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Hyatt Hotels – Fokussierung auf Luxussegment zahlt sich für Aktionäre aus
Die US-amerikanische Hotelkette erfreut sich guter Geschäfte. Geht die Rekordfahrt der Aktie weiter?
Investoren warten gespannt auf die Vorlage der 2025er-Zahlen von Hyatt Hotels, die am Donnerstag, dem 12. Februar, vor Börseneröffnung in den USA veröffentlicht werden. Die Aktie der US-Hotelkette war Mitte Januar auf ein neues Rekordhoch gestiegen, ehe sie deutlich nachgab.
Der Konzern hatte am 30. Dezember die Prognose für 2025 leicht gesenkt. Was war genau los? Die Firma hatte an jenem Tag den Abschluss des Verkaufs des Playa Hotels & Resorts- Immobilienportfolios an Tortuga Resorts für 2,0 Milliarden Dollar bekannt gegeben.
Das Portfolio, das Hyatt zur Jahresmitte selbst gekauft hatte, beinhaltete ursprünglich 15 All-Inclusive-Anlagen in Mexiko, der Dominikanischen Republik und Jamaika. Wie zwischenzeitlich bekannt gegeben, war eine der Anlagen bereits am 18. September für 22 Millionen Dollar an einen anderen Käufer verkauft worden.
Im Zusammenhang mit dem Verkauf am Jahresende haben Hyatt und Tortuga einen 50-jährigen Vertrag abgeschlossen, wonach Partner von Hyatt 13 der 14 Hotels betreiben werden. Für das letzte verbliebene Objekt gibt es einen gesonderten Vertrag.
Nachdem der Hurrikan Melissa die Insel Jamaika im Oktober teilweise verwüstet hatte, soll der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von Playa im Gesamtjahr 2025 um 10 Millionen Dollar unter den Planungen liegen.
Außerdem werde das Ebitda für das Geschäft von Hyatt (ohne Playa) im Gesamtjahr am unteren Ende der Spanne von 1,09 bis 1,11 Milliarden Dollar liegen, hauptsächlich wegen Stornierungen in Jamaika.
Überzeugende Ergebnisse
Wenige Wochen zuvor hatten die am 9. November vorgelegten 9-Monats-Zahlen gezeigt, dass das Geschäft von Hyatt gut läuft. Das Unternehmen hatte zuletzt 1.497 Hotels und All-Inklusive-Anlagen in 82 Ländern mit insgesamt 366.347 Zimmern. Je nach Preissegment tragen die Hotels unterschiedliche Namen, im Luxussegment heißen sie unter anderem Park Hyatt, Alila, Miraval oder Impression by Secrets.
Der Umsatz von Hyatt Hotels war im dritten Quartal auf Konzernebene um 9,6 Prozent auf 1,8 Milliarden Dollar gestiegen.
Dabei war die Zimmerzahl um 12,1 Prozent geklettert, bereinigt um die Käufe von Hotels lag das Plus bei 7,0 Prozent.
Für den Konzern zahlt sich aus, dass er in den vergangenen Jahren das Luxussegment stark ausgebaut hat. Dabei hat sich die Zahl der Luxuszimmer von 2017 bis 2024 weit mehr als verdoppelt, von 43.000 auf 114.000.
Damit machten sie 33 Prozent der gesamten Anzahl der Zimmer von Hyatt aus, womit der Anteil laut Hyatt um ein Vielfaches größer war als bei den Konkurrenten Marriott International (9 Prozent) und Hilton Worldwide (3 Prozent). Die deutlich höheren Zimmerpreise sorgen bei Hyatt für entsprechend gute Margen.
Zudem legte im dritten Quartal 2025 das bereinigte Ebitda auf Konzernebene um 5,6 auf 291 Millionen Dollar zu. Allerdings hat die Marge etwas nachgegeben, von 16,9 auf 16,3 Prozent.
