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Dolby Laboratories – Überraschender Vorstandswechsel soll neue Ära einläuten
Die Aktie des Entwicklers von Audio- und Videotechnik hatte auf die Vorlage der Quartalszahlen mit einem Kurssprung reagiert. Wie geht’s weiter?
Plötzlicher Vorstandswechsel bei Dolby Laboratories: Das US-Unternehmen hat am 27. August gemeldet, dass der bisherige Vorstandschef Kevin Yeamen per sofort durch Marc Whitten abgelöst werde. Whitten ist ein erfahrener Veteran aus der US-Tech-Industrie und hatte in den vergangenen Jahren führende Managerposten unter anderem bei Meta Platforms, Amazon und Microsoft inne.
Der neue Mann an der Unternehmensspitze soll eine neue Ära einläuten, nachdem das Geschäft zuletzt unter Druck war. Allerdings hatte sein Vorgänger Yeamen bei der Veröffentlichung der Quartalszahlen eine baldige deutliche Geschäftsbelebung in Aussicht gestellt, woraufhin sich die Aktie nach dem mehrjährigen Abwärtstrend kräftig erholt hatte.
Dolby Laboratories war früher bekannt als Entwickler von Systemen zur Rauschunterdrückung im analogen Audiobereich, beispielsweise bei Kassetten. Später hatte sich das Unternehmen auf die Entwicklung digitaler Tonsysteme für den Kino- und Heimkinobereich fokussiert. Inzwischen bietet der Konzern digitale Audio-, Video und Streaming-Technik an, die alljährlich von Milliarden von Kunden genutzt wird. So war beispielsweise die Fußball-WM in den USA, Kanada und Mexiko mit der Technik von Dolby übertragen worden.
Im per Juni beendeten dritten Quartal des Fiskaljahrs 2025/26 ist der Umsatz um 3,3 Prozent auf 305,0 Millionen Dollar gesunken. Davon entfielen 282,4 Millionen Dollar auf das Lizenzgeschäft, das waren 92,6 Prozent der Konzernerlöse.
Dabei sank der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) auf Konzernebene um 18,7 Prozent auf 38,3 Millionen Dollar, damit hat die Marge deutlich nachgegeben – von 14,9 auf 12,5 Prozent.
Zudem fiel der bereinigte Gewinn je Aktie um 11,5 Prozent auf 0,69 Dollar.
Das Management hat eine Aufstockung des Aktienrückkaufprogramms um 350 Millionen Dollar angekündigt, womit insgesamt 427 Millionen Dollar zur Verfügung stehen. Im dritten Quartal 2025/26 hatte das Unternehmen für 65 Millionen Dollar Aktien zurückgekauft.
Gute Prognose
Bei der Zahlenvorlage zeigte sich das Management dennoch zufrieden mit den Ergebnissen und verwies auf etliche Erfolge bei Geschäftsabschlüssen, die das Geschäft künftig ankurbeln sollen. Allerdings räumte das Management ein, dass die stark gestiegenen Speicherchip-Preise den Absatz von Smartphones und Laptops und teilweise auch von Fernsehern und damit indirekt auch das Geschäft von Dolby Laboratories belasten.
So kommt die Dolby-Technik bei TVs des chinesischen Anbieters Hisense zum Einsatz, bis zum Ende des Kalenderjahrs sollen die TVs des heimischen Konkurrenten TCL sowie von Philips folgen.
Außerdem kommt die Dolby-Technik über eine Kooperation mit der Alphabet-Tochter Google und deren Software Android Auto – je nach Kundenwunsch – künftig auch in Fahrzeugen der Hersteller Mercedes, BMW, Renault und Skoda zum Einsatz. Damit habe Dolby inzwischen 40 Kunden unter den Autoproduzenten.
Große Erwartungen hat das Management auch an seine Video- und Streaming-Technologie, nachdem zuletzt Meta Platforms und der chinesische Konzern Alibaba als Kunden gewonnen wurden. Inzwischen habe Dolby 45 Lizenznehmer in diesem Bereich, unter anderem ByteDance, Roku und Tencent.
Gleichzeitig ist Dolby auch eine Kooperation mit Google eingegangen, wobei man schnell und einfach Werbung in den Services von Google schalten kann. Das soll für zusätzliche Einnahmen bei Dolby sorgen.
