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Halliburton – Iran-Krieg beflügelt das Geschäft
Die US-Ölservice-Firma hatte das Überangebot an Öl auf dem Weltmarkt zu spüren bekommen. Mit dem Iran-Krieg hat sich aber alles völlig verändert.
US-Präsident Donald Trump hat am Dienstagabend, dem 21. April, den Waffenstillstand mit dem Iran einseitig und auf unbestimmte Zeit verlängert. Dennoch dürften die Aktien der Öl- und Gasmultis sowie der entsprechenden Servicefirmen im Fokus der Investoren bleiben.
So hatte die Halliburton-Aktie mit einem Kurssprung um 4 Prozent nach oben auf die Vorlage der Quartalszahlen am Dienstag, dem 21. April, reagiert. Einerseits waren sie vor dem Hintergrund des schwierigen Umfelds ganz gut, andererseits hat der Ausblick von Vorstandschef Jeff Miller Investoren überzeugt.
Im ersten Quartal war der Umsatz stabil bei 5,40 Milliarden Dollar. Dabei war das Geschäft auf dem Heimatmarkt Nordamerika um 4 Prozent auf 2,2 Milliarden Dollar zurückgegangen.
Wachstumsmotor war hingegen das Auslandsgeschäft, dessen Einnahmen um 3 Prozent auf 3,3 Milliarden Dollar gestiegen sind. Dabei waren die Erlöse in der Region Naher Osten/ Asien wegen des Iran-Kriegs um 13 Prozent auf 1,3 Milliarden Dollar gesunken.
Hingegen brummte das Geschäft in Lateinamerika mit einem Zuwachs um 22 Prozent auf 1,1 Milliarden Dollar, wobei sich gerade die Aktivitäten in Ecuador, in der Karibik sowie in Brasilien, Mexiko und Argentinien steigender Nachfrage erfreut haben. Zudem hat das Geschäft in der Region Europa/Afrika/Gemeinschaft Unabhängiger Staaten um 11 Prozent auf 858 Millionen Dollar zugelegt.
Allerdings ist der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) auf Konzernebene gegenüber dem bereinigten Vorjahreswert um 14 Prozent auf 679 Millionen Dollar gesunken, damit ist die Marge von 14,5 auf 12,6 Prozent eingebrochen.
Zudem gab der bereinigte Gewinn je Aktie um 8 Prozent auf 0,55 Dollar nach. Laut den Angaben des Managements hat der Iran-Krieg das Ergebnis dabei mit 0,02 bis 0,03 Dollar belastet.
Beim Cashflow sah die Lage wie folgt aus: Der Cashflow aus dem operativen Geschäft lag bei 273 Millionen Dollar. Zudem gingen die Investitionen auf 192 Millionen Dollar deutlich zurück. Inklusive der Einnahmen aus dem Verkauf von Vermögenswerten von 42 Millionen Dollar stand ein Free Cashflow von 123 Millionen Dollar zu Buche, der auf dem Niveau des Vorjahreswerts lag.
Zudem hat das Unternehmen für 100 Millionen Dollar Aktien zurückgekauft, was allerdings deutlich unter dem Niveau der vorherigen Quartale lag.
Guter Ausblick
Bei der Zahlenvorlage zeigte sich Miller mit den Ergebnissen zufrieden und betonte, dass sich durch den Iran-Krieg das Umfeld in dem Sektor erheblich verändert habe, wenngleich der Iran-Krieg im zweiten Quartal zu Belastungen von 0,07 bis 0,09 Dollar je Aktie führen werde.
Nun stehe plötzlich nicht mehr das frühere Überangebot auf der Agenda, sondern für viele Länder plötzlich die Versorgungssicherheit mit Öl und Gas und damit eine Knappheit. Dabei dürften viele Unternehmen verstärkt in die Öl- und Gasförderung investieren, während es gleichzeitig eine ganze Weile brauchen werde, um die im Nahen Osten beschädigten Anlagen zu reparieren und wieder in Betrieb zu nehmen.
Das Management erwartet, dass das um den Nahen Osten bereinigte Auslandsgeschäft im Gesamtjahr 2026 ein Wachstum im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich erzielen wird, dabei bleibe Lateinamerika der Wachstumsmotor.
