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Newmont – Trotz Rekordfahrt ist Aktie des Goldförderers weiterhin ein Schnäppchen
Der Branchenriese aus den USA erfreut sich glänzender Geschäfte. Das Management hat einen Plan zur Verteilung der sprudelnden Gewinne an die Aktionäre vorgelegt.
Mit einem deutlichen Kursrückgang hat die Newmont-Aktie auf die Veröffentlichung der 2025er-Zahlen am Donnerstagabend, dem 19. Februar, nach Börsenschluss in den USA reagiert. Zwar sind die Ergebnisse gut ausgefallen, allerdings hat der 2026er-Ausblick der neuen Vorstandschefin Natascha Viljoen für Verunsicherung bei Investoren gesorgt. Wie geht’s weiter mit der Aktie?
2025 ist der Umsatz des größten Goldförderers der USA um 21,3 Prozent auf 22,7 Milliarden Dollar gestiegen, allerdings ist die Goldförderung um 14 Prozent auf 5,89 Millionen Unzen gesunken.
Zudem sind die Goldverkäufe um 16 Prozent auf 5,45 Millionen Unzen zurückgegangen. Allerdings ist der realisierte Verkaufspreis um 45 Prozent auf 3.498 Dollar je Unze nach oben geschossen. Daher sind die Einnahmen aus dem Goldgeschäft um 23 Prozent auf 19,3 Milliarden Dollar geklettert und machten damit 85 Prozent der Konzernerlöse aus.
Zudem sind die die All-in Sustaining Costs (AISC), also quasi die nachhaltigen Produktionskosten, im Goldbereich um 4 Prozent auf 1.358 Dollar je Unze gesunken – eine sehr erfreuliche Entwicklung. Auf der Analystenkonferenz betonte das Management, dass die AISC ohne die laufenden Kostensenkungen um 100 Dollar je Unze höher ausgefallen wären.
Außerdem entfielen Erlöse von 1,4 Milliarden Dollar auf den Kupferabsatz und 1,1 Milliarden Dollar auf jenen von Silber. Die restlichen Einnahmen stammten aus dem Verkauf von Zinn und Zink.
Dabei schoss der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) auf Konzernebene um 55 Prozent auf 13,5 Milliarden Dollar nach oben. Damit sprang die Marge von 46,4 auf herbe 59,5 Prozent nach oben.
Zudem hat sich der bereinigte Gewinn je Aktie auf 6,89 Dollar verdoppelt.
Ähnlich erfreulich wie beim bereinigten Ebitda sah auch die Entwicklung beim Cashflow aus. Jener aus dem operativen Geschäft ist auf 10,3 Milliarden Dollar nach oben geschossen. Da gleichzeitig die Investitionen auf 3,0 Milliarden Dollar deutlich gesunken sind, ist der Free Cashflow um 150 Prozent auf den Rekord von 7,3 Milliarden Dollar nach oben geschossen.
Das Management hat die Aktionäre an der prächtigen Geschäftsentwicklung teilhaben lassen und ihnen über Aktienrückkäufe und Dividenden insgesamt 3,4 Milliarden Dollar zurückgegeben.
Zudem sind die Schulden ebenfalls um 3,4 Milliarden Dollar abgebaut worden, womit der Konzern zum Jahresende einen Netto-Cash-Bestand von 2,1 Milliarden Dollar hatte.
Verhaltene Prognose für 2026
Auf der Analystenkonferenz zeigte sich Viljoen mit den Ergebnissen sehr zufrieden. Allerdings hat sie für 2026 einen Rückgang der Goldförderung auf lediglich 5,3 Millionen Unzen vorhergesagt.
Dabei soll die Förderung in etlichen Minen sinken. Zudem liegt Newmont im Clinch mit dem Joint-Venture-Partner Barrick Mining, nachdem dieser angekündigt hatte, dass die Förderung in den von Barrick betriebenen Minen im US-Bundesstaat Nevada geringer sein würde als geplant.
Hingegen sollen die AISC bei Newmont um 24 Prozent auf 1.680 Dollar je Unze steigen. Als Annahme hierfür dient ein Goldpreis von 4.500 Dollar je Unze. Dabei würde jeder Anstieg des Goldpreises um weitere 100 Dollar die AISC – aufgrund von steigenden Steuern, Lizenzzahlungen und zusätzlichen Zahlungen an die Mitarbeiter – um 6 Dollar je Unze erhöhen, so das Management.
Außerdem sollen die Erhaltungsinvestitionen 2026 rund 1,95 Milliarden Dollar erreichen, gleichzeitig sollen 1,4 Milliarden in Wachstumsinvestitionen fließen.
Die Vorstandschefin betonte allerdings, dass es ab 2027 bei der Goldförderung aufwärts gehen soll und „langfristig“ weiterhin rund 6 Millionen Unzen pro Jahr gefördert werden sollen.
