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Phillips 66 – Ziele für 2027 sorgen für Zuversicht bei Investoren
Das Geschäft des US-Raffineriebetreibers hat sich in den vergangenen Quartalen deutlich besser entwickelt als erwartet. Geht der Höhenflug der Aktie weiter?
Die Aktie von Phillips 66 ist im Rally-Modus und nähert sich zusehends dem Rekordhoch vom April 2024 bei 173 Dollar. Für den Höhenflug gibt es etliche Gründe, zuletzt waren es die Festnahme des venezuelischen Präsidenten Nicolas Madura am 3. Januar durch die USA und die Vorlage der überzeugenden 2025er-Zahlen am 4. Februar.
Phillips 66 und etliche andere US-Raffineriebetreiber würden davon profitieren, wenn die USA künftig mehr schweres Rohöl aus Venezuela importieren würden. Der Konzern könne rund 250.000 Barrel pro Tag an schwerem Rohöl aus dem Land verarbeiten, sagte Phillips-66-Finanzchef Kevin Mitchell auf einer Investorenkonferenz am 6. Januar.
Im vierten Quartal 2025 ist der Umsatz des US-Raffineriebetreibers gegenüber dem Vorquartal um 1,2 Prozent auf 34,1 Milliarden Dollar gesunken.
Zudem ging der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) gegenüber dem Vorquartal um 2,4 Prozent auf 2,53 Milliarden Dollar zurück. Damit lag der Wert allerdings auf dem Niveau der vorherigen beiden Quartale und damit jeweils deutlich über dem Vorjahresniveau.
Dem Konzern kommt zugute, dass das Management um Vorstandschef Mark Lashier in den vergangenen Quartalen und Jahren etliche vielversprechende Übernahmen getätigt und gleichzeitig schwächer rentierliche eigene Anlagen verkauft hat, wodurch die Profitabilität auf ein deutlich höheres Niveau als zuvor gehoben worden ist. So hat am Jahresende die Raffinerie in Los Angeles den Betrieb eingestellt.
Von entscheidender Bedeutung waren im vierten Quartal einmal mehr der Raffineriebereich und der Bereich „Midstream“. Ersterer erwirtschaftete ein bereinigtes Ebitda von 1,0 Milliarden Dollar, während auf „Midstream“ 952 Millionen Dollar entfielen.
Der Raffineriebereich profitierte davon, dass die Auslastung bei hervorragenden 99 Prozent geblieben ist, womit eine Marge von 12,48 Dollar je Barrel Öl realisiert wurden.
Zudem war dieser Bereich durch den Kauf des restlichen 50-Prozent-Anteils an WRB Refining für 1,4 Milliarden Dollar von Cenovus Energy gestärkt worden, womit Phillips 66 nun alleiniger Eigentümer von WRB ist. Durch den Deal steigen die Kapazitäten von Phillips 66 um 250.000 Barrel pro Tag, während die Transaktion Synergien von 50 Millionen Dollar pro Jahr bringen soll.
Der Bereich „Midstream“ ist für die Lagerung, den Transport und die Vermarktung von Rohöl, Erdgas und Erdgasflüssigkeiten (Natural Gas Liquids, NGL) über ein großes Netzwerk an Pipelines und Terminals verantwortlich. Diesen Bereich hatte der Konzern zuletzt durch eine 2,2 Milliarden Dollar schwere Akquisition eines Pipelinebetreibers sowie den Bau eines Gaskraftwerks ausgebaut.
Allerdings sank der bereinigte Gewinn je Aktie von Philipps 66 um 2 Prozent auf 2,47 Dollar.
Schuldenabbau kommt voran
Auf der Analystenkonferenz gab sich das Management mit den Ergebnissen dennoch sehr zufrieden und betonte, dass 2026 der weitere Schuldenabbau sowie die Rückgabe von Cash an die Aktionäre ganz oben auf der Agenda stünden. Im vierten Quartal waren die Schulden um 2,0 Milliarden Dollar gegenüber dem Vorquartal abgebaut worden, womit sie sich zum Jahresende auf 19,7 Milliarden Dollar beliefen.
Dabei hatte Phillips 66 einen 65-Prozent-Anteil seines Tankstellengeschäft in Deutschland und Österreich für rund 2,5 Milliarden Euro (rund 2,8 Milliarden Dollar) verkauft. Der Deal wurde Anfang Dezember 2025 abgeschlossen.
