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Northrop Grumman – Trump fordert Verteidigungshaushalt von 1,5 Billionen Dollar
Das Umfeld für den Rüstungssektor ist besser als je zuvor, weshalb die Aktie des US-Branchenriesen auf Rekordfahrt bleiben sollte.
Von einem Rekordhoch zum nächsten steigt die Aktie von Northrop Grumman. Für Rückenwind bei dem Papier sorgte ebenso wie bei vielen anderen US-Rüstungs-Aktien – etwa RTX und Lockheed Martin –, aber auch europäischen Wettbewerbern wie Rheinmetall und BAE Systems, am Donnerstag, dem 8. Januar, US-Präsident Donald Trump, als er für 2027 ein Verteidigungsbudget von herben 1,5 Milliarden Dollar forderte.
Das wäre ein Sprung um zwei Drittel gegenüber dem Budget für das im September endende Fiskaljahr 2025/26 von 901 Milliarden Dollar. Zwar dürfte der Kongress wohl kaum einen derart massiven Sprung absegnen, allerdings könnten es vielleicht 1,1 Billionen Dollar werden, was immer noch einen Zuwachs von stattlichen 22 Prozent bedeuten würde.
Tags zuvor, am Mittwoch, dem 7. Januar, hatte Trump noch für Unruhe bei den Aktionären der Rüstungsfirmen gesorgt, als er gesagt hatte, die führenden US-Rüstungsfirmen müssten ihre Aktienrückkäufe und Dividendenzahlungen einstellen und stattdessen mehr Geld in Investitionen sowie und Forschung und Entwicklung stecken. Kurz darauf hatte Trump dazu einen Erlass unterzeichnet.
Umsatzprognose leicht gesenkt
In diesem Umfeld sollte die erfreuliche Geschäftsentwicklung bei Northrop Grumman anhalten. Im dritten Quartal 2025 war der Umsatz um 4 Prozent auf 10,42 Milliarden Dollar gestiegen, organisch lag das Wachstum bei 5 Prozent. Allerdings wurde das Geschäft dadurch gebremst, dass einige Aufträge aus dem Bereich Raumfahrt ausgelaufen waren.
Zudem lag der Auftragseingang bei 12,2 Milliarden Dollar, damit erreichte das Book-to-Bill-Ratio, also das Verhältnis von Auftragseingang zu Umsatz, einen Wert von 1,17. Werte oberhalb von 1,0 deuten auf künftiges Umsatzwachstum hin.
Dabei ist der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) auf Ebene der Geschäftsbereiche, also vor den Kosten auf Konzernebene, um 11 Prozent auf 1,3 Milliarden Dollar geklettert, die Marge hat sich von 11,5 bis 12,3 Prozent verbessert.
Zudem hat das Ebit auf Konzernebene um 11 Prozent auf 1,2 Milliarden Dollar zugelegt, womit sich die Marge von 11,2 auf 11,9 Prozent verbessert hat.
Außerdem ist der bereinigte Gewinn je Aktie um 10 Prozent auf 7,67 Dollar gestiegen.
Schlussendlich ist der bereinigte Free Cashflow um 72 Prozent auf 1,2 Milliarden Dollar nach oben geschossen.
Bei der Zahlenvorlage am 21. Oktober zeigte sich Vorstandschefin Kathy Warden zufrieden. Zwar hat sie die Umsatzprognose für das Gesamtjahr leicht gesenkt – auf 41,7 bis 41,9 Milliarden Dollar statt der zuvor geplanten 42,05 bis 42,25 Milliarden Dollar. Grund sei die Verzögerung bei einigen Projekten.
Allerdings bestätigte sie den Ausblick für das Ebit auf Ebene der Geschäftsbereiche von 4,275 bis 4,375 Milliarden Dollar. Die Mitte der Spanne (4,325 Milliarden Dollar) bedeutet in der Mitte der Umsatzspanne (41,8 Milliarden Dollar) eine Marge von 10,3 Prozent.
Hingegen schraubte Warden die Prognose für den bereinigten Gewinn je Aktie leicht nach oben – auf 25,65 bis 26,05 Dollar statt der zuvor avisierten 25,0 bis 25,40 Dollar.
Zudem soll weiterhin ein Free Cashflow von 3,05 bis 3,35 Milliarden Dollar erwirtschaftet werden. In der Mitte der Spanne bedeute das ein Wachstum von 22 Prozent.
Warden bestätigte zudem die Prognose für 2026. Demnach soll beim Umsatz ein organisches Wachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich erreicht werden.
Dabei soll die Ebit-Marge auf Ebene der Geschäftsbereiche im unteren bis mittleren 11-Prozent-Bereich liegen, was deutlich über dem erwarteten 2025er-Wert liegen würde (10,3 Prozent).
Schlussendlich soll der Free Cashflow 2026 auf 3,1 bis 3,5 Milliarden Dollar zulegen.
Warden betonte, dass der Konzern in den vergangenen zwei Jahren, also 2023 und 2024, jeweils mehr als 4 Prozent der Konzernerlöse in Investitionen gesteckt habe, was deutlich über dem Branchendurchschnitt liege. Daher sei das Unternehmen für weiteres Wachstum gut aufgestellt.
So sehen die Schätzungen aus
Analysten prognostizieren für 2025 einen Umsatzanstieg von 2 Prozent auf 41,86 Milliarden Dollar. 2026 soll es um 5,8 Prozent auf 44,26 Milliarden Dollar nach oben gehen, womit sich das Wachstum deutlich beschleunigen würde.
Dabei soll das Ebit (auf Konzernebene) 2025 um 2,1 Prozent auf 4,5 Milliarden Dollar zulegen, gefolgt von einem Plus von 9,2 Prozent auf 4,9 Milliarden Dollar für 2026. Damit würde die Marge zuerst bei 10,7 Prozent stabil bleiben, um 2026 auf 11,0 Prozent zuzulegen.
Wie geht’s weiter mit der Aktie?
Nach der Rekordfahrt liegt der Börsenwert bei 93,4 Milliarden Dollar. Inklusive der Nettoschulden von 13,2 Milliarden Dollar liegt der Enterprise Value (EV) bei 106,6 Milliarden Dollar.
Das entspricht dem 21,9-Fachen des von Analysten für 2026 prognostizierten Ebit. Damit ist Northrop Grumman ähnlich hoch bewertet wie Nvidia, allerdings ist das Umsatzwachstum des US-Rüstungskonzerns viel niedriger als jenes von Nvidia, während seine operative Marge meilenweit unter der von Nvidia liegt.
Und das 2026er-KGV von Northrop Grumman liegt bei 22,7.
Trotz der sehr hohen Bewertung sollte meiner Meinung nach die Rekordfahrt der Northrop-Aktie weitergehen. Schließlich bleibt die geopolitische Lage weltweit angespannt, während die USA in die Rüstungsausgaben in den nächsten Jahren weiter kräftig steigern dürften. In diesem Szenario hellen sich die Geschäftsaussichten für den Rüstungsriesen weiter auf.
BNP Paribas bietet auf die Aktie von Northrop Grumman (851915) Mini Futures, Unlimited Turbos, Faktor-Optionsscheine und weitere Produkte an.

Egmond Haidt
Der Autor dieses Beitrags, Egmond Haidt, arbeitete nach seiner Bankausbildung und dem BWL-Studium ab 2000 als Redakteur bei BÖRSE ONLINE. Seit Juli 2013 ist der Finanzjournalist als Freiberufler tätig. Jeden Dienstag ab 18 Uhr analysiert er die neuesten Entwicklungen am Finanzmarkt in der Sendung Euer Egmond.
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