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Micron Technology – Sensationelle Prognose lässt Aktie auf Rekordhochs nach oben schießen
Der US-Hersteller von Speicherchips ist einer der größten Profiteure des KI-Booms. Kann irgendetwas die weitere Rekordfahrt der Aktie aufhalten?
Mit einem Kurssprung von 17 Prozent reagiert die Aktie von Micron Technology auf die Veröffentlichung der Quartalszahlen am Mittwochabend, dem 24. Juni, nach Börsenschluss in den USA. Mit Kursen von um die 1.227 Dollar notiert das Papier damit am Rekordhoch.
Mehr noch als die hervorragenden Rekordergebnisse euphorisieren Investoren der Ausblick von Vorstandschef Sanjay Mehrotra und die zahlreichen mehrjährigen Großaufträge, die der US-Hersteller von Speicherchips abgeschlossen hat (siehe unten).
Im per Mai beendeten dritten Quartal 2025/26 hat Micron den Umsatz auf 41,46 Milliarden Dollar mehr als vervierfacht. Das lag weit über den Schätzungen der Analysten von 35,69 Milliarden Dollar. Für Rückenwind haben neben dem steigenden Absatz auch massive Preiserhöhungen gesorgt.
Auf der Analystenkonferenz sagte Mehrotra, dass der Umsatz mit Chips für Rechenzentren auf mehr als 25 Milliarden Dollar gestiegen sei, was einer Jahresrate von mehr als 100 Milliarden Dollar entspreche. Laut meinen Berechnungen haben sich die Erlöse in dem Bereich mehr als verfünffacht, auf den Rekord von 25,3 Milliarden Dollar.
Zudem hat sich die bereinigte Bruttomarge auf Konzernebene mehr als verdoppelt, auf 84,9 Prozent, und damit die Erwartungen von 81,9 Milliarden Dollar klar übertroffen.
Außerdem hat sich die bereinigte Marge gemessen am Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 26,8 Prozent auf horrende 81,2 Prozent verdreifacht.
Schlussendlich ist der bereinigte Gewinn je Aktie auf 25,11 Dollar nach oben geschossen und hat damit die Schätzungen von 20,49 Dollar bei Weitem übertroffen.
Hervorragend sah auch die Entwicklung beim Cashflow aus: Jener aus dem operativen Geschäft ist auf 25,4 Milliarden Dollar explodiert. Abzüglich der Nettoinvestitionen (Investitionen minus staatliche Subventionen) von 7,1 Milliarden Dollar ist der Free Cashflow auf 18,3 Milliarden Dollar nach oben geschossen.
Sensationelle Prognose
Auf der Analystenkonferenz gab sich Mehrotra sehr zufrieden mit den Ergebnissen und zuversichtlich, dass das rasante Wachstum in der Branche und bei Micron selbst anhalten werde. Laut seiner Einschätzung würden Speicherchips auch über das Jahr 2027 hinaus knapp bleiben und sich die Lage erst 2028 etwas entspannen. Es sei allerdings zeitlich „nicht absehbar“, wann das Angebot zur boomenden Nachfrage aufschließen werde.
Micron selbst habe 16 mehrjährige Großaufträge mit einer Laufzeit von 3 bis 5 Jahren abgeschlossen. Sie enthielten Mindestabnahmemengen und -preise, wobei die Preise entweder fest seien oder sich in einem Preisband mit Mindestpreisen bewegen würden.
14 der 16 Großaufträge hätten einen Auftragsbestand von insgesamt mehr als 100 Milliarden Dollar, allerdings sei Micron zuversichtlich, dass die späteren Umsätze tatsächlich viel höher ausfallen würden als 100 Milliarden Dollar.
Micron werde daher weiter kräftig investieren, um die Kapazitäten auszubauen. Für das vierte Quartal 2025/26 seien dafür rund 10 Milliarden Dollar geplant, womit sich die Investitionen für das Gesamtjahr auf rund 27 Milliarden Dollar belaufen würden.
Für das vierte Quartal hat das Management einen Umsatz von 50 Milliarden Dollar (plus/minus 1 Milliarde Dollar) in Aussicht gestellt. Das lag meilenweit über den Erwartungen von 43,24 Milliarden Dollar.
Außerdem soll eine bereinigte Bruttomarge von rund 86 Prozent erwirtschaftet werden.
Schlussendlich soll der bereinigte Gewinn je Aktie auf 31 Dollar (plus/minus 1 Dollar) nach oben schießen. Das lag meilenweit über den Erwartungen von 25,31 Dollar.
So sehen die Schätzungen aus
Analysten prognostizieren für das im August endende Fiskaljahr 2025/26 einen Umsatzsprung von 246 Prozent auf den Rekord von 129,4 Milliarden Dollar. 2026/27 soll es um 72 Prozent auf 222,5 Milliarden Dollar nach oben gehen.
Dabei soll das bereinigte Ebit 2025/26 um 806 Prozent auf den Rekord von 98,3 Milliarden Dollar explodieren. Für 2026/27 wird ein Sprung um 80 Prozent auf 176,7 Milliarden Dollar erwartet.
Damit würde die Marge zuerst von 29,0 auf 71,8 Prozent für 2025/26 nach oben schießen, um 2026/27 sogar 80,0 Prozent zu erreichen. Die Margen lägen damit jeweils meilenweit über dem Niveau früherer Spitzenwerte.
Nach der Zahlenvorlage dürften die Finanzprofis ihre Schätzungen für 2025/26 und 2026/27 jeweils kräftig nach oben schrauben.
Wie geht’s weiter mit der Aktie?
Nach dem Kurssprung auf Rekordhochs liegt der Börsenwert bei 1,39 Billionen Dollar. Abzüglich des Netto-Cash-Bestands von 24,4 Milliarden Dollar liegt der Enterprise Value (EV) bei 1,37 Billionen Dollar.
Das entspricht dem 7,7-Fachen des von Analysten für 2026/27 prognostizierten Ebit. Die niedrige Bewertung zeigt, dass Investoren der Überzeugung sind, dass der massive Anstieg der Ergebnisse nicht nachhaltig sein dürfte und es schlussendlich – wie bislang immer – einen „Schweinezyklus“ bei Speicherchips geben werde, dass also die Nachfrage einbrechen werde, woraufhin die Preise und die Profitabilität kollabieren würden.
Allerdings deuten die 16 mehrjährigen Großaufträge darauf hin, dass es möglicherweise noch Jahre dauern könnte, bis der „Schweinezyklus“ tatsächlich eintreten könnte. Im Moment deutet meiner Meinung nach absolut nichts auf ein Ende des KI-Booms hin.
Meiner Meinung nach sollte die Rekordfahrt der Aktie von Micron Technology weitergehen, schließlich sprechen die Prognose und die Großaufträge für sich. In diesem Umfeld dürften Investoren weiter kräftig bei dem Papier zugreifen, zumal es trotz der Rekordfahrt weiterhin günstig ist.
BNP Paribas bietet auf die Aktie von Micron Technology (869020) Mini Futures, Unlimited Turbos, Optionsscheine, Faktor-Optionsscheine und weitere Produkte an.

Egmond Haidt
Der Autor dieses Beitrags, Egmond Haidt, arbeitete nach seiner Bankausbildung und dem BWL-Studium ab 2000 als Redakteur bei BÖRSE ONLINE. Seit Juli 2013 ist der Finanzjournalist als Freiberufler tätig. Jeden Dienstag ab 18 Uhr analysiert er die neuesten Entwicklungen am Finanzmarkt in der Sendung Euer Egmond.
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