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Las Vegas Sands – Investoren wetten auf Konjunkturbelebung in China

Der Betreiber von Casinos in Asien leidet unter dem schwierigen Umfeld. Von großer Bedeutung ist zudem ein anderer Faktor.
Mit einem deutlichen Kurssprung nach oben hat die Aktie von Las Vegas Sands auf die Vorlage der Quartalszahlen am 23. Oktober reagiert. Damit notiert das Papier nach dem jahrelangen Seitwärtstrend in der Nähe des 7-Monats-Hochs.
Zwar waren die Ergebnisse deutlich schwächer als erwartet, allerdings ist es Vorstandschef Robert G. Goldstein gelungen, Zuversicht auf bessere Zeiten zu verbreiten.
Der Konzern mit Firmensitz in Las Vegas im US-Bundesstaat Nevada betreibt etliche Hotels und Casinos in Macau sowie das „Marina Bay Sands“ in Singapur. Macau ist eine etwa 50 Kilometer westlich von Hongkong gelegene Sonderverwaltungszone der Volksrepublik China. In Macau ist Glücksspiel legal.
Schwache Ergebnisse
Im dritten Quartal ist der Umsatz von Las Vegas Sands um 4 Prozent auf 2,68 Milliarden Dollar gesunken. Das lag unter den Schätzungen der Analysten von 2,78 Milliarden Dollar.
Der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sank um 12 Prozent auf 991 Millionen Dollar, das lag deutlich unter den Erwartungen von knapp 1,1 Milliarden Dollar. Damit hat sich zudem die Marge deutlich verschlechtert, von 40,1 auf 37,0 Prozent.
Dabei war das Ebitda in Macau deutlich gesunken, auf 585 Millionen Dollar.
Einerseits leidet die Insel unter der schwachen Konjunktur in China, was das Geschäft von Las Vegas Sands erheblich belastet hat. Goldstein sagte, dass zwar das Geschäft mit Premiumgästen brumme, allerdings schwächele der Massenmarkt weiterhin, weshalb die Besucherzahlen insgesamt unter dem Niveau von vor der Pandemie lägen.
Andererseits wurde das riesige Hotel und Casino „The Londoner Macao“ renoviert, weshalb viele Zimmer nicht vermietet werden konnten. Daher ist dessen Ebitda auf 124 Millionen Dollar eingebrochen. Dort kostet eine Suite bzw. ein Zimmer im Schnitt rund 225 Dollar pro Nacht. Damit ist es der zweitwichtigste Gewinnlieferant auf der Insel nach dem „The Venetian Macao“ mit 267 Millionen Dollar.
Außerdem ist das Ebitda des „Marina Bay Sands“ in Singapur auf 406 Millionen Dollar eingebrochen, weil das Glück diesmal viel häufiger aufseiten der Spieler war als üblich.
Der bereinigte Gewinn je Aktie knickte um 20 Prozent auf 0,44 Dollar ein, womit die Erwartungen von 0,53 Dollar bei Weitem verfehlt wurden.
Das Unternehmen hat zudem im dritten Quartal für 450 Millionen Dollar Aktien zurückgekauft. Nachdem aus dem Programm nur noch 195 Millionen Dollar übrig waren, hat es das Management auf 2 Milliarden Dollar aufgestockt und bis November 2026 verlängert.
Hoffen auf 2025
Trotz der enttäuschenden Quartalszahlen verbreitete Goldstein Zuversicht. So soll der branchenweite Umsatz in der Gaming-Industrie in Macau im Jahr 2025 den Wert von 30 Milliarden Dollar übersteigen. Davon will sich Las Vegas Sands ein schönes Stück abschneiden.
Der Konzern treibt zudem die Renovierung des „The Londoner Macao“ zügig voran. Seit Ende September 2024 stehen erstmals 300 neue Suiten zum Vermieten bereit. Bis zum Ende des Umbaus im zweiten Quartal 2025 sollen weitere 1.200 große Suiten sowie weitere 905 große Zimmer folgen.
Ebenfalls im zweiten Quartal 2025 soll die nächste Phase der 1,75 Milliarden Dollar teuren Renovierung des „Marina Bay Sands“ in Singapur abgeschlossen werden. Dann sollen 775 luxuriöse Suiten sowie 1.069 Zimmer für die Vermietung bereit sein.
Wenn im zweiten Quartal 2025 zahlreiche neue Suiten bzw. Zimmer im „The Londoner Macao“ sowie im „Marina Bay Sands“ vermietet werden können, dürfte das zwangsläufig auch das Casinogeschäft kräftig ankurbeln.
Der Vorstandschef gab sich zudem überzeugt, dass die für die darauffolgenden Jahre geplanten milliardenschweren Investitionen in Macau und Singapur dafür sorgen werden, dass der Konzern im Branchenvergleich überproportional stark wachsen und damit Marktanteile gewinnen werde.
So sehen die Schätzungen aus
Analysten prognostizieren für 2024 einen Umsatzanstieg um 9,1 Prozent auf 11,3 Milliarden Dollar. 2025 soll es um 10 Prozent auf 12,5 Milliarden Dollar nach oben gehen.
Zudem soll das bereinigte Ebitda 2024 um 7,5 Prozent auf 4,4 Milliarden Dollar zulegen, gefolgt von einem Sprung von 14,1 Prozent auf 5,0 Milliarden Dollar für 2025.
Außerdem sagen die Finanzprofis für 2024 einen Anstieg des bereinigten Gewinns vor Zinsen und Steuern (Ebit) um 14,4 Prozent auf 2,6 Milliarden Dollar vorher. Für 2025 wird ein Sprung von 23,5 Prozent auf knapp 3,3 Milliarden Dollar erwartet. Damit würde die Marge zuerst auf 23,4 Prozent deutlich steigen, um 2025 sogar auf 26,2 Prozent nach oben zu springen.
Wie geht’s weiter mit der Aktie?
Der Börsenwert liegt bei 38,9 Milliarden Dollar. Inklusive der Nettoschulden von knapp 9,7 Milliarden Dollar liegt der Enterprise Value (EV) bei 48,6 Milliarden Dollar.
Das entspricht dem 14,9-Fachen des von Analysten für 2025 vorhergesagten Ebit. Das ist meiner Meinung nach eine ziemlich hohe Bewertung und zeigt, dass Investoren davon ausgehen, dass das Geschäft von Las Vegas Sands in den nächsten Jahren brummen und der Konzern gleichzeitig eine hohe Marge erwirtschaften sollte.
Und das 2025er-KGV liegt bei 19,4.
Kurzfristig dürfte die Aktie vor allem an den Konjunkturnachrichten aus China beziehungsweise den Plänen der chinesischen Regierung für neue Fiskalmaßnahmen hängen. Sollte die Regierung weitere neue Maßnahmen ankündigen und es damit gelingen, die schwache Konjunktur deutlich anzukurbeln, sollte das Papier weiter nach oben tendieren.
BNP Paribas bietet auf die Aktie von Las Vegas Sands (A0B8S2) Mini Futures und Unlimited Turbos an.
Egmond Haidt
Der Autor dieses Beitrags, Egmond Haidt, arbeitete nach seiner Bankausbildung und dem BWL-Studium ab 2000 als Redakteur bei BÖRSE ONLINE. Seit Juli 2013 ist der Finanzjournalist als Freiberufler tätig. Jeden Dienstag ab 18 Uhr analysiert er die neuesten Entwicklungen am Finanzmarkt in der Sendung Euer Egmond.
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