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Commercial Metals – Zwei geplante Übernahmen sollen für Gewinnsprung sorgen

Das Umfeld für den US-Stahlhersteller hellt sich allmählich auf. Geht der Höhenflug der Aktie weiter?
Mit zwei geplanten Akquisitionen hat der Vorstandschef von Commercial Metals, Peter Matt, für Aufsehen bei Investoren gesorgt. Den letzten der Deals hatte Matt bei der Vorlage der Jahreszahlen am 16. Oktober angekündigt, woraufhin die Aktie kurz eingebrochen war, sich anschließend aber schnell erholt hatte und in Richtung der Rekordhochs gelaufen war. Wie geht’s weiter mit dem Papier?
Der Vorstandschef will das sich allmählich verbessernde Umfeld in den USA nutzen, um die Profitabilität und die Margen deutlich zu steigern. Schließlich führt die Politik von US-Präsident Donald Trump dazu, dass in den USA wieder mehr investiert wird, nicht zuletzt in die Infrastruktur wie in Straßen und Brücken sowie in Rechenzentren – und genau davon will Commercial Metals profitieren. Bislang schwächelt allerdings der Bau von Gewerbeimmobilien, während die hohen Hypothekenzinsen den Bau von Häusern und Wohnungen erheblich gebremst haben.
Im per August beendeten vierten Quartal des Geschäftsjahrs 2024/25 ist der Umsatz von Commercial Metals um 5,9 Prozent auf 2,11 Milliarden Dollar gestiegen. Das lag leicht über den Schätzungen der Analysten von 2,09 Milliarden Dollar.
Aufgrund deutlicher Kostensenkungen ist der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um 33 Prozent auf 291,4 Millionen Dollar nach oben geschossen. Damit hat sich die Marge stark verbessert, von 11,0 Prozent auf 13,8 Prozent.
Große Erwartungen an Übernahmen
Bei der Zahlenvorlage hat Matt die Übernahme von Foley Products für 1,84 Milliarden Dollar angekündigt. Durch den Deal steigt Commercial Metals in das Geschäft mit vorgefertigtem Stahl ein.
Solche Stahlkomponenten, beispielsweise Stützen, Träger und Bleche, werden bereits vor der Montage vor Ort in einer Fabrik hergestellt, um Bauprozesse zu beschleunigen und zu vereinfachen. Die Transaktion soll nach drei Jahren Synergien mit einer Jahresrate von 25 bis 30 Millionen Dollar bringen.
Laut Matt beläuft sich der Kaufpreis auf das 10,3-Fache des für das Kalenderjahr 2025 erwarteten Ebitda von rund 180 Millionen Dollar. Der Kaufpreis könnte meiner Meinung nach manchem Investor etwas zu hoch gewesen sein, weshalb die Commercial-Metals-Aktie nach der Bekanntgabe des Deals kurz eingeknickt war.
Dabei ist Foley Products mit einer Ebitda-Marge von mehr als 40 Prozent einer der absoluten Spitzenreiter in der Branche, das liegt meilenweit über dem Schnitt von rund 15 Prozent.
Knapp einen Monat zuvor, am 18. September, hatte Matt bereits die Akquisition von Concrete Pipe & Precast (CP&P) für 675 Millionen Dollar angekündigt. Auch dieser Deal soll bis zum Ende des Kalenderjahrs 2025 abgeschlossen werden und dem Einstieg in das Geschäft mit vorgefertigtem Stahl dienen. Dabei sollen nach drei Jahren Synergien von 5 bis 10 Millionen Dollar generiert werden.
Die beiden Akquisitionen sollen im Kalenderjahr 2025 ein Ebitda von insgesamt rund 250 Millionen Dollar erwirtschaften. Laut der Präsentation auf der Homepage anlässlich des Foley-Deals würden die Transaktionen damit das bereinigte Ebitda von Commercial Metals für das Fiskaljahr 2024/25 von 837,3 Millionen Dollar um 29,8 Prozent auf knapp 1,1 Milliarden Dollar nach oben treiben und damit die Marge deutlich verbessern, von 10,7 auf 12,8 Prozent.
Nach dem möglichen Abschluss sollen allerdings die Nettoschulden von Commercial Metals von zuletzt 311 Millionen Dollar – das war lediglich das 0,4-Fache des bereinigten Ebitda der vorherigen vier Quartale und damit ein sehr niedriger Wert – auf 2,8 Milliarden Dollar steigen und damit das 2,7-Fache des Ebitda erreichen. Matt will das Multiple – wie bei größeren Akquisitionen früher – innerhalb von 18 Monaten unter das 2,0-Fache drücken.
Wegen des geplanten Schuldenabbaus will der Konzern bei den Aktienrückkäufen erst einmal auf die Bremse treten, nachdem sie sich im abgelaufenen Geschäftsquartal auf 50 Millionen Dollar belaufen haben.
So sehen die Schätzungen aus
Analysten prognostizieren für das im August endende Fiskaljahr 2025/26 einen Umsatzanstieg um 10,7 Prozent auf 8,63 Milliarden Dollar.
Dabei soll das bereinigte Ebitda um 40 Prozent auf 1,18 Milliarden Dollar nach oben schießen. Damit würde die Marge von 10,7 auf 13,6 Prozent zulegen und somit meilenweit über dem Niveau früherer Jahre liegen.
Außerdem soll der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) um 55,4 Prozent auf 799,1 Millionen Dollar nach oben schießen. Damit würde sich die Marge erheblich verbessern, von 6,6 auf 9,3 Prozent.
Wie geht’s weiter mit der Aktie?
Nach der Rally vom April-Tief gefolgt vom Seitwärtstrend der vergangenen Wochen liegt der Börsenwert bei 6,55 Milliarden Dollar. Inklusive der Nettoschulden liegt der Enterprise Value (EV) bei 6,86 Milliarden Dollar.
Das entspricht dem 8,6-Fachen des von Analysten für 2025/26 vorhergesagten Ebit. Ich finde, das ist eigentlich eine ausreichende Bewertung für ein Unternehmen mit einem stark zyklischen Geschäft. Allerdings dürften sich durch die zwei bedeutenden Übernahmen die Profitabilität und die Margen erheblich verbessern, was Investoren üblicherweise mit einer höheren Bewertung honorieren.
Und das 2025/26er-KGV liegt bei 10,1.
Meiner Meinung nach dürfte der Höhenflug der Aktie in Richtung der Rekordhochs von Anfang Dezember 2024 bei 63,32 Dollar weitergehen, schließlich hellen sich durch Trumps Politik die Aussichten für die US-amerikanische Stahlbranche auf. Die zwei Übernahmen sind dann das Sahnehäubchen auf dem Kuchen. Umso wichtiger wird es sein, dass Foley und CP&P erfolgreich in das Geschäft von Commercial Metals integriert werden.
BNP Paribas bietet auf die Aktie von Commercial Metals (855786) Mini Futures, Unlimited Turbos und weitere Produkte an.

Egmond Haidt
Der Autor dieses Beitrags, Egmond Haidt, arbeitete nach seiner Bankausbildung und dem BWL-Studium ab 2000 als Redakteur bei BÖRSE ONLINE. Seit Juli 2013 ist der Finanzjournalist als Freiberufler tätig. Jeden Dienstag ab 18 Uhr analysiert er die neuesten Entwicklungen am Finanzmarkt in der Sendung Euer Egmond.
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