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Generac – Stark steigender Strombedarf für Rechenzentren sorgt für Fantasie
Der US-Hersteller von Generatoren hat Ergebnisse bekannt gegeben. Bleibt die Aktie im Rally-Modus?
Mit einem deutlichen Kurssprung nach oben hat die Generac-Aktie auf die Veröffentlichung der 2025er-Zahlen am 11. Februar reagiert. Damit hat das Papier seit Jahresanfang um 64 Prozent zugelegt und notiert damit in der Nähe des höchsten Niveaus seit September 2022, allerdings noch meilenweit unter dem Rekordhoch vom November 2021.
Zwar waren die Ergebnisse schwach, doch umso begeisterter waren Investoren vom Ausblick von Vorstandschef Aaron Jagdfeld, vor allem von dem, was er zum Thema Nachfrage aus dem Bereich Rechenzentren gesagt hat.
Generac ist ein führender US-Hersteller von Stromerzeugungsanlagen, Energietechniklösungen und Energiemanagement und ist vor allem für seine Standby-Generatoren (Notstromgeneratoren) und mobilen Generatoren für Privathaushalte bekannt. Die Generatoren kommen zum Einsatz, wenn die herkömmliche Stromversorgung ausfällt.
Im vierten Quartal ist der Umsatz von Generac um 12 Prozent auf 1,09 Milliarden Dollar gesunken. Das lag deutlich unter den Schätzungen der Analysten von 1,16 Milliarden Dollar.
Dabei waren die Umsätze mit Geräten für private Haushalte um 23 Prozent auf 571,9 Millionen Dollar eingebrochen, weil es in den USA deutlich weniger Stromausfälle als üblich gegeben hat, woraufhin sich Konsumenten mit dem Kauf von Generatoren zurückgehalten hatten.
Die Schwäche im Geschäft mit privaten Haushalten konnte durch einen Erlösanstieg um 10 Prozent auf 399,5 Millionen Dollar im Geschäft mit Unternehmenskunden nicht wettgemacht werden. Das dortige Wachstum war vor allem auf Verkäufe an Kunden aus dem Bereich Rechenzentren zurückzuführen.
Die restlichen Erlöse von 120,1 Millionen Dollar entfielen hauptsächlich auf Ersatzteile und Abo-Einnahmen.
Bei der Umsatzverteilung nach Regionen entfielen 81 Prozent der Konzernerlöse auf die USA und Kanada, der Rest auf das Auslandsgeschäft.
Dabei ist der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) auf Konzernebene um 30 Prozent auf 185 Millionen Dollar eingebrochen. Damit hat sich die Marge von 21,5 Prozent auf 17,0 Prozent deutlich verschlechtert.
Zudem ist der bereinigte Gewinn je Aktie um 43 Prozent auf 1,61 Dollar gesunken. Das lag deutlich unter den Erwartungen von 1,77 Dollar.
Schlussendlich rauschte der Free Cashflow um 55 Prozent auf 130 Millionen Dollar nach unten.
Guter Ausblick
Bei der Zahlenvorlage räumte Jagdfeld ein, dass die Ergebnisse schwächer ausgefallen sind als erwartet. Dennoch verbreitete er Zuversicht und gab eine gute Prognose für 2026 ab.
Demnach soll der Umsatz 2026 gegenüber dem 2025er-Wert von 4,2 Milliarden Dollar ein Wachstum im mittleren 10er-Prozent-Bereich erreichen. Dazu sollen auch die jüngsten Akquisitionen beitragen. So hatte der Konzern am 5. Januar 2026 die Übernahme der Firma Allmand, eines Spezialisten für mobile Energietechnik für Unternehmen, abgeschlossen.
Dabei sollen die Erlöse mit Unternehmenskunden um 30 Prozent nach oben schießen, während jene mit Privatkunden um 10 Prozent zulegen sollen.
Zudem soll die bereinigte Ebitda-Marge auf Konzernebene auf 18 bis 19 Prozent verbessert werden, nachdem sie 2025 von 18,4 auf 17,0 Prozent zurückgegangen war. In der Mitte der Spannen zu Umsatz und bereinigter Ebitda-Marge bedeutet das einen Anstieg des bereinigten Ebitda um rund 25 Prozent.