Miller verwies zudem mehrfach auf einen Milliarden Dollar schweren Auftrag von dem argentinischen Öl- und Gasmulti YPF. Zudem stärke die am 1. April angekündigte Übernahme des norwegischen Unternehmens Sekal, eines Spezialisten für digitale Bohrautonomie, das Geschäft von Halliburton.
Großes Potenzial sieht Miller insgesamt gerade auch im Offshore-Bereich und verwies dabei auf die Länder Surinam und Guyana.
Gleichzeitig sehe das Management eine Erholung des Geschäfts in Nordamerika, wobei gerade kleine und mittlere Öl- und Gasfirmen verstärkt Interesse zeigen würden. Das Unternehmen wolle das sich verbessernde Umfeld nutzen, um zuerst die Preise für die bestehende Flotte, also die sich bei Kunden im Einsatz befindlichen Maschinen und Anlagen, zu erhöhen. Anschließend komme es darauf an, dass die Kunden mehr Bohrtürme in Betrieb nehmen.
Das Management von Halliburton schraubte die Investitionsprognose für das Gesamtjahr auf 1,1 Milliarden Dollar nach oben, statt der zuvor avisierten 1,0 Milliarden Dollar.
So sehen die Schätzungen aus
Analysten prognostizieren für 2026 einen Umsatzrückgang von 1,8 Prozent auf 21,8 Milliarden Dollar. Hingegen soll der Erlös 2027 um 5,0 Prozent auf 22,9 Milliarden Dollar steigen.
Dabei soll das Ebit 2026 um 6,3 Prozent auf 2,9 Milliarden Dollar sinken, hingegen soll es 2027 um 16,5 Prozent auf 3,4 Milliarden Dollar zulegen. Damit würde die Marge zuerst etwas nachgeben, von 13,9 auf 13,3 Prozent, um 2027 auf 14,8 Prozent deutlich zu klettern.
Die Schätzungen sind natürlich mit erhöhter Unsicherheit behaftet, schließlich kann niemand vorhersagen, wie lange der Iran-Krieg noch andauern und ob er möglicherweise eskalieren wird, was erhebliche Folgen für den Öl- und Gassektor hätte.
Wie geht’s weiter mit der Aktie?
Die Aktie hatte sich zwischen dem Tief vom Frühjahr 2025 und dem Hoch Ende März 2026 auf 40 Dollar verdoppelt. Mit Kursen von 38 Dollar liegt sie aktuell um 11 Prozent unter den 5-Jahres-Hochs und meilenweit unter dem Rekordhoch vom Juli 2014 von 74 Dollar.
Damit liegt der Börsenwert aktuell bei 31,9 Milliarden Dollar. Inklusive der Nettoschulden von 5,2 Milliarden Dollar liegt der Enterprise Value (EV) bei 37,1 Milliarden Dollar.
Das entspricht dem 11,0-Fachen des von Analysten für 2027 vorhergesagten Ebit. In einem normalen Umfeld mag das eine ausreichende Bewertung sein. Allerdings wird das Umfeld nach dem Iran-Krieg meiner Meinung nach nie mehr so sein wie zuvor. Daher lässt die Bewertung meiner Meinung nach noch deutlichen Spielraum nach oben.
Und das 2027er-KGV liegt bei 14,1.
Meiner Meinung nach könnte die Entwicklung der Halliburton-Aktie kurzfristig von der Entwicklung des Iran-Kriegs und damit vom Ölpreis abhängen. Je länger der Iran-Krieg aber anhalten sollte, für umso mehr Aufwärtsdruck sollte das beim Ölpreis sorgen, schließlich werden die Lagervorräte in vielen Ländern immer geringer.
Selbst nach einem möglichen Ende des Iran-Kriegs sollten die Geschäftsperspektiven für die US-Ölservice-Firma gut bleiben, weshalb das Papier meiner Meinung nach auf Höhenflug bleiben sollte.
BNP Paribas bietet auf die Aktie von Halliburton (853986) Mini Futures, Unlimited Turbos, Optionsscheine, Faktor-Optionsscheine und weitere Produkte an.

Egmond Haidt
Der Autor dieses Beitrags, Egmond Haidt, arbeitete nach seiner Bankausbildung und dem BWL-Studium ab 2000 als Redakteur bei BÖRSE ONLINE. Seit Juli 2013 ist der Finanzjournalist als Freiberufler tätig. Jeden Dienstag ab 18 Uhr analysiert er die neuesten Entwicklungen am Finanzmarkt in der Sendung Euer Egmond.
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