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Nvidia – Aktienrückkaufprogramm um 80 Milliarden Dollar aufgestockt
Die Aktie des KI-Riesen hatte nach der Vorlage der Quartalszahlen bei den vergangenen drei Mal jeweils deutlich nachgegeben. Wie könnte es diesmal mit dem Papier weitergehen?
Mit lediglich kleinen Kursausschlägen hat die Nvidia-Aktie auf die Präsentation der Quartalsergebnisse am Mittwochabend, 20. Mai nach Börsenschluss in den USA reagiert. Damit sind die Ausschläge deutlich kleiner als jene 5,9 Prozent, die zuvor am Markt eingepreist waren.
Dabei hat der KI-Riese einmal mehr Rekordergebnisse vorgelegt und einen überzeugenden Ausblick veröffentlicht. Auf der Analystenkonferenz war meiner Meinung nach vor allem spannend, wo das künftige Wachstum von Nvidia laut Vorstandschef Jensen Huang herkommen soll.
Im per 26. April beendeten ersten Quartal des Fiskaljahres 2026/27 ist der Umsatz um 85 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf den Rekord von 81,62 Milliarden Dollar gestiegen, das lag deutlich über den Schätzungen der Analysten von 79,19 Milliarden Dollar. Das war zudem das dritte Quartal in Folge mit einer Beschleunigung des Wachstums.
Dabei ist der Erlös gegenüber dem Vorquartal um 13,5 Milliarden Dollar gestiegen – Rekord.
Wachstumsmotor war einmal mehr der Bereich Rechenzentren, dessen Umsatz angetrieben von der boomenden Nachfrage nach Blackwell 300-Chips um 92 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 75,25 Milliarden Dollar zugelegt hat, womit die Erwartungen von 73,5 Milliarden Dollar deutlich übertroffen worden sind. Das war ebenfalls das dritte Quartal in Folge mit einer Beschleunigung des Wachstums.
Dabei wurden diesmal – wegen der Exportbeschränkungen der US-Regierung - keine KI-Chips nach China geliefert, wohingegen im Vorjahreszeitraum 4,6 Milliarden Dollar zu Buche standen.
Zudem ist die bereinigte Bruttomarge auf Konzernebene von 60,8 auf 75,0 Prozent geklettert, womit die Erwartungen von 74,5 Prozent leicht übertroffen worden sind.
Außerdem ist bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) um 147 Prozent auf 53,8 Milliarden Dollar nach oben geschossen, damit hat sich die Marge weiter massiv verbessert von 49,5 Prozent auf 65,9 Prozent.
Bei der Zahlenvorlage achten Investoren üblicherweise stark auf die Entwicklung der Forderungen. Sie sind um 84 Prozent auf den Rekord von 40,7 Milliarden Dollar geklettert, womit die Außenstandstage bei 45 lagen. Auf der Analystenkonferenz sagte das Management, dass der Wert im zweiten Quartal 2026/27 im mittleren 50er-Bereich liegen werde.
Die Entwicklung beim Cashflow im abgelaufenen Quartal war sensationell: Jener aus dem operativen Geschäft ist auf 50,3 Milliarden Dollar nach oben geschossen. Abzüglich der Investitionen von 1,8 Milliarden Dollar stand ein Free Cashflow von 48,6 Milliarden Dollar zu Buche – ein neuer Rekord und zugleich ein Anstieg um herbe 86 Prozent.
Das Management um Huang hat Investoren an den hervorragenden Ergebnissen teilhaben lassen und den Anteilseignern insgesamt 20,0 Milliarden Dollar über Aktienrückkäufe und Dividenden zukommen lassen. Dabei floss das Geld fast ausschließlich über Aktienrückkäufe, während lediglich rund 250 Millionen Dollar auf Dividenden entfielen.
Damit sind aus dem bestehenden Aktienrückkaufprogramm noch 38,5 Milliarden Dollar übrig. Das Aufsichtsgremium hat das Programm nun um 80 Milliarden Dollar aufgestockt, wobei es keine zeitliche Befristung hat.
Zudem wird die Quartalsdividende von 0,01 auf 0,25 Dollar aufgestockt, was laut meinen Berechnungen eine Dividendenzahlung von 6,1 Milliarden Dollar pro Quartal bedeutet.
Gute Prognose
Für das zweite Quartal 2026/27 hat Huang einen Umsatz von 91,0 Milliarden Dollar (plus/ minus 2 Prozent) in Aussicht gestellt. Das lag deutlich über den Erwartungen von 87,0 Milliarden Dollar, allerdings reichten die Flüsterschätzungen bis zu 96,0 Milliarden Dollar. Die Prognose enthält weiterhin keine Lieferungen nach China.