Zudem präsentierte Viljoen ein Programm für die Kapitalallokation, um die Kapitalrückgabe an die Aktionäre im Laufe eines Zyklus zu maximieren und dabei gleichzeitig eine gute Bilanz zu erhalten und sich auf Projekte zu fokussieren, die langfristig eine hohe Rendite abwerfen.
Als Erstes geht es dabei um die Erhaltungsinvestitionen, also darum, die Langlebigkeit der laut Viljoen „Weltklasse“-Minen zu erhalten und deren Lebenszeit zu verlängern.
Zweitens wolle der Konzern Investoren weiterhin rund 1,1 Milliarden Dollar pro Jahr in Form von Dividendenzahlungen zukommen lassen. Dabei soll die Ausschüttung pro Aktie steigen, weil anhaltende Aktienrückkäufe die Aktienanzahl reduzieren. Zuletzt wurde eine Quartalsdividende von 0,26 Dollar je Aktie angekündigt, was 1,04 Dollar pro Jahr entspricht.
Drittens geht es um Wachstumsinvestitionen, wobei das Geld in jene Projekte fließen soll, die die höchste Rendite gemessen am Free Cashflow liefern sollen. 2026 sind – wie oben geschrieben – 1,4 Milliarden Dollar für Wachstumsinvestitionen geplant.
Als vierter Punkt soll eine starke Bilanz erhalten werden, wobei die Netto-Cash-Position bei 1,0 Milliarden Dollar liegen soll, und je nach Marktumfeld um bis zu 2 Milliarden Dollar nach oben oder unten schwanken kann. Dies ermögliche es, den Aktionären über den Gold-Zyklus hinweg Kapital zukommen zu lassen.
Und fünftens soll dann noch verbleibendes überschüssiges Kapital in Form von Aktienrückkäufen an die Aktionäre zurückgegeben werden. Zuletzt hatte Newmont aus dem bestehenden 6,0 Milliarden Dollar schweren Aktienrückkaufprogramm noch 2,4 Milliarden Dollar übrig.
So sehen die Schätzungen aus
Analysten prognostizieren für 2026 einen Umsatzanstieg um 23 Prozent auf 27,9 Milliarden Dollar.
Dabei soll das bereinigte Ebitda um 38 Prozent auf 18,6 Milliarden Dollar zulegen.
Zudem soll der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) um 46 Prozent auf 16,0 Milliarden Dollar nach oben schießen. Damit würde die Marge von 48,4 auf herbe 57,4 Prozent nach oben schießen.
Wie geht’s weiter mit der Aktie?
Nach dem deutlichen Kursrückgang nach der Zahlenvorlage liegt der Börsenwert bei 132,9 Milliarden Dollar. Abzüglich des Netto-Cash-Bestands von 2,1 Milliarden Dollar liegt der Enterprise Value (EV) bei 130,8 Milliarden Dollar.
Das entspricht dem 8,2-Fachen des von Analysten für 2026 prognostizierten Ebit. Die niedrige Bewertung zeigt, dass Investoren – trotz der vorherigen Rekordfahrt der Aktie – die Aussichten von Newmont skeptisch einschätzen.
Offenbar gehen viele Investoren davon aus, dass der Goldpreis auf absehbare Sicht auf deutlich niedrigere Niveaus einbrechen könnte. Dabei deutet meiner Meinung nach derzeit nichts auf ein Ende der Rekordfahrt des Goldpreises hin – ganz im Gegenteil.
Auf Basis der 2027er-Schätzungen (deutlicher Ebit-Rückgang auf 15,5 Milliarden Dollar) geht das Multiple leicht nach oben, auf 8,4. Das zeigt einmal mehr, welches Schnäppchen die Aktie weiterhin ist.
Und das 2026er-KGV liegt bei 14,2 – auf Basis der 2027er-Schätzungen liegt es bei lediglich 11,2.
Meiner Meinung nach sollte die Newmont-Aktie sehr bald wieder auf Rekordfahrt gehen, denn ich gehe davon aus, dass die Rekordfahrt des Goldpreises weitergehen dürfte. In diesem Umfeld sollten Investoren über den prognostizierten Rückgang der Goldförderung für 2026 schnell hinwegsehen und sich vielmehr auf die mittel- und langfristig hervorragenden Perspektiven fokussieren.
BNP Paribas bietet auf die Aktie von Newmont (853823) Mini Futures, Unlimited Turbos, Optionsscheine, Faktor-Optionsscheine und weitere Produkte an.

Egmond Haidt
Der Autor dieses Beitrags, Egmond Haidt, arbeitete nach seiner Bankausbildung und dem BWL-Studium ab 2000 als Redakteur bei BÖRSE ONLINE. Seit Juli 2013 ist der Finanzjournalist als Freiberufler tätig. Jeden Dienstag ab 18 Uhr analysiert er die neuesten Entwicklungen am Finanzmarkt in der Sendung Euer Egmond.
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