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Nutrien – Konzernumbau trägt Früchte
Der kanadische Düngerhersteller hat gute Ergebnisse geliefert. Bleibt die Aktie im Rally-Modus?
Nach der Vorlage der 2025er-Zahlen am 18. Februar ist die Nutrien-Aktie in die Nähe des höchsten Niveaus seit April 2023 geklettert. Neben den erfreulichen Ergebnissen hat Investoren auch der Ausblick von Vorstandschef Ken Seitz überzeugt.
Das Unternehmen entstand durch den Zusammenschluss der kanadischen Unternehmen PotashCorp und Agrium am 1. Januar 2018. Es vertreibt Kali-, Stickstoff- und Phosphatdünger und betreibt zudem Einzelhandelsläden, in denen neben Dünger auch Pflanzenschutzmittel und Saatgut verkauft werden.
Im Jahr 2025 hat die weltweit gestiegene Produktion von Getreide und Ölsaaten dafür gesorgt, dass den Böden deutlich Dünger entzogen worden ist. Nach der Einschätzung von Experten dürfte die weiter steigende Nachfrage nach Nahrungs- und Futtermitteln sowie nach Biokraftstoff dafür sorgen, dass die Nachfrage nach Dünger in den nächsten Jahren weiter allmählich zulegt.
2025 ist der Umsatz von Nutrien um 4 Prozent auf 26,9 Milliarden Dollar gestiegen (der Konzern bilanziert auf US-Dollar-Basis).
Dabei legte der Absatz von Kalidünger um 2,6 Prozent auf den Rekord von 14,25 Millionen Tonnen zu, während der durchschnittliche Verkaufspreis um 17,2 Prozent auf 252 Dollar je Tonne nach oben sprang.
Für Rückenwind sorgten steigende Verkäufe im Ausland, während gleichzeitig Kali deutlich preiswerter war als Stickstoffdünger. Dabei hat die zunehmende Automatisierung im Kalibereich dafür gesorgt, dass das Unternehmen weiter mit günstigen Preisen glänzen konnte.
Zudem kletterten die Verkäufe von Stickstoffdünger um 1,8 Prozent auf 10,89 Millionen Tonnen, während der durchschnittliche Verkaufspreis um 12,7 Prozent auf 365 Dollar je Tonne zulegte.
Außerdem stieg der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) auf Konzernebene um 13 Prozent auf 6,05 Milliarden Dollar, zumal die ursprünglich geplanten Kostensenkungen von 200 Millionen übertroffen worden sind. Damit hat sich die Marge deutlich verbessert, von 20,6 auf 22,4 Prozent.
Vom bereinigten Ebitda entfielen 2,25 Milliarden Dollar auf den Bereich Kalidünger, 2,15 Milliarden Dollar auf Stickstoff, gefolgt von 1,74 Milliarden Dollar für das Einzelhandelsgeschäft und 382 Millionen Dollar für Phosphat.
Schlussendlich schoss der bereinigte Gewinn je Aktie um 31,4 Prozent auf 4,56 Dollar nach oben.
Gute Prognose
Bei der Zahlenvorlage zeigte sich Seitz mit den Ergebnissen sehr zufrieden und betonte, dass das Unternehmen erfolgreich unterwegs sei in Richtung der 2027er-Ziele, die der Konzern auf einem Kapitalmarkttag am 12. Juni 2024 präsentiert hatte, – zumal der Konzern sämtliche Minen und Werke bezüglich ihrer Profitabilität überprüft und sich dabei von Anlagen mit schwacher Rendite trennt.
Seit dem Start dieser Maßnahmen im vierten Quartal 2024 hat Nutrien durch Verkäufe Einnahmen von insgesamt 900 Millionen Dollar erzielt, das Geld zum Schuldenabbau genutzt und über Dividenden sowie Aktienrückkäufe an die Aktionäre weitergegeben. Derzeit werden strategische Optionen für den Phosphatbereich untersucht.
Die Prognose für 2026 sieht wie folgt aus:
Der Absatz von Kalidünger soll 14,1 bis 14,8 Millionen Tonnen erreichen, nach – wie oben geschrieben – 14,25 Millionen Tonnen für 2025.
Zwar soll der Absatz von Stickstoffdünger von 10,89 Millionen Tonnen auf 9,2 bis 9,7 Millionen Tonnen zurückgehen, das liegt allerdings hauptsächlich daran, dass die Produktion in Trinidad, die 2025 bei 1,4 Millionen Tonnen lag, auf Eis liegt, weil sie eine sehr geringe Rendite abwirft. Das Management überlegt, ob und wie es mit der dortigen Produktion weitergehen könnte.