Vorstandschef Mark S. Hoplamazian zeigte sich mit den Ergebnissen zufrieden und verwies auf die Pipeline von fast 141.000 Zimmern.
Zudem sei die Zahl der Kunden, die am Treueprogramm World of Hyatt teilnehmen, um 20 Prozent auf den Rekord von 61 Millionen gestiegen. Diese Kunden kommen häufiger, bleiben länger und lassen damit entsprechend mehr Geld bei Hyatt.
Außerdem soll im Gesamtjahr 2025 die Zimmerzahl insgesamt – bereinigt um Zukäufe – um 6,3 bis 7,0 Prozent zulegen.
Schlussendlich soll der Free Cashflow 475 bis 525 Millionen Dollar erreichen.
Das Management will die Aktionäre an den guten Geschäften teilhaben lassen. Die Anteilseigner sollten 2025 über Aktienrückkäufe und Dividenden insgesamt 350 Millionen Dollar zurückbekommen.
Das bedeutet eine Aufstockung um 50 Millionen Dollar gegenüber der vorherigen Planung. Aus dem bestehenden Aktienrückkaufprogramm waren zum Ende des dritten Quartals noch 792 Millionen Dollar übrig.
So sehen die Schätzungen aus
Analysten prognostizieren für 2025 einen Umsatzanstieg um 6,3 Prozent auf 7,1 Milliarden Dollar. 2026 soll es um 3,5 Prozent auf 7,3 Milliarden Dollar nach oben gehen.
Dabei soll das bereinigte Ebitda 2025 um 4,8 Prozent auf 1,15 Milliarden Dollar zulegen. Für 2026 wird ein Zuwachs um 10,2 Prozent auf 1,3 Milliarden vorhergesagt.
Zudem soll der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) 2025 um 28 Prozent auf 478 Millionen Dollar nach oben schießen, gefolgt von einem Sprung um 43 Prozent auf 685,3 Millionen Dollar für 2026. Damit würde sich die Marge zuerst deutlich verbessern, von 5,6 auf 6,8 Prozent, um 2026 sogar auf 9,4 Prozent nach oben zu schießen.
Wie geht’s weiter mit der Aktie?
Wie oben geschrieben hat das Papier nach dem Rekordhoch vom 15. Januar deutlich nachgegeben. Meiner Meinung nach lag das vor allem an dem zwischenzeitlichen Zinsanstieg in den USA, der die dortige Konjunktur belastet und gleichzeitig die Refinanzierung von Hyatt perspektivisch teurer machen könnte.
Damit liegt der Börsenwert bei 14,9 Milliarden Dollar. Inklusive der Nettoschulden von 5,3 Milliarden Dollar liegt der Enterprise Value (EV) bei 20,2 Milliarden Dollar.
Das entspricht dem 29,5-Fachen des von Analysten für 2026 prognostizierten Ebit. Die sehr hohe Bewertung zeigt, welch massives Wachstum in der Aktie eingepreist ist.
Und das 2026er-KGV liegt bei herben 44,3.
Meiner Meinung nach könnte die Aktie von Hyatt Hotels kurzfristig seitwärts tendieren, wobei allerdings ein möglicher Rückgang des S&P 500 für Abwärtsdruck auf das Papier der Hotelkette sorgen könnte. Die nächsten wichtigen Kursimpulse werden dann die Quartalszahlen am 12. Februar liefern.
BNP Paribas bietet auf die Aktie von Hyatt Hotels (A0YAKV) Mini Futures, Unlimited Turbos, Faktor-Optionsscheine und weitere Produkte an.

Egmond Haidt
Der Autor dieses Beitrags, Egmond Haidt, arbeitete nach seiner Bankausbildung und dem BWL-Studium ab 2000 als Redakteur bei BÖRSE ONLINE. Seit Juli 2013 ist der Finanzjournalist als Freiberufler tätig. Jeden Dienstag ab 18 Uhr analysiert er die neuesten Entwicklungen am Finanzmarkt in der Sendung Euer Egmond.
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