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Regal Rexnord – Neuer Vorstandschef dämpft gleich die Erwartungen
Der US-Hersteller von Elektromotoren und industriellen Antriebssystemen profitiert vom KI-Boom. Wie geht’s weiter mit der Aktie?
Nach einem jahrelangen Seitwärtstrend war die Aktie von Regal Rexnord in den vergangenen Monaten vom KI-Hype mit nach oben gerissen worden. Mit umso kräftigeren Verkäufen haben Investoren auf die Zahlenvorlage am 5. August reagiert, woraufhin das Papier herb eingebrochen ist. Sind die schlechten Nachrichten allmählich in der Aktie eingepreist?
Regal Rexnord ist ein Hersteller von Elektromotoren und Steuerungen für Industrieanlagen, Gewerbeimmobilien und Haushaltsgeräten sowie von Antriebs- und Übertragungstechnik wie Zahnradgetrieben, Kupplungen, Wälzlagern und Industrieketten. Die Firma stellt außerdem Fördersysteme wie Ketten und Komponenten für Transport- und Förderbänder sowie Klimalösungen her.
Im zweiten Quartal ist der Umsatz von Regal Rexnord um 4,2 Prozent auf 1,56 Milliarden Dollar gestiegen, organisch waren es 3,3 Prozent. Zwar war die Nachfrage nach Produkten für Klimaanlagen und für Pools von Häusern schwach, jedoch florierte jene aus den Bereichen Rechenzentren, Automatisierungstechnik, Luft- und Raumfahrt sowie Energie.
Dabei legte der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) auf Konzernebene um 11,2 Prozent auf 366,6 Millionen Dollar zu. Damit verbesserte sich die Marge deutlich von 22,0 auf 23,5 Prozent. Allerdings enthält das Ergebnis eine Rückzahlung von US-Strafzöllen in Höhe von 32 Millionen Dollar. Bereinigt auch um diesen Effekt ist die Marge allerdings auf 21,5 Prozent etwas zurückgegangen.
Zwar legte der bereinigte Gewinn je Aktie um 20,9 Prozent auf 2,99 Dollar zu, bereinigt um die Rückzahlung von US-Strafzöllen stand allerdings ein Plus von lediglich 4,8 Prozent auf 2,60 Dollar zu Buche.
Immerhin war die Entwicklung beim Cashflow ganz solide. Jener aus dem operativen Geschäft lag bei 176,6 Millionen Dollar. Abzüglich der Investitionen von 22,5 Millionen Dollar stand ein Free Cashflow von 154,1 Millionen Dollar zu Buche.
Prognose angepasst
Bei der Zahlenvorlage betonte der neue Vorstandschef Aamir Paul, der seit Anfang Juli im Amt ist, dass er sich weiter einarbeiten müsse. Allerdings hatte er ein paar schlechte Nachrichten für die Aktionäre parat.
Zwar soll der Umsatz im Gesamtjahr 2026 weiterhin 6,2 Milliarden Dollar erreichen, was ein Wachstum von 4,5 Prozent bedeuten würde, aber den Ausblick für das bereinigte Ebitda grenzte Paul auf 1,347 bis 1,387 Milliarden Dollar ein, gegenüber den zuvor avisierten 1,337 bis 1,407 Milliarden Dollar. Damit soll die bereinigte Ebitda-Marge in der Mitte der Spanne bei 22,1 Prozent liegen, abzüglich des obigen US-Strafzolleffekts sollen es nur 21,3 Prozent sein, statt der zuvor avisierten 22,2 Prozent. Damit ist die Profitabilität deutlich schwächer als zuvor erwartet.
Außerdem dampfte Paul die Prognose für den bereinigten Gewinn je Aktie auf 10,35 bis 10,85 Dollar ein, gegenüber den zuvor geplanten 10,20 bis 11,00 Dollar. Zwar bleibt damit die Mitte der Spanne mit 10,60 Dollar unverändert. Allerdings wird der neue Ausblick durch die Rückzahlung von US-Strafzöllen von erwarteten 48 Millionen Dollar nach oben getrieben.
