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Johnson & Johnson – Zum ersten Mal einen Jahresumsatz von 100 Milliarden Dollar im Visier
Die Aktie des US-Pharma- und Medizintechnik-Konzerns war auf Rekordfahrt. Wie geht’s nach der Vorlage der Quartalszahlen weiter?
Mit leichten Gewinnen hat das Papier von Johnson & Johnson auf die Vorlage der Quartalszahlen am Dienstag, dem 14. April, reagiert. Das Unternehmen hat erfreuliche Ergebnisse vorgelegt, woraufhin Vorstandschef Joaquin Duato den Ausblick für das Gesamtjahr leicht angehoben und sich zuversichtlich gezeigt hat, dass der Konzern gut unterwegs sei in Richtung der 2030er-Ziele.
Im ersten Quartal ist der Umsatz von J&J um 9,9 Prozent auf 24,1 Milliarden Dollar gestiegen, das lag deutlich über den Schätzungen der Analysten von 23,6 Milliarden Dollar. Das währungsbereinigte Wachstum lag bei 6,4 Prozent.
Dabei war das Geschäft mit Medikamenten währungsbereinigt um 7,4 Prozent auf 15,4 Milliarden Dollar gewachsen, während jenes mit Medizintechnikprodukten währungsbereinigt um 4,6 Prozent auf 8,6 Milliarden Dollar zugelegt hat.
Die Einnahmen mit dem ehemaligen Blockbuster Stelara, einem Präparat zur Behandlung von psoriatischer Arthritis, sind wegen des zunehmenden Wettbewerbsdrucks durch Nachahmerpräparate um 60 Prozent auf nur noch 656 Millionen Dollar eingebrochen.
Hingegen lief das Geschäft mit etlichen anderen Präparaten umso erfreulicher, etwa mit jenen gegen Krebs. So sind die Einnahmen mit Darzalex um 22,5 Prozent auf 4,0 Milliarden Dollar gestiegen – das lag deutlich über den Schätzungen von 3,4 Milliarden Dollar. Zudem sind jene mit Rybrevant und Lacluze, die häufig in Kombination miteinander eingesetzt werden, sogar um 83 Prozent auf insgesamt 257 Millionen Dollar nach oben geschossen.
Außerdem legten jene mit dem Nasenspray Spravato zur Linderung der Symptome einer Depression um 46 Prozent auf 468 Millionen Dollar zu.
Große Erwartungen hat das Management an Icotyde, ein orales Psoriasis-Medikament, das im März von der US-Gesundheitsbehörde FDA zugelassen worden ist. Inzwischen sollen bereits 1.500 Patienten das Präparat nehmen, während es laut den Angaben des Managements das Potenzial habe, zu einem der größten Ergebnislieferanten des Unternehmens zu werden.
Zwar ist der bereinigte Gewinn je Aktie im ersten Quartal um 2,5 Prozent auf 2,70 Dollar gesunken, das lag allerdings minimal über den Erwartungen von 2,69 Dollar.
Außerdem ist der Free Cashflow um 56 Prozent auf 1,5 Milliarden Dollar eingebrochen. Das Management sagte allerdings, dass dieser Wert erwartet worden sei und für das Gesamtjahr weiterhin rund 21 Milliarden Dollar geplant seien.
Prognose leicht angehoben
Bei der Zahlenvorlage zeigte sich Vorstandschef Duato mit den Ergebnissen zufrieden und gab sich überzeugt, dass der Konzern, „das stärkste Portfolio und (die stärkste) Pipeline in der Unternehmensgeschichte von Johnson & Johnson“ habe. Zudem erhöhte er die Prognose für das Gesamtjahr leicht.
Demnach soll 2026 ein Umsatz von 100,3 bis 101,3 Milliarden Dollar erzielt werden, statt der zuvor geplanten 100,0 bis 101,0 Milliarden Dollar. Die Mitte der neuen Spanne (100,8 Milliarden Dollar) bedeutet ein Wachstum von 7,0 Prozent, zudem würde der Erlös erstmals die Marke von 100 Milliarden Dollar übersteigen.
Den Ausblick für den bereinigten Gewinne je Aktie schraubte der Firmenchef auf 11,45 bis 11,65 Dollar nach oben, statt der zuvor avisierten 11,43 bis 11,63 Dollar. Die Mitte der neuen Spanne (11,55 Dollar) entspricht einem Plus von 7,1 Prozent.
Duato gab sich zudem zuversichtlich, dass es 2027 weitere Fortschritte bei der Geschäftsentwicklung geben werde, sodass das Umsatzwachstum schlussendlich bis zum Ende des Jahrzehnts einen prozentual zweistelligen Wert erreichen werde. Bereinigt um Stelara wäre der Umsatz von J&J laut den Angaben des Managements im ersten Quartal prozentual zweistellig gewachsen.
So sehen die Schätzungen aus
Analysten prognostizieren für 2026 einen Umsatzanstieg um 7,1 Prozent auf 100,86 Milliarden Dollar. 2027 soll es um 6,0 auf 106,9 Milliarden Dollar aufwärts gehen, was allerdings eine leichte Abschwächung des Wachstums bedeuten würde.
Zudem soll der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) 2026 um 10,4 Prozent auf 33,5 Milliarden Dollar steigen, gefolgt von einem Plus von 8,6 Prozent auf 36,4 Milliarden Dollar für 2027. Damit würde sich die Marge jeweils deutlich verbessern, zuerst von 32,2 auf 33,2 Prozent, um 2027 sogar 34,0 Prozent zu erreichen.
Wie geht’s weiter mit der Aktie?
Nach der Rekordfahrt liegt der Börsenwert bei 578,3 Milliarden Dollar. Inklusive der Nettoschulden von 32,9 Milliarden Dollar liegt der Enterprise Value (EV) bei 611,2 Milliarden Dollar.
Das entspricht dem 16,8-Fachen des von Analysten für 2027 vorhergesagten Ebit. Die relativ hohe Bewertung zeigt, welch kräftiges Wachstum in der Aktie bereits eingepreist ist. Dabei soll sich das Umsatzwachstum 2026 etwas abschwächen, allerdings soll die Marge deutlich verbessert werden.
Und das 2027er-KGV liegt bei 18,9.
Meiner Meinung nach dürfte die Aktie erst einmal die Rekordfahrt der vergangenen Monate verdauen. Bei anhaltend erfreulicher Geschäftsentwicklung könnte der Höhenflug des Papiers anschließend weitergehen.
BNP Paribas bietet auf die Aktie von Johnson & Johnson (853260) Mini Futures, Unlimited Turbos, Optionsscheine, Faktor-Optionsscheine und weitere Produkte an.

Egmond Haidt
Der Autor dieses Beitrags, Egmond Haidt, arbeitete nach seiner Bankausbildung und dem BWL-Studium ab 2000 als Redakteur bei BÖRSE ONLINE. Seit Juli 2013 ist der Finanzjournalist als Freiberufler tätig. Jeden Dienstag ab 18 Uhr analysiert er die neuesten Entwicklungen am Finanzmarkt in der Sendung Euer Egmond.
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