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PVH – Mit mehr Werbung das Geschäft bei Tommy Hilfiger und Calvin Klein ankurbeln
Die Aktie des US-Modekonzerns ist in die Nähe der Mehrjahres-Tiefs gesunken. Ist die Zeit gekommen, um auf eine Gegenbewegung zu setzen?
Tommy Hilfiger ist eine Kooperation mit dem britischen Fußballclub FC Liverpool eingegangen, das haben die beiden Partner am 8. Januar bekannt gegeben. Demnach werden die Spieler der Herrenmannschaft, etwa Florian Wirtz, ebenso wie jene der Damenmannschaft künftig die Klamotten der ikonischen US-Marke tragen.
Hilfiger versucht mit derartigen Deals das Geschäft anzukurbeln, hat doch die Tochter von PVH (ehemals Phillips-Van Heusen) ebenso wie die andere Tochter Calvin Klein mit einem schwierigen Umfeld zu kämpfen. Schließlich brummt die Konjunktur in Europa nicht gerade, während sich viele Verbraucher in den USA aufgrund der anhaltend hohen Inflation beim Konsum zurückhalten.
Das bekam PVH zuletzt weiterhin klar zu spüren, wie die am 3. Dezember veröffentlichten 9-Monats-Zahlen klar zeigen. Demnach war im per 2. November beendeten dritten Quartal des Fiskaljahrs 2025/26 der Umsatz um lediglich 2 Prozent auf 2,29 Milliarden Dollar gestiegen. Bereinigt um Währungseffekte stand ein Rückgang um 1 Prozent zu Buche.
Dabei war der Erlös von Tommy Hilfiger um 1 Prozent auf 1,2 Milliarden Dollar geklettert, währungsbereinigt war er allerdings um 2 Prozent gesunken. Bei Calvin Klein sah die Lage nur wenig besser aus, die Einnahmen stiegen um 2 Prozent auf 1,0 Milliarden Dollar, während sie währungsbereinigt stagnierten.
Bei der Umsatzverteilung nach Regionen entfielen auf Konzernebene 1,1 Milliarden Dollar auf die mit weitem Abstand wichtigste Region Europa, Naher Osten und Afrika, womit sie 48,6 Prozent der Konzernerlöse ausgemacht hat. Danach folgte die Region Americas mit 682,8 Millionen Dollar, vor Asien-Pazifik mit 391,9 Millionen Dollar und dem Lizenzgeschäft (105,7 Millionen Dollar).
Zudem ist die Bruttomarge deutlich zurückgegangen, von 58,4 auf 56,3 Prozent. Das Management um Vorstandschef Stefan Larsson führte das auf die zunehmenden Belastungen durch US-Strafzölle zurück, zudem habe es verstärkten Preisdruck gegeben, während das Unternehmen Kunden Preisnachlässe gewährt habe, weil es zu Verzögerungen bei der Belieferung mit Produkten von Calvin Klein gekommen sei.
Außerdem ist der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) auf Konzernebene um 14,5 Prozent auf 202,3 Millionen Dollar gesunken, damit hat sich die Marge von 10,5 auf nur noch 8,8 Prozent deutlich verschlechtert.
Schlussendlich ist der bereinigte Gewinn je Aktie um 6,6 Prozent auf 2,83 Dollar gesunken.
Gleichzeitig hat das Management ein genaues Auge auf die Lagervorräte, damit sie nicht zu groß werden, weil sie ansonsten eventuell mit größeren Preisnachlässen abverkauft werden müssten. Zuletzt lagen die Vorräte mit 1,7 Milliarden Dollar um lediglich 3 Prozent über dem Vorjahresniveau, eine erfreuliche Entwicklung.
Prognose leicht angepasst
Auf der Analystenkonferenz räumte Larsson ein, dass das Umfeld weiterhin schwierig sei. Dennoch hat er die Umsatzprognose für das Fiskaljahr 2025/26 leicht angehoben und erwartet nun ein Wachstum im unteren einstelligen Prozentbereich. Währungsbereinigt soll allerdings alles beim Alten bleiben, also der Erlös stagnieren beziehungsweise leicht steigen.