Zudem hat das „New Madrid“-Werk im US-Bundesstaat Missouri Ende 2025 den Betrieb eingestellt. Dessen Produktion lag 2025 bei 0,2 Millionen Tonnen.
Der Vorstandschef zeigte zudem auf, welche Folgen Preisveränderungen auf die Gewinnentwicklung hätten. Demnach würde eine Veränderung des Kalipreises um 25 Dollar je Tonne das bereinigte Ebitda um 280 Millionen Dollar und den bereinigten Gewinn je Aktie um 0,45 Dollar nach oben/unten treiben.
Zudem soll das bereinigte Ebitda im Einzelhandelsgeschäft 2026 von 1,74 Milliarden Dollar auf 1,75 bis 1,95 Milliarden Dollar gesteigert werden. Ganz oben stehen dabei die Aktivitäten in Brasilien, die eine sehr schwache Profitabilität haben.
Außerdem sollen die Investitionen auf Konzernebene 2,0 bis 2,1 Milliarden Dollar erreichen, nachdem sie 2025 um 9 Prozent auf 2,0 Milliarden Dollar gesunken waren und damit um 200 bis 300 Millionen Dollar unter den Planungen vom 2024er-Kapitalmarkttag lagen. Dabei sollen 2026 rund 400 Millionen Dollar auf Wachstumsinvestitionen entfallen.
Das Management will die Aktionäre an der wie erwartet guten Geschäftsentwicklung teilhaben lassen und innerhalb der nächsten 12 Monate bis zu 5 Prozent der Aktien zurückkaufen, gegenüber 2 Prozent für 2025. Seit Anfang 2026 beliefen sich die Käufe auf rund 50 Millionen Dollar pro Monat, und sie sollen auf absehbare Zeit in dieser Größenordnung weitergehen.
Die Aktienrückkäufe hätten laut dem Management zudem den Vorteil, dass man die Dividende je Aktie weiter erhöhen und gleichzeitig die Dividendenzahlungen bei rund 1 Milliarde Dollar insgesamt stabil halten könne.
So sehen die Schätzungen aus
Analysten prognostizieren für 2026 einen Umsatzanstieg um 2,7 Prozent auf 26,64 Milliarden Dollar.
Dabei soll das bereinigte Ebitda allerdings um lediglich 0,5 Prozent auf 6,08 Milliarden Dollar zulegen.
Zudem soll der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) um 1,5 Prozent auf 3,79 Milliarden Dollar klettern. Damit würde die Marge leicht zurückgehen, von 14,4 auf 14,2 Prozent.
Wie geht’s weiter mit der Aktie?
Nach der Rally der vergangenen Monate liegt der Börsenwert bei 34,7 Milliarden Dollar. Inklusive der Nettoschulden von 10,0 Milliarden Dollar liegt der Enterprise Value (EV) bei 44,7 Milliarden Dollar.
Das entspricht dem 11,6-Fachen des von Analysten für 2026 prognostizierten Ebit. Die meiner Meinung nach relativ niedrige Bewertung zeigt, dass Investoren auf absehbare Zeit mit einer gedämpften Geschäftsentwicklung rechnen, so wie sie die Analystenschätzungen auch widerspiegeln. Auf Basis der 2027er-Schätzungen (deutlicher Ebit-Rückgang auf 3,57 Milliarden Dollar) steigt das Multiple auf das 12,5-Fache.
Und das 2026er-KGV liegt bei 14,8 – auf Basis der 2027er-Schätzungen sind es 15,5.
Meiner Meinung nach sollte die Nutrien-Aktie weiterhin auf dem Weg nach oben sein. Ich gehe davon aus, dass sich aufgrund des guten Marktumfelds die Preise für Kali- und Stickstoffdünger besser entwickeln könnten, als Analysten derzeit erwarten. In diesem Szenario sollten die Finanzprofis ihre 2026er- und 2027er-Schätzungen in den nächsten Wochen und Monaten weiter nach oben schrauben, was dem Papier Rückenwind geben sollte.
In diesem Umfeld sind auch die Papiere des US-Wettbewerbers CF Industries aussichtsreich und sollten weiter in Richtung des Rekordhochs vom Sommer 2022 laufen.
BNP Paribas bietet auf die Aktie von Nutrien (A2DWB8) Mini Futures, Unlimited Turbos, Optionsscheine, Faktor-Optionsscheine und weitere Produkte an.

Egmond Haidt
Der Autor dieses Beitrags, Egmond Haidt, arbeitete nach seiner Bankausbildung und dem BWL-Studium ab 2000 als Redakteur bei BÖRSE ONLINE. Seit Juli 2013 ist der Finanzjournalist als Freiberufler tätig. Jeden Dienstag ab 18 Uhr analysiert er die neuesten Entwicklungen am Finanzmarkt in der Sendung Euer Egmond.
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