Der Vorstandschef gab sich zudem zuversichtlich, dass das Geschäft mit Generatoren für Rechenzentren in den nächsten Quartalen deutlich zulegen werde, dabei gehe es um sehr leistungsstarke Dieselgeneratoren. Der Konzern habe Aufträge von 400 Millionen Dollar aus dem Bereich, der Großteil davon solle 2026 abgearbeitet werden.
Außerdem soll der Free Cashflow 2026 deutlich steigen, auf 350 Millionen Dollar, nachdem er 2025 auf 268 Millionen Dollar eingebrochen war.
Zudem befinde sich das Unternehmen in Pilotprojekten mit zwei Hyperscalern (große Cloud-Service-Anbieter). Wenn sie wie geplant laufen, soll es ab 2027 und 2028 zu erheblichen Lieferungen von Generatoren an diese Hyperscaler kommen.
Daher konzentriere sich der Konzern darauf, die Kapazitäten für diese sehr leistungsstarken Generatoren „dramatisch“ auszubauen, nachdem Generac hierfür bereits im vierten Quartal 2025 ein zusätzliches Werk im US-Bundesstaat Wisconsin gekauft hatte, während gleichzeitig in sämtliche Werke rund um den Globus investiert werde. Aufgrund dieser Maßnahmen sollen die Umsätze mit Unternehmenskunden in den nächsten drei bis fünf Jahren verdoppelt werden.
Außerdem hat Jagdfeld ein neues Aktienrückkaufprogramm von bis zu 500 Millionen Dollar angekündigt, es hat eine Laufzeit von 24 Monaten.
Weitere Details zum laufenden Ausbau des Geschäfts werde das Management auf einem Kapitalmarkttag am 25. März präsentieren.
So sehen die Schätzungen aus
Analysten prognostizieren für 2026 einen Umsatzanstieg um 15,3 Prozent auf 4,85 Milliarden Dollar.
Dabei soll sich das Ebit auf 625,9 Millionen Dollar mehr als verdoppeln, das wäre der zweithöchste Wert in der Unternehmensgeschichte, nur das Jahr 2021 war mit 721,1 Millionen Dollar besser. Damit würde die Ebit-Marge von 2025 auf 2026 von 6,9 auf 12,9 Prozent nach oben schießen.
Wie geht’s weiter mit der Aktie?
Im Zuge der Rally ist der Börsenwert auf 13,2 Milliarden Dollar gestiegen. Inklusive der Nettoschulden von 991,7 Millionen Dollar liegt der Enterprise Value (EV) bei 14,2 Milliarden Dollar.
Das entspricht dem 22,7-Fachen des von Analysten für 2026 vorhergesagten Ebit. Die meiner Meinung nach sehr hohe Bewertung zeigt, welch massives Wachstum in der Aktie eingepreist ist.
Auf Basis der 2027er-Schätzung (Ebit: 753,4 Millionen Dollar) geht das Multiple auf das 18,8-Fache zurück, womit Generac allerdings immer noch kein Schnäppchen ist. Allerdings soll sich das Geschäft 2026 deutlich beleben, und die Marge soll erheblich verbessert werden.
Und das 2026er-KGV liegt bei 26,7 – für 2027 liegt es bei 22,0.
Meiner Meinung nach dürfte die Aktie – trotz der sehr hohen Bewertung – weiter klettern, schließlich hat sich die Stimmung der Investoren aufgrund des Ausblicks erheblich verbessert. Daher sollten jedwede positiven Nachrichten zum KI-Hype das Papier weiter nach oben treiben.
BNP Paribas bietet auf die Aktie von Generac (A0YGR4) Mini Futures, Unlimited Turbos, Faktor-Optionsscheine und weitere Produkte an.

Egmond Haidt
Der Autor dieses Beitrags, Egmond Haidt, arbeitete nach seiner Bankausbildung und dem BWL-Studium ab 2000 als Redakteur bei BÖRSE ONLINE. Seit Juli 2013 ist der Finanzjournalist als Freiberufler tätig. Jeden Dienstag ab 18 Uhr analysiert er die neuesten Entwicklungen am Finanzmarkt in der Sendung Euer Egmond.
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