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Dick’s Sporting Goods – Sanierung von Foot Locker steht ganz oben auf der Agenda
Der US-Händler von Sportartikeln ist durch eine Übernahme stark gewachsen. Wie geht’s weiter mit der Aktie?
Nachdem die Aktie von Dick’s Sporting Goods in den vergangenen Monaten auf Talfahrt gewesen war, hat das Papier nach der Vorlage der Quartalszahlen am 12. März leicht zugelegt. Investoren bereitet die schwache Profitabilität der im September für 2,5 Milliarden Dollar übernommenen neuen Tochter Foot Locker Sorgen, allerdings gab sich das Management von Dick’s um Vorstandschefin Lauren Hobart zuversichtlich, dass der geplante Turnaround bei Foot Locker gelingen werde.
Im per Januar beendeten vierten Quartal des Fiskaljahrs 2025/26 ist der Umsatz des Konzerns um 59,9 Prozent auf 6,2 Milliarden Dollar nach oben geschossen. Dabei waren die Erlöse der Tochter Dick’s um 4,0 Prozent auf 4,0 Milliarden Dollar geklettert, flächenbereinigt waren es 3,1 Prozent. Hingegen meldete Foot Locker einen flächenbereinigten Umsatzrückgang um 3,4 Prozent auf 2,2 Milliarden Dollar.
Dabei war der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) des Konzerns um 11,6 Prozent auf 438,6 Millionen Dollar gestiegen. Allerdings ist die Marge von 10,1 Prozent auf 7,0 Prozent zurückgegangen.
Dabei entfiel ein bereinigtes Ebit von 444,5 Millionen Dollar auf die Tochter Dick’s, deren Marge von 10,1 auf 11,0 Prozent zugelegt hat, während Foot Locker einen Ebit-Verlust von 5,9 Millionen Dollar verbucht hat.
Vorstandschefin Hobart und ihr Team haben gleich nach der Übernahme bei Foot Locker energisch durchgegriffen, schlecht verkäufliche Produkte mit deutlichen Preisnachlässen verkauft sowie etliche schlecht laufende Läden geschlossen.
Die gesamten Maßnahmen sollen Kosten von 500 bis 750 Millionen Dollar verursachen, wobei seit der Übernahme insgesamt 390,0 Millionen Dollar verbucht worden sind.
Gute Prognose
Auf der Analystenkonferenz zeigte sich Hobart zufrieden und betonte, dass die Übernahme mittelfristige Synergien von 100 bis 125 Millionen Dollar liefern werde. Dabei soll die Trendwende bei Foot Locker mit dem „Back-to-school“-Geschäft, also zum Start des neuen Schuljahrs, beginnen.
Laut Hobart sind die Aussichten für den Turnaround bei Foot Locker besser als erwartet, weshalb deutlich weniger Läden der Tochter geschlossen werden sollen als ursprünglich geplant. Die ersten Veränderungen bei Foot Locker, etwa die Veränderung des Sortiments und der Präsentation der Schuhwand, hätten für eine deutliche Geschäftsbelebung in den betroffenen Filialen gesorgt.
Hobart gab daher folgende Prognose für das Gesamtjahr ab: Der Konzernumsatz soll auf 22,1 bis 22,4 Milliarden Dollar steigen, nach 17,2 Milliarden Dollar für 2025/26.
Außerdem soll ein bereinigtes Ebit von 1,68 bis 1,81 Milliarden Dollar erwirtschaftet werden, gegenüber 1,57 Milliarden Dollar im Vorjahr.
Zudem soll der bereinigte Gewinn je Aktie auf 13,50 bis 14,50 Dollar gesteigert werden, nach 13,20 Dollar im Vorjahr.
Schlussendlich sind Bruttoinvestitionen von 1,7 Milliarden Dollar geplant, gegenüber 1,1 Milliarden Dollar für 2025/26.
Dabei sieht der Ausblick für die einzelnen Töchter für 2026/27 wie folgt aus:
Dick’s soll den Erlös auf 14,5 bis 14,7 Milliarden Dollar steigern, wobei der Erlös flächenbereinigt um 2,0 bis 4,0 Prozent zulegen soll.
Zudem soll das bereinigte Ebit 1,58 bis 1,66 Milliarden Dollar erreichen, was einer Marge von 11,0 bis 11,2 Prozent entspräche.
Dagegen sind für Foot Locker Erlöse von 7,6 bis 7,7 Milliarden Dollar sowie ein flächenbereinigtes Wachstum von 1,0 bis 3,0 Prozent geplant.
Dabei soll ein bereinigtes Ebit von 100 bis 150 Millionen Dollar erwirtschaftet werden, was eine Marge von 1,3 bis 1,9 Prozent bedeuten würde. Damit wäre Foot Locker allerdings noch meilenweit unter dem Niveau früherer Jahre, als vor 2020 700 Millionen Dollar und mehr zu Buche gestanden hatten.
So sehen die Schätzungen aus
Analysten prognostizieren für das im Januar endende Fiskaljahr 2026/27 einen Umsatzanstieg um 29,5 Prozent auf 22,29 Milliarden Dollar.
Zudem soll das bereinigte Ebit um 16,0 Prozent auf 1,76 Milliarden Dollar zulegen, das liegt in der oberen Hälfte von Hobarts Ausblick. Damit würde die Marge von 8,8 auf 7,9 Prozent zurückgehen.
Wie geht’s weiter mit der Aktie?
Nach der Talfahrt der vergangenen Monate liegt der Börsenwert bei 17,3 Milliarden Dollar. Inklusive der Nettoschulden von 552,1 Millionen Dollar liegt der Enterprise Value (EV) bei 17,85 Milliarden Dollar.
Das entspricht dem 10,2-Fachen des von Analysten für 2026/27 vorhergesagten Ebit. Ich finde, das ist eine ausreichende Bewertung für ein Unternehmen, dessen flächenbereinigtes Umsatzwachstum im Fiskaljahr 2026/27 bei knapp 3 Prozent liegen soll, während die bereinigte Ebit-Marge deutlich zurückgehen soll.
Und das 2026/27er-KGV liegt bei 13,3.
Meiner Meinung nach dürfte die Entwicklung der Aktie von Dick’s Sporting Goods kurzfristig vor allem von den Nachrichten zum Iran-Krieg abhängen. Sollte die Lage weiter eskalieren und die Ölpreise weiter nach oben schießen, woraufhin sich die Stimmung der Verbraucher weiter verschlechtern würde, dürfte die Talfahrt des Papiers weitergehen.
Umso mehr können Investoren nur hoffen, dass der Krieg schnell zu Ende geht, woraufhin die Inflationssorgen zurückgehen und damit die Zinsen in den USA sinken könnten. Erst in diesem Szenario würden sich die Aussichten für den Händler von Sportartikeln verbessern, wobei er schon innerhalb weniger Monate erste Erfolge bei der Sanierung von Foot Locker zeigen muss.
BNP Paribas bietet auf die Aktie von Dick’s Sporting Goods (662541) Mini Futures, Faktor-Optionsscheine und weitere Produkte an.

Egmond Haidt
Der Autor dieses Beitrags, Egmond Haidt, arbeitete nach seiner Bankausbildung und dem BWL-Studium ab 2000 als Redakteur bei BÖRSE ONLINE. Seit Juli 2013 ist der Finanzjournalist als Freiberufler tätig. Jeden Dienstag ab 18 Uhr analysiert er die neuesten Entwicklungen am Finanzmarkt in der Sendung Euer Egmond.
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