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Carlisle Companies – Bei der Profitabilität die Branche klar anführen
Der US-Bauzulieferer hat mit einem schwierigen Umfeld zu kämpfen. Dennoch sieht sich das Management gut unterwegs in Richtung der Langfristziele.
Die Carlisle-Aktie war in den vergangenen Monaten im Rally-Modus. Für kräftigen Rückenwind hat dabei die Vorlage der 2025er-Ergebnisse am 3. Februar gesorgt, woraufhin die Aktie nach oben geschossen ist und anschließend die Klettertour fortgesetzt hat, ehe das Papier zuletzt etwas nachgegeben hat. Investoren honorieren die gute Geschäftsentwicklung und setzen darauf, dass Vorstandschef Chris Koch, der den US-Bauzulieferer seit 10 Jahren leitet, das Geschäft weiter erfolgreich vorantreibt.
Der mit weitem Abstand wichtigste Umsatz- und Gewinnlieferant sind dabei Dachabdichtungssysteme und garantierte Dachsysteme sowie Zubehör für Gewerbeimmobilien. Das Unternehmen produziert EPDM-Bahnen (Ethylen-Propylen-Dien-Monomer), technische Metalldach- und Wandpaneelsysteme.
Zudem stellt das Unternehmen Lösungen für die Gebäudehülle her, die die Energieeffizienz und Nachhaltigkeit von Wohn- und Gewerbegebäuden fördern. Zu den Produkten gehören Abdichtungs- und Feuchtigkeitsschutzprodukte, schützende Unterspannbahnen für Dächer sowie flüssige und bahnförmige Luft-/Dampfsperren.
Solide Ergebnisse
2025 ist der Umsatz um 0,3 Prozent auf 5,0 Milliarden Dollar gesunken. Während das Geschäft organisch um 2,9 Prozent geschrumpft ist, habe Übernahmen die Erlöse um 3,2 Prozentpunkte nach oben getrieben. Dabei entfielen rund 80 Prozent der Einnahmen auf den Bereich Gewerbeimmobilien.
Das Unternehmen leidet darunter, dass der Neubau von herkömmlichen Gewerbeimmobilien in den USA schwächelt, weil Unternehmen einen wichtigen Teil ihrer Investitionen lieber in den Bau von Rechenzentren stecken.
Auf der Analystenkonferenz betonte Vorstandschef Koch daher, wie wichtig das Geschäft mit Dacherneuerungen für Carlisle Companies sei. Derzeit seien 70 Prozent der Gewerbeimmobilien in den USA mehr als 25 Jahre alt, während das Dach üblicherweise nach 20 bis 30 Jahren erneuert werden müsse. Das biete weiterhin gute Geschäftsperspektiven für Carlisle.
Bei der Umsatzverteilung nach Regionen entfielen 4,5 Milliarden Dollar auf die USA, was zeigt, wie stark das Geschäft vom Heimatmarkt abhängt.
Dabei ist der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) auf Konzernebene um 8 Prozent auf 1,2 Milliarden Dollar zurückgegangen, womit sich die Marge von 26,6 auf 24,4 Prozent verschlechtert hat. Allerdings sucht dieser Wert immer noch seinesgleichen in der Branche.
Zugleich ist der Gewinn je Aktie um 6 Prozent auf 17,16 Dollar gesunken.
Hingegen ist der Cashflow aus dem operativen Geschäft um 6 Prozent auf 1,1 Milliarden Dollar geklettert. Auf der Analystenkonferenz betonte das Management, dass der Cashflow damit das vierte Jahr in Folge die Marke von 1,0 Milliarden Dollar übertroffen habe.
Obwohl die Investitionen deutlich erhöht worden sind, auf 131,2 Millionen Dollar, ist der Free Cashflow auf den Rekord von 972,4 Milliarden Dollar gestiegen. Damit ist diese Marge von ohnehin starken 18,8 auf hervorragende 19,4 Prozent verbessert worden, was ebenfalls seinesgleichen sucht.
Das Management hat 2025 131 Millionen Dollar in Investitionen gesteckt, zudem flossen 110 Millionen Dollar in Akquisitionen.
Außerdem hat das Unternehmen 1,5 Milliarden Dollar an die Aktionäre zurückgegeben, davon 1,3 Milliarden Dollar über Aktienrückkäufe und 181 Millionen Dollar über Dividenden.