Finanzchef Rob Rehard erklärte, dass es mehrere Gründe gebe, weshalb die Profitabilität schwächer sein werde als erwartet. So werde es länger dauern als erwartet, um Produktivitätsgewinne zu realisieren, weil der Konzern das bestehende Service-Angebot nicht einschränken, sondern erst einmal aufrechterhalten wolle. Außerdem würden die Preiserhöhungen im Verhältnis zur hohen Inflation langsamer durchschlagen, dabei würden höhere Rohstoff-, Energie und Treibstoffkosten die Profitabilität belasten.
Außerdem soll der Free Cashflow 2026 lediglich 600 Millionen Dollar erreichen, statt der zuvor avisierten 650 Millionen Dollar.
Potenzial für die Zukunft sieht das Management neben Produkten für Rechenzentren auch in jenen für Flugtaxis und Robotik.
So sehen die Schätzungen aus
Analysten prognostizieren für 2026 einen Umsatzanstieg um 4,5 Prozent auf 6,20 Milliarden Dollar. 2027 soll sich das Umsatzwachstum mehr als verdreifachen, auf 14,1 Prozent, womit ein Erlös von 7,07 Milliarden Dollar erwartet wird.
Dabei soll das bereinigte Ebitda 2026 um 4,6 Prozent auf 1,37 Milliarden Dollar zulegen, gefolgt von einem Sprung von 13,1 Prozent auf 1,55 Milliarden Dollar für 2027.
Schlussendlich soll der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) 2026 um 9,0 Prozent auf 842,6 Millionen Dollar klettern, um 2027 um 20,7 Prozent auf 1,02 Milliarden Dollar nach oben zu springen. Damit würde sich die Marge jeweils etwas verbessern, zuerst von 13,0 auf 13,6 Prozent für 2026, um 2027 14,4 Prozent zu erreichen.
Wie geht’s weiter mit der Aktie?
Nach dem Kurseinbruch liegt der Börsenwert bei 11,6 Milliarden Dollar. Inklusive der Nettoschulden von 4,2 Milliarden Dollar liegt der Enterprise Value (EV) bei 15,8 Milliarden Dollar.
Das entspricht dem 15,5-Fachen des von Analysten für 2027 prognostizierten Ebit. Meiner Meinung nach ist das eine ziemlich hohe Bewertung, wenngleich sich das Umsatzwachstum 2027 kräftig beschleunigen und die Marge weiter verbessert werden soll.
Und das 2027er-KGV liegt bei 13,2.
Meiner Meinung nach könnte die Aktie von Regal Rexnord erst einmal noch etwas unter Druck bleiben, bis die Investoren die schlechten Nachrichten bezüglich der hauseigenen Profitabilität verdaut haben.
Die weitere Entwicklung des Papiers dürfte anschließend von den News aus dem KI-Bereich abhängen. Wenn die Stimmung der Investoren euphorisch bleiben sollte, dürfte das auch das Papier von Regal Rexnord stützen. In diesem Zusammenhang rückt die Zahlenvorlage von Nvidia am Mittwoch, dem 26. August, nach Börsenschluss in den USA in den Fokus der Investoren.
Sollte hingegen bei Investoren die Sorge aufkommen, dass das Wachstum im KI-Bereich in den nächsten Jahren möglicherweise deutlich schwächer ausfallen könnte als bislang erwartet, dürfte das auch das Papier von Regal Rexnord belasten.
BNP Paribas bietet auf die Aktie von Regal Rexnord (876288) Mini Futures, Unlimited Turbos, Faktor-Optionsscheine und weitere Produkte an.

Egmond Haidt
Der Autor dieses Beitrags, Egmond Haidt, arbeitete nach seiner Bankausbildung und dem BWL-Studium ab 2000 als Redakteur bei BÖRSE ONLINE. Seit Juli 2013 ist der Finanzjournalist als Freiberufler tätig. Jeden Dienstag ab 18 Uhr analysiert er die neuesten Entwicklungen am Finanzmarkt in der Sendung Euer Egmond.
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