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Lennox International – Schwäche am US-Immobilienmarkt belastet das Geschäft

Der US-Spezialist für Heizungs- und Lüftungstechnik hat mit einem schwierigen Umfeld zu kämpfen. Wie geht’s weiter mit der Aktie?
Die Lage am US-Immobilienmarkt ist herausfordernd. Einerseits sind die Hypothekenzinsen trotz des deutlichen Rückgangs der vergangenen Monate noch immer viel höher als in den Vorjahren, weshalb sich viele Amerikaner den Kauf einer Wohnung oder eines Hauses kaum leisten können. Anderseits halten sich viele Unternehmen – mit Ausnahme der massiven Investitionen in Rechenzentren – mit dem Bau von Gewerbeimmobilien zurück.
Dieses schwierige Umfeld bekommt Lennox International zu spüren. Das Unternehmen ist ein Spezialist für Heiz-, Lüftungs-, Klima- und Kältelösungen und verkauft Klimaanlagen, Heizungen, Öfen, Wärmepumpen, Luftbehandlungsgeräte und Steuerungen für den Wohn- und Gewerbebereich.
Im dritten Quartal ist der Umsatz um 5 Prozent auf 1,43 Milliarden Dollar gesunken. Das lag deutlich unter den Schätzungen der Analysen von 1,50 Milliarden Dollar. Grund für den Rückgang war der Einbruch beim Absatz von Produkten für den privaten Bereich, woraufhin die Erlöse in der Sparte auf 912,9 Millionen Dollar eingebrochen sind. Laut Vorstandschef Alok Maskara haben zudem viele Nutzer ihre Anlagen lieber reparieren lassen anstatt neue zu kaufen.
Hingegen sind die Einnahmen im gewerblichen Bereich deutlich gestiegen, auf 513,9 Millionen Dollar, das war allerdings allein auf Preiserhöhungen zurückzuführen.
Aufgrund von Kostensenkungen stieg der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) auf Konzernebene zwar um 2 Prozent auf 310,2 Millionen Dollar, damit hat sich die Marge deutlich verbessert von 20,2 auf 21,7 Prozent. Allerdings lag das Ebit um rund 2 Prozent unter den Erwartungen.
Zudem legte der Gewinn je Aktie um 4 Prozent auf 6,98 Dollar zu.
Prognose gesenkt
Auf der Analystenkonferenz räumte Maskara ein, dass das Geschäft im dritten Quartal schlechter gelaufen sei als erwartet, zumal einige Auftragnehmer zu große Lagervorräte gehabt und diese abgebaut hätten, was das Geschäft von Lennox zusätzlich belastet habe.
Daher seien auch die hauseigenen Vorräte deutlich zu hoch und sollen daher bis Mitte 2026 abgebaut werden. Die Vorräte hatten zwischen Ende 2024 und September 2025 um rund 300 Millionen Dollar auf zuletzt 991,5 Millionen Dollar zugelegt, weshalb sich zahlreiche Fragen der Analysten um den geplanten Abbau gedreht haben.
Wegen des schwachen Geschäfts im Sommer soll der Umsatz im Gesamtjahr 2025 um 1 Prozent sinken, zuvor war ein Wachstum von 3 Prozent geplant gewesen. Grund ist der deutliche Rückgang im Geschäft mit Produkten für den privaten Bereich, hingegen sollen die Erlöse mit jenen für den gewerblichen Bereich deutlich zulegen.
Im Gegenzug will der Vorstandschef noch etwas stärker auf die Kostenbremse treten, womit die Einsparungen 90 Millionen Dollar erreichen sollen, statt der zuvor geplanten 75 Millionen Dollar.
Dennoch soll ein bereinigter Gewinn je Aktie von lediglich 22,75 bis 23,25 Dollar erwirtschaftet werden, statt der zuvor avisierten 23,25 bis 24,25 Dollar.
Außerdem schraubte Maskara den Ausblick für den Free Cashflow deutlich nach unten, auf 550 Millionen Dollar statt der zuvor geplanten 650 bis 800 Millionen Dollar. Hauptgrund hierfür seien die deutlich zu hohen Lagervorräte.
Zuversicht für 2026
Hingegen soll der Umsatz 2026 auf den Wachstumskurs zurückkehren. Dazu soll auch die am 16. Oktober abgeschlossene Übernahme der Firma DuroDyne einschließlich der Marke Supco für rund 550 Millionen Dollar beitragen. DuroDyne ist ein führender Hersteller von Ersatzteilen und Zubehör und soll einen Jahresumsatz von 225 Millionen Dollar erreichen.
Maskara setzt zudem auf eine Erholung an den Märkten für Wohn- und Gewerbeimmobilien, dafür sollen die zuletzt deutlich gesunkenen Hypothekenzinsen sorgen.
Das Wachstum soll zusätzlich durch das Joint Venture mit Samsung Electronics angekurbelt werden. Die beiden Partner werden Heiz- und Kühlprodukte in den USA und Kanada vertreiben. Das Joint Venture soll den Umsatz von Lennox langfristig um 1 Prozentpunkt pro Jahr ankurbeln.
So sehen die Schätzungen aus
Analysten prognostizieren für 2025 einen Umsatzrückgang um 1,4 Prozent auf 5,27 Milliarden Dollar. 2026 soll es um 9,3 Prozent auf 5,75 Milliarden Dollar nach oben gehen.
Dabei soll das Ebit 2025 leicht zulegen, auf 1,0 Milliarden Dollar, gefolgt von einem Sprung um 12 Prozent auf 1,2 Milliarden Dollar für 2026. Damit würde die Marge zuerst etwas zulegen, von 19,4 auf 19,9 Prozent, um 2026 20,3 Prozent zu erreichen. Die Werte liegen jeweils weit über dem Niveau früherer Jahre.
Wie geht’s weiter mit der Aktie?
Nachdem die Aktie von Lennox International im Oktober 2025 auf das niedrigste Niveau seit April 2025 eingebrochen war, hat sie sich zuletzt deutlich erholt.
Damit liegt der Börsenwert bei 17,2 Milliarden Dollar. Inklusive der Nettoschulden von 952,9 Millionen Dollar liegt der Enterprise Value (EV) bei 18,15 Milliarden Dollar.
Das entspricht dem 15,5-Fachen des von Analysten für 2026 vorhergesagten Ebit. Ich finde, das ist eigentlich eine ausreichende Bewertung für ein stark zyklisches Unternehmen, wenngleich der Umsatz – laut den Schätzungen der Analysten – 2026 kräftig wachsen und die Ebit-Margen auf neue Rekordhochs steigen sollen.
Meiner Meinung nach sollte die kurzfristige Entwicklung der Aktie von Lennox International vor allem von der Zinsentwicklung in den USA abhängen. Sollten die Zinsen für US-Staatsanleihen – aufgrund der Turbulenzen in Japan – etwas weiter steigen und damit die Hypothekenzinsen nach oben ziehen, könnte das Lennox-Papier erneut unter Druck kommen. Umso gespannter warten Investoren auf die Fed-Sitzung am 10. Dezember.
BNP Paribas bietet auf die Aktie von Lennox International (924838) Mini Futures, Unlimited Turbos und weitere Produkte an.

Egmond Haidt
Der Autor dieses Beitrags, Egmond Haidt, arbeitete nach seiner Bankausbildung und dem BWL-Studium ab 2000 als Redakteur bei BÖRSE ONLINE. Seit Juli 2013 ist der Finanzjournalist als Freiberufler tätig. Jeden Dienstag ab 18 Uhr analysiert er die neuesten Entwicklungen am Finanzmarkt in der Sendung Euer Egmond.
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