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Rheinmetall – Nach Zahlenvorlage Aktie volatil
Das Papier von Deutschlands größtem Rüstungskonzern tendiert schon länger unter großen Schwankungen seitwärts. Wie geht es weiter mit dem Papier?
Um bis zu 5 Prozent ist die Rheinmetall-Aktie nach der Veröffentlichung der 2025er-Ergebnisse eingebrochen und nähert sich damit zügig den 10-Monats-Tiefs. Einerseits sind die Zahlen etwas schwächer als erwartet, andererseits sorgt der Ausblick für Enttäuschung.
2025 ist der Umsatz von Rheinmetall um 29 Prozent auf 9,94 Milliarden Euro gestiegen. Das lag allerdings etwas unter den Schätzungen der Analysten von 10,12 Milliarden Euro, nachdem der Konzern zuletzt ein Wachstum von 30 bis 35 Prozent in Aussicht gestellt hatte.
Dabei ist das operative Ergebnis, also der um die Abschreibungen auf Zukäufe bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit), um 33 Prozent auf 1,84 Milliarden Euro geklettert, womit sich die Marge von 18,0 auf 18,5 Prozent verbessert hat.
Allerdings sind die Erwartungen von 1,92 Milliarden Euro und einer Marge von 19,0 Prozent klar verfehlt worden, zumal das Management um Vorstandschef Armin Papperger zuletzt eine Marge von 18,5 bis 19 Prozent prognostiziert hatte.
Zudem ist die „Nomination“ um 8,7 Prozent auf 26,4 Milliarden Euro gestiegen. Die „Nomination“ umfasst neben dem klassischen Auftragseingang (19,7 Milliarden Euro) auch das Volumen aus neu abgeschlossenen Rahmenverträgen mit militärischen Kunden.
Außerdem ist das „Backlog“ um 35,8 Prozent auf den Rekord von 63,8 Milliarden Euro nach oben geschossen. Das „Backlog“ umfasst neben dem Auftragsbestand (40,8 Milliarden Euro) auch die erwarteten Abrufe aus bestehenden Rahmenverträgen.
Bei der Vorlage der 9-Monats-Zahlen hatte das Management einen Anstieg des Backlogs von 63,8 Milliarden Euro per Ende September auf rund 80 Milliarden Euro bis zu zum Jahresende vorhergesagt. Daraus ist allerdings nichts geworden.
Beim Cashflow für die fortgeführten Aktivitäten, also bereinigt um das Autozuliefergeschäft, das im zweiten oder dritten Quartal 2026 verkauft werden soll, sah die Lage 2025 wie folgt aus: Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit ist deutlich gestiegen, auf 2,0 Milliarden Euro.
Abzüglich der Investitionen von 778 Millionen Euro stand ein Free Cashflow von 1,2 Milliarden Euro zu Buche – ein Plus von 15,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Enttäuschender Ausblick
Wenig begeistert waren Investoren zudem vom Ausblick. Zwar peilt das Management für 2026 ein Umsatzwachstum von 40 bis 45 Prozent auf 14,0 bis 14,5 Milliarden Euro an, dabei soll das organische Wachstum (ohne Akquisitionen) bei 28 bis 31 Prozent liegen. Die Mitte der Spanne liegt leicht über den Schätzungen von 14,13 Milliarden Euro.
Allerdings soll die bereinigte operative Marge lediglich leicht auf 19,0 Prozent zulegen, was in der Mitte der Umsatzspanne ein bereinigtes Ebit von 2,71 Milliarden Euro bedeutet. Das lag allerdings leicht unter den Erwartungen von 2,77 Milliarden Euro, was einer Marge von 19,6 Prozent entspricht.
In der Präsentation zur Vorlage des Geschäftsberichts prognostiziert das Management zudem, dass sich das Backlog bis Ende 2026 mehr als verdoppeln soll, auf rund 135 Milliarden Euro. Schauen wir mal, wie es 2026 beim Backlog tatsächlich laufen wird.
Wie geht’s weiter mit der Aktie?
Nach dem Kursrutsch liegt der Börsenwert bei 75,0 Milliarden Euro. Abzüglich des Netto-Cash-Bestands von 369 Millionen Euro liegt der Enterprise Value (EV) bei 74,6 Milliarden Euro.
Das entspricht dem 26,9-Fachen des von Analysten für 2026 vorhergesagten Ebit und zeigt, welch massives Wachstum in der Aktie eingepreist ist. Zwar soll sich das Wachstum 2026 deutlich beschleunigen, allerdings ist das vor allem auf die jüngsten Zukäufe zurückzuführen.
Und das 2026er-KGV liegt bei herben 40,2.
Nun warten Investoren gespannt auf die Analystenkonferenz, die heute um 14 Uhr beginnt. Sollte Papperger nichts Überraschendes sagen, könnte die Aktie meiner Meinung nach weiterhin unter großen Schwankungen seitwärts tendieren, wobei die 10-Monats-Tiefs von rund 1.500 Euro allmählich näher rücken könnten.
Das Problem ist, dass es bei einer derart hoch bewerteten Aktie keine Enttäuschung geben darf, weder bei den Zahlen noch beim Ausblick, ansonsten droht ein herber Kurseinbruch. Umso mehr gilt es die Nachrichten zum Iran-Krieg zu beobachten. Je nach den News könnten sie das Rheinmetall-Papier stützen.
BNP Paribas bietet auf die Aktie von Rheinmetall (703000) Mini Futures, Unlimited Turbos, Optionsscheine, Faktor-Optionsscheine und weitere Produkte an.

Egmond Haidt
Der Autor dieses Beitrags, Egmond Haidt, arbeitete nach seiner Bankausbildung und dem BWL-Studium ab 2000 als Redakteur bei BÖRSE ONLINE. Seit Juli 2013 ist der Finanzjournalist als Freiberufler tätig. Jeden Dienstag ab 18 Uhr analysiert er die neuesten Entwicklungen am Finanzmarkt in der Sendung Euer Egmond.
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