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Rheinmetall – Für das vierte Quartal wird ein Rekord beim Auftragseingang erwartet

Die Aktie des größten deutschen Rüstungskonzerns war seit Anfang Oktober auf Talfahrt. Wie geht’s nach der Zahlenvorlage weiter?
Mit einem deutlichen Kurssprung nach oben reagiert die Aktie von Rheinmetall auf die Veröffentlichung der 9-Monats-Zahlen. Dabei sind sie lediglich gemischt ausgefallen, während die Aufträge von der Bundesregierung weiterhin auf sich haben warten lassen. Umso mehr setzen Investoren auf die Ankündigung von Vorstandschef Armin Papperger zum Auftragseingang.
Im dritten Quartal ist der Umsatz von Deutschlands größtem Rüstungskonzern um 13 Prozent auf 2,78 Milliarden Euro gestiegen. Das lag allerdings leicht unter den Schätzungen der Analysten von 2.82 Milliarden Euro.
Zudem ist der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) um 19 Prozent auf 360 Millionen Euro geklettert, damit hat sich die Marge von 12,3 auf 12,9 Prozent etwas verbessert. Damit wurden die Erwartungen von 355 Millionen Euro leicht übertroffen.
Wenig berauschend sehen allerdings die Zahlen zur „Nomination“ aus, sie ist um 36 Prozent auf 3,9 Milliarden Euro eingebrochen, vor allem weil die Auftragsvergabe der Bundesregierung aufgrund der verzögerten Verschiebung des Bundeshaushalts nach dem Regierungswechsel weiter auf sich warten lassen hat.
„Nomination umfasst sowohl den klassischen Auftragseingang als auch das Volumen aus neu abgeschlossenen Rahmenverträgen mit militärischen Kunden sowie aus neuen Kundenvereinbarungen (Nominierungen) im zivilen Geschäft über zukünftige Abrufe“, heißt es in der Pressemeldung.
Hingegen legte das „Backlog“ um 23 Prozent auf 63,8 Milliarden Euro zu. „Der [sic!] Backlog umfasst neben dem Auftragsbestand auch die erwarteten Abrufe aus bestehenden Rahmenverträgen mit militärischen Kunden sowie die Potentiale aus Kundenvereinbarungen im zivilen Geschäft“, so die Pressemeldung weiter.
Prognose bestätigt
Bei der Zahlenvorlage gab sich Papperger dennoch zufrieden und bestätigte „mindestens“ die Prognose fürs Gesamtjahr.
Demnach soll der Umsatz 2025 um 25 bis 30 Prozent gegenüber dem 2024er-Wert von 9,75 Milliarden Euro steigen.
Zudem soll die bereinigte Ebit-Marge leicht verbessert werden, von 15,2 auf 15,5 Prozent.
Für Zuversicht bei Investoren dürfte vor allem gesorgt haben, dass der Konzern laut der Präsentation zu den Quartalszahlen einen „Rekord bei der Nomination für das vierte Quartal erwartet“, also quasi beim Auftragseingang plus die obigen zusätzlichen Faktoren.
Dabei soll das Backlog von 63,8 Milliarden Euro per Ende September bis zum Jahresende auf rund 80 Milliarden Euro nach oben schießen.
Nun warten Investoren gespannt auf die Analystenkonferenz, die um 14 Uhr beginnt. Zudem folgt ein Kapitalmarkttag am 18. November.
Wie geht’s weiter mit der Aktie?
Nach dem Sprung nach oben nach der Zahlenvorlage liegt der Börsenwert bei 81,4 Milliarden Euro. Inklusive der Nettoschulden von 1,9 Milliarden Euro liegt der Enterprise Value (EV) bei 83,3 Milliarden Euro.
Das entspricht dem 28,8-Fachen des von Analysten für 2026 prognostizierten Ebit und zeigt damit, welch rasantes Wachstum in der Aktie eingepreist ist. Allerdings soll sich das Umsatzwachstum laut den Schätzungen der Analysten 2026 von erwarteten 30 Prozent für 2025 auf 35 Prozent beschleunigen. Zudem soll die Ebit-Marge 2026 deutlich verbessert werden, auf den Rekord von 17 Prozent.
Und das 2026er-KGV liegt bei herben 39,6.
Wie sich die Rheinmetall-Aktie in den nächsten Tagen und Wochen entwickelt, dürfte vor allem von der heutigen Analystenkonferenz abhängen. Sollte Papperger die Finanzprofis und damit die Investoren überzeugen können, dass die Nomination im vierten Quartal tatsächlich auf einen Rekordwert steigen und es 2026 weiter nach oben gehen sollte, dürfte das Papier nachhaltig nach oben drehen.
Die nächsten wichtigen Kursimpulse wird dann der Kapitalmarkttag am 18. November liefern, zumal falls in der Zwischenzeit die ersten Aufträge von der Bundesregierung eingehen sollten. Umso gespannter werden Investoren in den nächsten Tagen und Wochen die Nachrichten zur Auftragslage verfolgen.
BNP Paribas bietet auf die Aktie von Rheinmetall (703000) Mini Futures, Unlimited Turbos, Optionsscheine, Faktor-Optionsscheine und weitere Produkte an.

Egmond Haidt
Der Autor dieses Beitrags, Egmond Haidt, arbeitete nach seiner Bankausbildung und dem BWL-Studium ab 2000 als Redakteur bei BÖRSE ONLINE. Seit Juli 2013 ist der Finanzjournalist als Freiberufler tätig. Jeden Dienstag ab 18 Uhr analysiert er die neuesten Entwicklungen am Finanzmarkt in der Sendung Euer Egmond.
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