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Nebius – 27-Milliarden-Dollar-Deal mit Meta Platforms euphorisiert Investoren
Das Geschäft des niederländischen Betreibers von KI-Cloud-Rechenzentren boomt gewaltig. Bricht die Aktie aus dem monatelangen Seitwärtstrend nach oben aus?
Einer der großen Profiteure des KI-Hypes ist die niederländische Firma Nebius, weshalb sich die Aktie gegenüber dem Tief vom April 2025 versechsfacht hat. Nach dem Seitwärtstrend der vergangenen Monate hatte sich das Papier wieder dem Rekordhoch vom Oktober 2025 von rund 135 Dollar genähert, ehe die Aktie zuletzt deutlich nachgegeben hat. Zwischenzeitlich hat ein am 16. März angekündigter 27 Milliarden Dollar schwerer Deal mit Meta Platforms die nächste Stufe der Kursrakete gezündet (siehe unten).
Nebius war 2024 von dem russischen Internetriesen Yandex abgespalten worden und ist ein niederländischer Anbieter von KI-Cloud-Infrastruktur, der Rechenzentren mit Nvidia-GPUs betreibt. Das Unternehmen konzentriert sich auf das Training und die Inferenz großer KI-Modelle, bietet Cloud-Plattformen für Entwickler an und gilt als Konkurrent des US-Konzerns CoreWeave.
Im vierten Quartal ist der Umsatz von Nebius um 547 Prozent auf 227,7 Millionen Dollar nach oben geschossen. (Die Firman bilanziert auf US-Dollar-Basis.)
Dabei lag der annualisierte Erlös des Monats Dezember bei 1,25 Milliarden Dollar. Diese Zahl lag weit über der Prognose von Vorstandschef Arkadi Wolosch, nachdem er sie im November 2025 auf 900 Millionen bis 1,1 Milliarden Dollar angehoben hatte.
Dabei stand für das vierte Quartal ein bereinigter Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 15 Millionen Dollar zu Buche, nach einem Ebitda-Verlust von 63,9 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum. Das war das erste Mal, dass Nebius auf Ebene des bereinigten Ebitda einen Gewinn erwirtschaftet hat.
Im Gesamtjahr 2025 ist der Umsatz um 479 Prozent auf 529,8 Millionen Dollar nach oben geschossen.
Dabei wurde der Ebitda-Verlust um 71 Prozent auf 64,9 Millionen Dollar abgebaut.
Allerdings belastet der Bau zahlreicher Rechenzentren den Cashflow erheblich. Zwar ist der Cashflow aus dem operativen Geschäft kräftig gestiegen, auf 384,8 Millionen Dollar, allerdings sind die Investitionen auf 4,1 Milliarden Dollar nach oben geschossen, davon allein 2,1 Milliarden Dollar für das vierte Quartal.
Sensationeller Ausblick
Bei der Zahlenvorlage am 12. Februar 2026 gab sich Vorstandschef Wolosch mit den Ergebnissen sehr zufrieden und auch sehr zuversichtlich bezüglich der weiteren Geschäftsentwicklung. Schließlich habe die Firma 2025 fünf Rechenzentren in Betrieb genommen, während der Bau von insgesamt neun weiteren in den USA, Frankreich, Israel und Großbritannien zügig vorangetrieben werde. Damit werde die Zahl auf insgesamt 16 steigen.
Das Unternehmen habe die erste Tranche der Kapazitäten an Microsoft im November 2025 planmäßig geliefert, während die Lieferung der restlichen Kapazitäten an den Softwareriesen wie geplant vorankomme.
Zudem habe Nebius die beiden vertraglich vereinbarten Kapazitätstranchen an Meta Platforms geliefert.
Das Management von Nebius hat für 2026 einen Umsatz von 3,0 bis 3,4 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt. Die Mitte der Spanne bedeutet eine Versechsfachung gegenüber 2025. Dabei boome die Nachfrage von KI-Start-ups ebenso wie die von Hyperscalern.
Dabei soll die annualisierte Jahresrate im Dezember bei 7 bis 9 Milliarden Dollar liegen.
Zudem peilt der Vorstand für das Gesamtjahr eine bereinigte Ebitda-Marge von rund 40 Prozent an.
Aufgrund der hohen Kosten werde auf Basis des Ergebnisses vor Zinsen und Steuern (Ebit) allerdings erneut ein Verlust erwartet. Indes bekräftigte Wolosch, mittelfristig eine Ebit-Marge von 20 bis 30 Prozent oder sogar noch mehr zu erreichen.
Zudem sollen die Investitionen 2026 auf 16 bis 20 Milliarden Dollar nach oben schießen. Neben dem Cashflow aus dem operativen Geschäft soll das auch über neue Schulden finanziert werden.