Das Management gab etliche Details zur Prognose für 2026 bekannt, die allerdings hauptsächlich für Analysten und Investoren interessant sind, und weniger für Privatanleger.
So gab es beispielsweise – wie üblich – keinen Ausblick zu Umsatz oder Ebitda, schließlich kann niemand seriös vorhersagen, wie sich die Öl- und Gaspreise und damit die Margen im Raffineriebereich entwickeln werden. Allerdings sind für 2026 Investitionen von 2,4 Milliarden Dollar geplant, davon sollen 1,3 Milliarden Dollar in den Ausbau der Kapazitäten fließen.
Ehrgeizige Mittelfristziele
Zudem verwies das Management auf die 2027er-Ziele. Dabei soll der „Midstream“-Bereich bis Ende 2027 auf annualisierter Basis ein bereinigtes Ebitda von 4,5 Milliarden Dollar erwirtschaften.
Der Bereich sei gut aufgestellt, um mittelfristig ein Wachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich pro Jahr zu erreichen. Dazu soll alle 12 bis 18 Monate ein neues Gaskraftwerk in Betrieb genommen werden.
Der Geschäftsbereich hatte in den Jahren 2022 bis 2025 nicht zuletzt dank deutlicher Kostensenkungen das bereinigte Ebitda deutlich nach oben getrieben, von 2,7 auf 3,8 Milliarden Dollar.
Das Management betonte zudem, dass das Umfeld für den Öl- und Gassektor – gerade für den Bau von Pipelines – in den USA unter der Regierung von Präsident Donald Trump so gut sei wie kaum jemals zuvor.
Das Vorstandsteam will die wie erwartet gute Geschäftsentwicklung nutzen, um die Schulden des Konzerns bis Ende 2027 auf 17 Milliarden Dollar abzubauen.
Die Aktionäre sollen an der geplant guten Geschäftsentwicklung teilhaben: Mehr als 50 Prozent des Cashflows aus dem operativen Geschäft sollen über Aktienrückkäufe und Dividenden an die Anteilseigner zurückgegeben werden.
2025 hatte der Konzern den Aktionären insgesamt 3,1 Milliarden Dollar zukommen lassen – das waren bereits mehr als 50 Prozent des obigen Cashflows –, davon entfielen 1,9 Milliarden Dollar auf Dividenden.
So sehen die Schätzungen aus
Analysten prognostizieren für 2026 einen Anstieg des Ebitda um 4,6 Prozent auf 8,75 Milliarden Dollar.
Zudem soll der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) um 10,2 Prozent auf 7,1 Milliarden Dollar zulegen.
Wie geht’s weiter mit der Aktie?
Nach dem Höhenflug liegt der Börsenwert bei 63,6 Milliarden Dollar. Inklusive der Nettoschulden von 18,6 Milliarden Dollar liegt der Enterprise Value (EV) bei 82,2 Milliarden Dollar.
Das entspricht dem 11,5-Fachen des von Analysten für 2026 vorhergesagten Ebit. Meiner Meinung nach ist das keine zu hohe Bewertung, sondern lässt noch Bewertungsspielraum nach oben, zumal sich die strukturelle Profitabilität des Konzerns in den vergangenen Quartalen deutlich verbessert hat und in den nächsten Jahren weiter verbessern könnte.
Und das 2026er-KGV liegt bei 14,8.
Meiner Meinung nach sollte der Höhenflug der Aktie von Phillips 66 weitergehen, weil das Geschäft weiterhin mit guter Profitabilität überzeugen und das Venezuela-Thema die Phantasie der Investoren weiter anheizen sollte.
BNP Paribas bietet auf die Aktie von Phillips 66 (A1JWQU) Mini Futures, Unlimited Turbos, Optionsscheine, Faktor-Optionsscheine und weitere Produkte an.

Egmond Haidt
Der Autor dieses Beitrags, Egmond Haidt, arbeitete nach seiner Bankausbildung und dem BWL-Studium ab 2000 als Redakteur bei BÖRSE ONLINE. Seit Juli 2013 ist der Finanzjournalist als Freiberufler tätig. Jeden Dienstag ab 18 Uhr analysiert er die neuesten Entwicklungen am Finanzmarkt in der Sendung Euer Egmond.
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