Zudem soll weiterhin eine bereinigte Ebit-Marge von 8,5 Prozent erwirtschaftet werden, was allerdings ein deutlicher Rückgang gegenüber dem Vorjahreswert von 10,0 Prozent wäre. Hauptgrund hierfür seien vor allem die US-Strafzölle.
Hingegen hat der Vorstandschef den Ausblick für den bereinigten Gewinn je Aktie gegenüber der vorherigen Planung von 10,75 bis 11,0 Dollar leicht auf 10,85 bis 11,0 Dollar angehoben. Dabei würden Strafzölle den Profit direkt um 1,05 Dollar je Aktie belasten, ehe die Gegenmaßnahmen von PVH zum Einsatz kommen. 2024/25 stand noch ein bereinigter Gewinn je Aktie von 11,74 Dollar zu Buche.
Larsson betonte, dass sich der Konzern mit zahlreichen neuen Produkten gegen das herausfordernde Umfeld stemme. Gleichzeitig treibe er die Kostensenkungen energisch voran, um einen Teil der Einsparungen in höhere Werbeausgaben zu stecken und so das Geschäft anzukurbeln.
So sehen die Schätzungen aus
Analysten prognostizieren für das Anfang Februar endende Fiskaljahr 2025/26 einen Umsatzanstieg um 2,6 Prozent auf 8,88 Milliarden Dollar. 2026/27 soll der Erlös um lediglich 1,8 Prozent auf 9,04 Milliarden Dollar zulegen, womit sich das ohnehin schwache Wachstum abschwächen würde. Selbst das ist derzeit nur auf Währungseffekte zurückzuführen.
Hingegen soll das bereinigte Ebit 2025/26 um 12,5 Prozent auf 756,9 Millionen Dollar sinken. Im Gegensatz dazu soll es 2026/27 um 1,8 Prozent auf 770,6 Millionen Dollar zulegen, was allerdings immer noch weit unter dem Niveau der vergangenen Jahre liegen würde. Zur Erinnerung: 2018/19 waren es 971 Millionen Dollar. Damit würde die Marge von 2024/25 auf 2025/26 von 10,0 Prozent auf 8,5 Prozent sinken, um 2026/27 stabil zu bleiben.
Wie geht’s weiter mit der Aktie?
Nachdem die Aktie in die Nähe der Mehrjahres-Tiefs gesunken ist, liegt der Börsenwert bei 3,0 Milliarden Dollar. Inklusive der Nettoschulden von 2,1 Milliarden Dollar liegt der Enterprise Value (EV) bei 5,1 Milliarden Dollar.
Das entspricht lediglich dem 6,6-Fachen des von Analysten für 2026/27 vorhergesagten Ebit. Die niedrige Bewertung zeigt, wie skeptisch Investoren die Geschäftsaussichten von PVH einschätzen. Laut den Schätzungen der Analysten wird für 2026/27 auch nur eine leichte Belebung des Geschäfts erwartet.
Und das 2026/27er-KGV liegt bei lediglich 5,5.
Trotz der niedrigen Bewertung könnte die Talfahrt der PVH-Aktie meiner Meinung nach weitergehen. Denn nach der Eskalation der Grönland-Krise haben sich die Aussichten für die Konjunktur in Europa deutlich eingetrübt, weshalb sich die Konsumenten in der für PVH so wichtigen Region weiter zurückhalten könnten.
BNP Paribas bietet auf die Aktie von PVH (A1JHA5) Mini Futures, Unlimited Turbos, Faktor-Optionsscheine und weitere Produkte an.

Egmond Haidt
Der Autor dieses Beitrags, Egmond Haidt, arbeitete nach seiner Bankausbildung und dem BWL-Studium ab 2000 als Redakteur bei BÖRSE ONLINE. Seit Juli 2013 ist der Finanzjournalist als Freiberufler tätig. Jeden Dienstag ab 18 Uhr analysiert er die neuesten Entwicklungen am Finanzmarkt in der Sendung Euer Egmond.
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