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Devon Energy – Zusammenschluss soll Aktionären noch mehr Geld in die Taschen spülen
Der US-amerikanische Öl- und Gasmulti hat 2025 hervorragend abgeschlossen. Für zusätzliche Fantasie sorgt die bevorstehende Übernahme eines Konkurrenten.
Nach dem Angriff Israels und der USA auf den Iran ist der Ölpreis nach oben geschossen – und damit auch die Aktien etlicher US-amerikanischer Öl- und Gasmultis wie Devon Energy. Damit bekommt das Papier noch mehr Rückenwind, nachdem der Konzern am 17. Februar starke Zahlen für 2025 vorgelegt und eine gute Prognose abgegeben hatte.
Devon Energy hat sich auf Schieferöl und -gas spezialisiert, wobei die Firma vor allem im Delaware Basin aktiv ist. Vorstandschef Clay Gaspar will nach dem geplanten Zusammenschluss mit Coterra Energy im zweiten Quartal einen aktualisierten Ausblick für 2026 abgeben.
2025 ist der Umsatz von Devon Energy um 7,8 Prozent auf 17,2 Milliarden Dollar gestiegen.
Dabei war die Produktion um 14 Prozent auf 840.000 Öläquivalente pro Tag geklettert. Die Förderung von Öl legte um 12,1 Prozent auf 389.000 Barrel pro Tag zu, der Rest entfiel auf Erdgas und Erdgasflüssigkeiten. Ein Öläquivalent ist eine Maßeinheit, die den Energiegehalt verschiedener Brennstoffe vergleichbar macht, indem sie deren Heizwert in die Menge an Erdöl umrechnet, die dieselbe Energie liefert.
Allerdings ist der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um 4,2 Prozent auf 7,4 Milliarden Dollar gesunken. Damit hat die Marge von 48,6 auf 43,1 Prozent deutlich nachgegeben.
Dabei wurde das Ergebnis durch Kostensenkungen von 850 Millionen Dollar gestützt. Auf der Analystenkonferenz gab sich Gaspar zuversichtlich, dass der Konzern bis Ende 2026 das Ziel von insgesamt 1,0 Milliarden Dollar erreichen werde.
Zudem ist der Cashflow aus dem operativen Geschäft 2025 auf 6,7 Milliarden Dollar leicht gestiegen. Da gleichzeitig die Investitionen etwas gesunken sind, auf 3,6 Milliarden Dollar, legte der Free Cashflow um 5,5 Prozent auf 3,1 Milliarden Dollar zu – das kann sich mehr als sehen lassen.
Die Investitionen lagen damit um 460 Millionen Dollar unter der ursprünglichen Planung – und dennoch lag die Förderung mit 389.000 Barrel Öl pro Tag um 2,4 Prozent über der ursprünglichen Planung – eine bemerkenswerte Leistung.
Dabei liegt die Produktivität pro Bohrturm von Devon um 24 Prozent über dem Branchendurchschnitt – das kann sich mehr als sehen lassen.
Gaspar hat einen großen Teil des Free Cashflows genutzt, um 619 Millionen Dollar an Dividenden zu zahlen sowie für 1,05 Milliarden Dollar Aktien zurückzukaufen.
Außerdem sind die Nettoschulden um 1,1 Milliarden Dollar auf 7,0 Milliarden Dollar abgebaut worden. Damit beliefen sie sich auf lediglich das 0,9-Fache des bereinigten Ebitda.
Überzeugende Prognose
Auf der Analystenkonferenz zeigte sich Gaspar sehr zufrieden mit den Ergebnissen und lieferte einen guten Ausblick.
Demnach soll die Produktion im ersten Quartal 823.000 bis 843.000 Öläquivalente pro Tag erreichen. Im Gesamtjahr sollen es 835.000 bis 855.000 pro Tag sein, die Mitte der Spanne läge leicht über dem Vorjahresniveau von 840.000.