Für das vierte Quartal hat das Management einen Umsatz zwischen 362 und 392 Millionen Dollar in Aussicht gestellt. Die Mitte der Spanne (377 Millionen Dollar) bedeutet einen Anstieg von 22,8 Prozent – das sorgte für Begeisterung bei Investoren. Zudem soll ein bereinigter Gewinn je Aktie von 1,13 bis 1,28 Dollar erwirtschaftet werden.
Zudem hat das Vorstandsteam die Umsatzprognose für das im September endende Fiskaljahr 2025/26 auf 1,41 bis 1,44 Milliarden Dollar eingegrenzt, gegenüber der vorherigen Planung von 1,40 bis 1,45 Milliarden Dollar. Damit bleibt die Mitte der Spanne mit 1,425 Milliarden Dollar konstant, das bedeutet ein Wachstum von 5,6 Prozent.
Hingegen senkte das Management den Ausblick für den bereinigten Gewinn je Aktie leicht auf 4,25 bis 4,40 Dollar, statt der zuvor avisierten 4,30 bis 4,45 Dollar.
So sehen die Schätzungen aus
Analysten prognostizieren für das im September endende Fiskaljahr 2025/26 einen Umsatzanstieg von 5,3 Prozent auf 1,42 Milliarden Dollar. 2026/27 soll es um 3,3 Prozent nach oben gehen, allerdings würde sich das Wachstum damit deutlich abschwächen.
Dabei soll das bereinigte Ebit 2025/26 um 14,2 Prozent auf 302,5 Millionen Dollar zulegen, gefolgt von einem Plus von 12,2 Prozent auf 339,2 Millionen Dollar für 2026/27. Damit würde die Marge jeweils deutlich zulegen, zuerst von 19,6 auf 21,3 Prozent für 2025/26, um 2026/27 23,1 Prozent zu erreichen.
Wie geht’s weiter mit der Aktie?
Nach dem anfänglichen Kurssprung nach der Zahlenvorlage hat die Aktie zuletzt seitwärts tendiert. Damit liegt der Börsenwert bei 5,8 Milliarden Dollar. Abzüglich des – laut meinen Berechnungen – Netto-Cash-Bestands von 739,5 Millionen Dollar liegt der Enterprise Value (EV) bei 5,06 Milliarden Dollar.
Das entspricht dem 14,9-Fachen des von Analysten für 2026/27 prognostizierten Ebit. Das ist meiner Meinung nach eine völlig ausreichende Bewertung für ein Unternehmen mit einem seit Jahren überschaubaren Umsatzwachstum, wobei es sich 2026/27 laut den Schätzungen der Analysten deutlich abschwächen soll. Allerdings soll die Marge deutlich verbessert werden.
Und das KGV liegt bei 13,5.
Die Entwicklung der Aktie von Dolby Laboratories sollte meiner Meinung nach kurzfristig vor allem von zwei Faktoren beeinflusst werden: Einerseits von dem kräftigen Zinsanstieg in den USA und in vielen anderen Ländern weltweit. Das belastet viele Konsumenten, woraufhin sie sich beim Kauf von Smartphones, Tablets, etc. zurückhalten könnten, was das Geschäft von Dolby belasten würde.
Andererseits könnten nach den Ankündigungen von OpenAI und Anthropic, das Entwicklungstempo ihrer KI-Modelle zu drosseln, die Sorgen der Investoren vor einem möglichen Platzen der Chip-Blase zunehmen. Allerdings wäre ein mögliches Ende der massiven Preissteigerungen bei Speicherchips für viele Konsumenten eine gute Nachricht, würden doch dann Smartphones und Tablets nicht noch teurer werden als ohnehin schon. Das könnte wiederum die Nachfrage danach und damit auch das Geschäft von Dolby stützen.
Vor diesem Hintergrund könnte meiner Meinung nach die Dolby-Aktie kurzfristig seitwärts tendieren, allerdings dürfte ein möglicher weiterer kräftiger Zinsanstieg das Papier unter Druck bringen.
BNP Paribas bietet auf die Aktie von Dolby Laboratories (A0DNCY) Mini Futures, Unlimited Turbos, Faktor-Optionsscheine und weitere Produkte an.

Egmond Haidt
Der Autor dieses Beitrags, Egmond Haidt, arbeitete nach seiner Bankausbildung und dem BWL-Studium ab 2000 als Redakteur bei BÖRSE ONLINE. Seit Juli 2013 ist der Finanzjournalist als Freiberufler tätig. Jeden Dienstag ab 18 Uhr analysiert er die neuesten Entwicklungen am Finanzmarkt in der Sendung Euer Egmond.
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