Riesiger Deal mit Meta Platforms
Am 16. März hat Nebius dann einen Vertrag von bis zu 27 Milliarden Dollar mit Meta Platforms angekündigt. Dabei werde Nebius dem sozialen Netzwerk ab Anfang 2027 Kapazitäten im Volumen von 12 Milliarden Dollar zu Verfügung stellen. Zudem hat sich Meta verpflichtet, zusätzliche Kapazitäten von 15 Milliarden Dollar zu erwerben.
Der Vertrag stellt einen der größten dar, den Meta Platforms jemals unterzeichnet hat, und zeigt damit, wie energisch der Konzern seine KI-Lösungen vorantreiben will. Meta hatte bereits 2025 einen Vertrag über 3 Milliarden Dollar mit Nebius unterzeichnet, der derzeit von der Firma umgesetzt wird (siehe oben).
Wenige Tage vor der Bekanntgabe des 27-Milliarden-Dollar-Deals hatte Nvidia angekündigt, 2 Milliarden Dollar in Nebius zu investieren.
Am 20. März hat Nebius dann Wandelanleihen im Volumen von 4,3 Milliarden Dollar platziert.
So sehen die Schätzungen aus
Analysten sagen für 2026 einen Umsatzsprung von 524,3 Prozent auf 3,31 Milliarden Dollar vorher. 2027 soll sich der Erlös auf 9,7 Milliarden Dollar annähernd verdreifachen.
Dabei soll 2026 ein bereinigtes Ebitda von 1,34 Milliarden Dollar erwirtschaftet werden, was einer Marge von 40,7 Prozent entspräche. 2027 soll es mit 5,39 Milliarden Dollar das Vierfache des 2025er-Werts erreichen, was eine Marge von horrenden 55,4 Prozent bedeuten würde.
Allerdings soll 2026 auf Ebit-Ebene ein Verlust von 590,4 Millionen Dollar zu Buche stehen. Hingegen soll 2027 mit einem kleinen Ebit-Gewinn von 119,1 Millionen Dollar der Turnaround gelingen.
Selbstverständlich sind diese Schätzungen mit riesiger Unsicherheit behaftet, schließlich kann niemand seriös vorhersagen, ob und wie sehr der KI-Boom weitergehen könnte – und ob Nebius beim Bau der Rechenzentren wie geplant vorankommen wird. Man kann sicher nicht ausschließen, dass es zu irgendwelchen Verzögerungen kommen könnte – nicht zuletzt vor dem Hintergrund des Iran-Kriegs.
Wie geht’s weiter mit der Aktie?
Der Börsenwert von Nebius liegt bei herben 28,9 Milliarden Dollar. Die Nettoschulden lagen Ende 2025 bei 449,6 Millionen Dollar. Inklusive der Ende März platzierten Wandelanleihen gehe ich damit von Nettoschulden von 4,75 Milliarden Dollar aus. Damit liegt der Enterprise Value (EV) bei 33,65 Milliarden Dollar.
Das entspricht dem 282,5-Fachen des von Analysten für 2027 vorhergesagten Ebit. Das ist eine völlig astronomische Bewertung, selbst wenn man die erwartete Explosion des Umsatzes und die dramatische Verbesserung der Margen berücksichtigt.
Ein KGV lässt sich weder für 2026 noch für 2027 errechnen, schließlich soll jeweils ein Verlust zu Buche stehen.
Die Aktie ist offensichtlich eine Wette auf den KI-Boom. Meiner Meinung nach könnte das extrem hoch bewertete Papier – wie schon in den vergangenen sechs Monaten – weiterhin unter großen Schwankungen seitwärts tendieren. Dabei ist von großer Bedeutung, dass keine Zweifel am KI-Boom aufkommen, obwohl die Nvidia-Aktie zuletzt in die Nähe des 8-Monats-Tiefs gesunken ist.
Und selbstverständlich muss Nebius in den nächsten Quartalen das erwartete rasante Umsatzwachstum und die drastische Verbesserung der Profitabilität auch tatsächlich liefern und vor allem die annualisierte Jahresrate für Dezember von 7 bis 9 Milliarden Dollar regelmäßig bestätigen, am besten sogar anheben. Hingegen könnten jedwede schlechten Nachrichten für einen herben Kurseinbruch sorgen.
BNP Paribas bietet auf die Aktie von Nebius (A1JGSL) Mini Futures, Unlimited Turbos, Optionsscheine, Faktor-Optionsscheine und weitere Produkte an.

Egmond Haidt
Der Autor dieses Beitrags, Egmond Haidt, arbeitete nach seiner Bankausbildung und dem BWL-Studium ab 2000 als Redakteur bei BÖRSE ONLINE. Seit Juli 2013 ist der Finanzjournalist als Freiberufler tätig. Jeden Dienstag ab 18 Uhr analysiert er die neuesten Entwicklungen am Finanzmarkt in der Sendung Euer Egmond.
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