Außerdem sollen die Investitionen 2026 mit 3,5 bis 3,7 Milliarden Dollar in der Nähe des Vorjahresniveaus bleiben.
Übernahme schürt Fantasie
Große Erwartungen hegt Gaspar bezüglich des geplanten Zusammenschlusses mit dem börsennotierten Konkurrenten Coterra Energy. Der Deal soll im zweiten Quartal 2026 abgeschlossen werden.
Dabei werden die bisherigen Aktionäre von Devon Energy 54 Prozent an dem neuen Unternehmen halten. Damit entstünde ein großer Schiefer-Player in den USA mit einer Produktion von mehr als 1,6 Millionen Barrel Öläquivalent pro Tag, davon mehr als 550.000 Barrel Öl pro Tag.
Im Zuge des Deals will Gaspar bis Ende 2027 Einsparungen von annualisiert 1,0 Milliarden Dollar heben. Nach dem Abschluss will der Vorstandschef eine neue Prognose für 2026 abgeben.
Wegen des wie erwartet sprudelnden Cashflows will der Konzern die Quartalsdividende um 31 Prozent auf 0,315 Dollar je Aktie anheben. Zudem soll nach dem Abschluss der Transaktion ein neues Aktienrückkaufprogramm von mehr als 5 Milliarden Dollar aufgelegt werden.
So sehen die Schätzungen aus
Analysten prognostizieren für Devon Energy für 2026 einen Umsatzrückgang um 8,9 Prozent auf 15,7 Milliarden Dollar. Inklusive der 7,4 Milliarden Dollar für Coterra käme das neue Unternehmen auf Pro-Forma-Erlöse von 23,1 Milliarden Dollar.
Zudem soll der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) von Devon Energy 2026 um 9,6 Prozent auf 3,3 Milliarden Dollar sinken. Inklusive der 2,2 Milliarden Dollar von Coterra stünden 5,5 Milliarden Dollar zu Buche. Das entspräche einer Marge von 24 Prozent.
Wie geht’s weiter mit der Aktie?
Nach dem Kurssprung aufgrund des Iran-Kriegs liegt der Börsenwert bei 29,2 Milliarden Dollar. Inklusive der Nettoschulden von 7,0 Milliarden Dollar beläuft sich der Enterprise Value auf 36,2 Milliarden Dollar.
Hinzu kommen ein Börsenwert von 25,0 Milliarden Dollar für Coterra sowie Nettoschulden von 3,7 Milliarden Dollar. Damit beliefe sich der Enterprise Value (EV) des neuen Unternehmens auf insgesamt 64,9 Milliarden Dollar.
Das entspricht dem 11,8-Fachen des von Analysten für 2026 vorhergesagten Pro-Forma-Ebit. Das ist meiner Meinung nach keine zu hohe Bewertung, sondern lässt vielmehr noch Spielraum nach oben, zumal wenn die geplanten Einsparungen tatsächlich realisiert werden sollten, womit das Pro-Forma-Ebit vor allem 2027 deutlich höher ausfallen sollte als bislang erwartet.
Meiner Meinung nach sollte die Devon-Aktie auf Erholungskurs bleiben. Zwar kann niemand vorhersagen, wie lange der Iran-Krieg anhalten wird, allerdings sollten sich Investoren anschließend umso mehr auf die Chancen des neuen Unternehmens fokussieren, was das Papier weiter nach oben treiben sollte.
BNP Paribas bietet auf die Aktie von Devon Energy (925345) Mini Futures, Unlimited Turbos und weitere Produkte an.

Egmond Haidt
Der Autor dieses Beitrags, Egmond Haidt, arbeitete nach seiner Bankausbildung und dem BWL-Studium ab 2000 als Redakteur bei BÖRSE ONLINE. Seit Juli 2013 ist der Finanzjournalist als Freiberufler tätig. Jeden Dienstag ab 18 Uhr analysiert er die neuesten Entwicklungen am Finanzmarkt in der Sendung Euer Egmond.
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