Autos zurückhalten.
Aufgrund dieser Effekte sei es im zweiten Quartal „zu einem deutlichen Rückgang bei Ergebnis sowie Free Cashflow gegenüber Vorjahr“ gekommen, so die Pressemeldung.
Prognose drastisch gesenkt
Das Management reagiert auf das schwache Geschäft und hat den Ausblick kräftig gestutzt. So soll der Autoabsatz „leicht“ zurückgehen, bislang war hingegen ein stabiler Absatz geplant.
Zudem soll die Ebit-Marge (Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit)) nur 1 bis 3 Prozent erreichen, statt der zuvor avisierten 4 bis 6 Prozent.
Außerdem soll der Gewinn vor Steuern auf Konzernebene „deutlich“ zurückgehen, statt des zuvor prognostizierten „moderaten“ Rückgangs. Ein „deutlicher“ Rückgang bedeutet für BMW einen um mindestens 15 Prozent, während bei „moderat“ einer um 10 bis 14,9 Prozent erwartet wird.
Schlussendlich soll der Free Cashflow im Autogeschäft mehr als 2,5 Milliarden Euro erreichen, bislang waren aber mehr als 4,5 Milliarden Euro geplant.
Aufgrund des schwachen Geschäfts wird das Management das Sparprogramm verschärfen. Die Effekte der Maßnahmen sollen allerdings erst in den Folgejahren sichtbar werden, während die Maßnahmen das Ergebnis im zweiten Halbjahr 2026 „einmalig“ belasten werden.
Wie geht’s weiter mit der Aktie?
Nun gilt es zu schauen, wie stark Analysten in den nächsten Tagen die Umsatz- und Gewinnschätzungen für 2026 und 2027 senken werden, nachdem die Finanzprofis in den vergangenen Quartalen ihre Erwartungen ohnehin immer weiter nach unten geschraubt hatten.
Nach dem Kurseinbruch auf Mehrjahrestiefs liegt der Börsenwert bei 39,1 Milliarden Euro. Inklusive der Nettoschulden von 90,5 Milliarden Euro (per Ende März) liegt der Enterprise Value (EV) bei 129,6 Milliarden Euro.
Das entspricht dem 12,4-Fachen des von Analysten für 2027 prognostizierten Ebit. Je stärker sie ihre Erwartungen nach unten korrigieren sollten, umso mehr würde das Multiple steigen.
Meiner Meinung nach sollte die Talfahrt der BMW-Aktie weitergehen, weil das Geschäft des Premiumherstellers immer mehr unter Druck kommt und es meiner Meinung nach keinerlei Anzeichen für eine mögliche Erholung gibt. Ich hatte am Dienstag, dem 16. Juni, in meiner Sendung „Euer Egmond“ einmal mehr vor den trüben Aussichten für die deutschen Autobauer Mercedes-Benz, BMW und Volkswagen gewarnt.
Investoren warten gespannt auf die Vorlage des Halbjahresberichts von BMW am 30. Juli.
BNP Paribas bietet auf die Aktie von BMW (519000) Mini Futures, Unlimited Turbos, Optionsscheine, Faktor-Optionsscheine und weitere Produkte an.

Egmond Haidt
Der Autor dieses Beitrags, Egmond Haidt, arbeitete nach seiner Bankausbildung und dem BWL-Studium ab 2000 als Redakteur bei BÖRSE ONLINE. Seit Juli 2013 ist der Finanzjournalist als Freiberufler tätig. Jeden Dienstag ab 18 Uhr analysiert er die neuesten Entwicklungen am Finanzmarkt in der Sendung Euer Egmond.
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