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Iamgold – Vorstandschef erwartet „sehr aufregendes Jahr“ 2026
Bei dem mittelgroßen kanadischen Goldförderer brummt das Geschäft. Der Ausblick für 2026 kann sich sehen lassen.
Nach dem Start des Iran-Kriegs ist der Goldpreis auf eine Berg- und Talfahrt gegangen. Nachdem die Notierung des Edelmetalls anfangs deutlich gestiegen war, brach sie anschließend ein, weil die Zinsen für 10-jährige US-Anleihen nach oben geschossen waren und damit den Dollar mit nach oben gerissen hatten. Damit hatte der Goldpreis gleich aus zwei Richtungen Gegenwind. Zuletzt hat sich der Goldpreis aber etwas erholt.
Umso mehr hoffen Investoren, dass der Iran-Krieg nur wenige Wochen dauern könnte, woraufhin die Zinsen für 10-jährige US-Anleihen wieder nach unten drehen und damit den Dollar mit nach unten ziehen könnten. Damit würde sich das Umfeld für Goldförderer wie den kanadischen Konzern Iamgold erneut aufhellen.
Iamgold hat 2025 den Umsatz um 75 Prozent auf 2,85 Milliarden Dollar gesteigert (der Konzern berichtet auf US-Dollar-Basis).
Dabei ist die Förderung im Gesamtjahr um 15 Prozent auf 765.900 Unzen geklettert. Davon entfielen 372.100 Unzen auf die Essakane-Mine im westafrikanischen Burkina Faso, womit sie knapp die Hälfte der konzernweiten Produktion ausmachte.
Die andere Hälfte entfiel auf zwei kanadische Minen, einerseits Côté Gold in der Provinz Ontario mit 279.900 Unzen, sowie 113.900 auf Westwood in der Provinz Québec.
Zudem legten die Goldverkäufe um 16,8 Prozent auf 763.700 Unzen zu. Dabei schoss der realisierte Goldpreis um 49,4 Prozent auf 3.482 Dollar je Unze nach oben.
Gleichzeitig sind die All-in Sustaining Costs (AISC), also quasi die nachhaltigen Produktionskosten, um lediglich 10,7 Prozent auf 1.900 Dollar je Unze gestiegen.
Daher hat sich der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) auf 1,55 Milliarden Dollar verdoppelt. Damit ist die Marge von 48,7 auf 54,4 Prozent nach oben geschossen.
Zudem hat sich der Cashflow aus dem operativen Geschäft auf 1,1 Milliarden Dollar weit mehr als verdoppelt. Abzüglich der Investitionen von 307,3 Millionen Euro ist der Free Cashflow damit auf 835,3 Millionen Euro nach oben geschossen.
Außerdem wurden die Nettoschulden um 60 Prozent auf nur noch 344,4 Millionen Dollar abgebaut.
Gute Prognose
Vorstandschef Renaud Adams zeigte sich auf der Analystenkonferenz zufrieden mit den Ergebnissen. 2026 „wird ein sehr aufregendes Jahr für Iamgold werden“, sagte Adams und gab folgende Prognose ab:
Demnach soll die Förderung im Jahr 2026 720.000 bis 820.000 Unzen erreichen, die Mitte der Spanne (770.000 Unzen) liegt allerdings nur leicht über dem 2025er-Niveau von 765.000.
Dabei steht die Stabilisierung der Produktion in der Côté-Gold-Mine ganz oben auf der Agenda, nachdem die Mine 2025 das Hochfahren abgeschlossen und dabei die Förderung um rund 125 Prozent nach oben getrieben hatte. Nun sollen die Stückkosten dort verbessert werden. Zudem sollen im vierten Quartal Expansionspläne für diese Mine bekannt gegeben werden.
Zudem hat der Bergbaukomplex Nelligan in der Provinz Québec erheblich an Bedeutung gewonnen, nachdem Iamgold im Dezember 2025 mit Northern Superior und Orbec zwei Übernahmen abgeschlossen hat, wodurch der Komplex deutlich größer geworden ist. 2026 will das Unternehmen dort 25 Millionen Dollar in ein umfangreiches Explorationsprogramm stecken.
Allerdings sollen die AISC auf Konzernebene deutlich steigen, auf 2.000 bis 2.150 Dollar je Unze, wobei das Management hierfür einen Goldpreis von 4.000 Dollar je Unze als Grundlage genommen hat. Bei diesem Preis belaufen sich die Royalties (Lizenzgebühren) laut den Managementangaben auf 325 Dollar je Unze.
Bei einem Goldpreis von 5.000 Dollar würden die Royalties allerdings bei 440 Dollar je Unze liegen. Dementsprechend dürften Analysten von AISC von 2.115 bis 2.265 Dollar je Unze ausgehen.
Außerdem sollen sich die Investitionen auf 500 Millionen Dollar belaufen, davon sollen 120 Millionen Dollar auf den Ausbau der Kapazitäten entfallen.
So sehen die Schätzungen aus
Analysten prognostizieren für 2026 einen Umsatzsprung um 44,7 Prozent auf 4,1 Milliarden Dollar.
Dabei soll das Ebitda um 62,2 Prozent auf 2,5 Milliarden Dollar nach oben schießen.
Außerdem soll sich der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) auf 2,2 Milliarden Dollar annähernd verdoppeln. Damit würde die Marge von 39,6 auf 53,0 Prozent nach oben schießen – ein hervorragender Wert.
Die Schätzungen sind logischerweise mit sehr hoher Unsicherheit behaftet, schließlich kann niemand vorhersagen, ob und wie hoch die Rekordfahrt beim Goldpreis noch weitergehen könnte.
Wie geht’s weiter mit der Aktie?
Nach der Rekordfahrt der Iamgold-Aktie liegt der Börsenwert bei 13,2 Milliarden Dollar. Inklusive der Nettoschulden von lediglich 344,4 Millionen Dollar liegt der Enterprise Value (EV) bei 13,5 Milliarden Dollar.
Das entspricht lediglich dem 6,2-Fachen des von Analysten für 2026 prognostizierten Ebit. Die niedrige Bewertung zeigt, dass viele Investoren offenbar davon ausgehen, dass die Rekordfahrt beim Goldpreis nicht nachhaltig ist, sondern er vielmehr wieder nach unten rauschen sollte.
Diese Skepsis kann ich allerdings absolut nicht nachvollziehen. Vielmehr sollte der Goldpreis meiner Meinung nach nachhaltig auf Rekordfahrt sein. Damit ist die Aktie trotz der Rekordfahrt weiterhin ein Schnäppchen.
Und das 2026er-KGV liegt bei lediglich 10,4.
Wegen des Iran-Kriegs könnte der Goldpreis kurzfristig unter großen Schwankungen seitwärts tendieren. Sobald sich ein Ende des Iran-Kriegs abzeichnet, sollte die Notierung des Edelmetalls meiner Meinung nach aber wieder auf Rekordfahrt gehen. In diesem Szenario bleiben die Aussichten für Iamgold hervorragend, weshalb die sehr günstige Aktie wieder auf Rekordfahrt gehen sollte.
BNP Paribas bietet auf die Aktie von Iamgold (899657) Mini Futures und weitere Produkte an.

Egmond Haidt
Der Autor dieses Beitrags, Egmond Haidt, arbeitete nach seiner Bankausbildung und dem BWL-Studium ab 2000 als Redakteur bei BÖRSE ONLINE. Seit Juli 2013 ist der Finanzjournalist als Freiberufler tätig. Jeden Dienstag ab 18 Uhr analysiert er die neuesten Entwicklungen am Finanzmarkt in der Sendung Euer Egmond.
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