Guter Ausblick
Auf der Analystenkonferenz zeigte sich Koch mit den Ergebnissen zufrieden und gab einen guten Ausblick ab. Demnach soll der Umsatz 2026 im unteren einstelligen Prozentbereich wachsen.
Zudem soll die bereinigte Ebitda-Marge um rund 0,5 Prozentpunkte verbessert werden.
Außerdem sollen die Investitionen kräftig gesteigert werden, auf 200 Millionen Dollar.
Schlussendlich plane der Konzern, für bis zu 1,0 Milliarden Dollar Aktien zurückzukaufen.
Das Management betonte außerdem einmal mehr die Finanzziele des „Vision 2030“-Programms, das im Dezember 2023 auf einem Kapitalmarkttag präsentiert worden war.
Sie sehen ein Umsatzwachstum von durchschnittlich 5 Prozent pro Jahr gegenüber dem Ausgangsjahr 2023 vor. Zudem soll schlussendlich eine bereinigte Ebitda-Marge von mehr als 25 Prozent erwirtschaftet werden.
Außerdem soll der bereinigte Gewinn je Aktie in dem Zeitraum im mittleren 10er-Prozent-Bereich pro Jahr zulegen und schlussendlich mehr als 40 Dollar erreichen.
Zwar sagte Koch, dass das Unternehmen – vor dem Hintergrund des schwierigen Marktumfelds – derzeit kein bestimmtes Jahr mehr für die Erreichung der Ziele in Aussicht stelle, allerdings wolle er klar aufzeigen, in welche Richtung es gehen soll.
So sehen die Schätzungen aus
Analysten prognostizieren für 2026 einen Umsatzanstieg um 1,2 Prozent auf 5,1 Milliarden Dollar.
Dabei soll das bereinigte Ebitda um 3 Prozent auf 1,26 Milliarden Dollar zulegen. Damit würde sich die Marge leicht verbessern, von 24,4 auf 24,8 Prozent, womit die Prognose des Managements erreicht würde.
Der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) soll ebenfalls um 3 Prozent auf 1,06 Milliarden Dollar klettern.
Wie geht’s weiter mit der Aktie?
Der Börsenwert liegt bei 15,9 Milliarden Dollar. Inklusive der Nettoschulden von 1,8 Milliarden Dollar liegt der Enterprise Value (EV) bei 17,7 Milliarden Dollar.
Das entspricht dem 16,7-Fachen des von Analysten für 2026 vorhergesagten Ebit. Die meiner Meinung nach hohe Bewertung zeigt, welch kräftiges Wachstum in der Aktie eingepreist ist. Dabei soll das Umsatzwachstum 2026 sehr überschaubar ausfallen, sich – laut den Schätzungen der Analysten – 2027 allerdings auf 4,2 Prozent deutlich beschleunigen. Zudem kann sich die starke Profitabilität mehr als sehen lassen.
Auf Basis der 2027er-Schätzungen (Ebit: 1,15 Milliarden Dollar) geht das Multiple zwar auf das 15,4-Fache zurück, allerdings ist das immer noch eine ambitionierte Bewertung.
Das 2026er-KGV liegt bei 18,7 – und jenes für 2027 bei 16,5.
Meiner Meinung nach sollte die Carlisle-Aktie kurz die Rally der vergangenen Monate verdauen. Anschließend könnte das Papier in Richtung der Rekordhochs nach oben drehen. Dazu müsste es allerdings Signale geben, dass US-Unternehmen verstärkt neue Gewerbeimmobilien bauen lassen. Dabei ist von großer Bedeutung, dass die Zinsen für Unternehmenskredite wieder auf Talfahrt gehen.
BNP Paribas bietet auf die Aktie von Carlisle Companies (871884) Mini Futures, Unlimited Turbos, Faktor-Optionsscheine und weitere Produkte an.

Egmond Haidt
Der Autor dieses Beitrags, Egmond Haidt, arbeitete nach seiner Bankausbildung und dem BWL-Studium ab 2000 als Redakteur bei BÖRSE ONLINE. Seit Juli 2013 ist der Finanzjournalist als Freiberufler tätig. Jeden Dienstag ab 18 Uhr analysiert er die neuesten Entwicklungen am Finanzmarkt in der Sendung Euer Egmond.
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