Dabei soll die bereinigte Bruttomarge erneut 75,0 Prozent (plus/ minus 0,5 Prozentpunkte) erreichen.
Wie oben geschrieben ist es spannend, woher künftig des boomende Wachstum bei Nvidia kommen soll. Dazu weist der Konzern die Zahlen für den Bereich Rechenzentren ab sofort neu aus und hat sie für das erste Quartal 2026/27 in folgende zwei Sparten aufgeteilt: Hyperscaler und ACIE (AI Clouds, Industrial, & Enterprise).
Bei den Hyperscalern geht es um die Handvoll großer Betreiber von Rechenzentren, wie Amazon, Alphabet, Microsoft, Meta und Oracle. Hingegen handelt es sich bei ACIE um KI-Clouds, sowie Industrie- und sonstige Unternehmen. Laut Huang soll das Wachstum bei ACIE künftig größer sein als bei den Hyperscalern.
Zwar ist der Umsatz mit Hyperscalern im ersten Quartal 2026/27 um 115 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 37,9 Milliarden Dollar nach oben geschossen, das Wachstum gegenüber dem Vorquartal lag allerdings bei „nur“ 12 Prozent.
Hingegen ist der Erlös bei ACIE um 74 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 37,4 Milliarden Dollar geklettert, das Wachstum gegenüber dem Vorquartal lag allerdings bei satten 31 Prozent.
Im Klartext: Künftig sollen die weltweit zig- und hunderttausende „normalen“ Unternehmen massiv in KI investieren und so das Geschäft von Nvidia weiter beflügeln.
Dabei soll die Auslieferung der neuen Vera Rubin-Chips im dritten Quartal beginnen und die Produktion in den darauffolgenden Quartalen kräftig hochgefahren werden.
Zudem erwartet das Unternehmen in diesem Fiskaljahr neben den Einnahmen aus seinen GPUs (Grafik Processing Units) 20 Milliarden Dollar an Erlösen aus CPUs (Central Processing Units).
Wie geht’s weiter mit der Aktie?
Der Börsenwert liegt bei 5,41 Billionen Dollar. Abzüglich des Netto-Cash-Bestands von 72,1 Milliarden Dollar liegt der Enterprise Value (EV) bei 5,34 Billionen Dollar.
Das entspricht dem 16,1-Fachen des von Analysten für das im Januar endende Fiskaljahr 2027/28 prognostizierten Ebit (331,0 Milliarden Dollar). Das ist meiner Meinung nach keine zu hohe Bewertung, sondern lässt vielmehr weiteren Spielraum nach oben, für ein derart Wachstumsstarkes Unternehmen, dessen Wachstum sich in den vergangenen drei Quartalen beschleunigt hat und dessen operative Marge inzwischen bei sensationellen 66 Prozent liegt.
Allerdings bleibt natürlich die Eine-Million-Dollar-Frage wie lange der KI-Hype noch anhält, oder ob es sich möglicherweise um eine Blase handelt und wann sie daher irgendwann platzen könnte.
Und das KGV auf Basis der 2027/28er-Schätzungen liegt bei 18,9.
Ehrlich gestanden ist es unheimlich schwierig vorherzusagen, wie sich die Aktie kurzfristig entwickeln könnte, zumal die Umsatzprognose für das laufende Quartal die Erwartungen auf prozentualer Basis gerechnet nicht so stark übertroffen hat wie bei der Vorlage der Zahlen für das vierte Quartal 2025/26.
Vor dem Hintergrund könnten Investoren nach dem heutigen Handelsstart in den USA um 15.30 Uhr – wie bei den vorherigen drei Zahlenvorlagen - ein paar Gewinne mitnehmen, oder das Papier könnte sich stabilisieren.
Sollten sich die Nachrichten zum südkoreanischen Chiphersteller Samsung Electronics allerdings weiter beruhigen und gleichzeitig der Ölpreis nach unten drehen, woraufhin die Zinsen für 10-jährige US-Anleihen zumindest etwas nachgeben sollten, könnte die Nvidia-Aktie allmählich wieder auf Rekordfahrt gehen.
BNP Paribas bietet auf die Aktie von Nvidia (918422) Mini Futures, Unlimited Turbos, Optionsscheine, Faktor-Optionsscheine und weitere Produkte an.

Egmond Haidt
Der Autor dieses Beitrags, Egmond Haidt, arbeitete nach seiner Bankausbildung und dem BWL-Studium ab 2000 als Redakteur bei BÖRSE ONLINE. Seit Juli 2013 ist der Finanzjournalist als Freiberufler tätig. Jeden Dienstag ab 18 Uhr analysiert er die neuesten Entwicklungen am Finanzmarkt in der Sendung Euer Egmond.
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