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Sandisk – KI-Boom macht Aktie zur Kursrakete

Der US-Hersteller von Flash-Speicher-Produkten war 2025 der größte Gewinner im S&P 500. Zum Jahresauftakt 2026 ist die Party nahtlos weitergegangen.
Um 28 Prozent ist die Sandisk-Aktie am Dienstag, dem 6. Januar, nach oben geschossen, nachdem Nvidia-Chef Jensen Huang auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas die zunehmende Bedeutung von Speicherchips für KI-Anwendungen betont hatte. Dieser Markt habe bislang nicht existiert, aber er werde wahrscheinlich der größte Speichermarkt weltweit werden, so Huang.
Seit Jahresanfang 2026 ist das Sandisk-Papier damit um horrende 49 Prozent nach oben geschossen. Dabei war die Aktie bereits 2025 mit einem Anstieg von fast 580 Prozent die Nummer 1 im S&P 500, vor dem US-Hersteller von Festplattenlaufwerken Western Digital auf Platz 2 und dessen Konkurrent Seagate Technology auf Rang 4.
Investoren honorieren, dass durch den KI-Boom Unternehmen wie Sandisk auf absehbare Sicht ausverkauft sind, woraufhin die Preise ihrer Produkte explodieren. Und mit den stark steigenden Gewinnschätzungen schrauben viele Analysten ihre Kursziele dann immer weiter nach oben.
Sandisk ist ein Unternehmen, das Flash-Speicher-Produkte wie Speicherkarten, USB-Sticks und Solid-State-Drives (SSDs) herstellt. Die Produkte kommen in vielen Geräten zum Einsatz, gerade in Handys und Laptops und zuletzt eben verstärkt in Servern von Rechenzentren.
Im per 3. Oktober beendeten ersten Quartal des Fiskaljahrs 2025/26 ist der Umsatz von Sandisk gegenüber dem Vorquartal um 21 Prozent auf 2,31 Milliarden Dollar gestiegen. Das lag deutlich über den Schätzungen der Analysten von 2,15 Milliarden Dollar.
Dabei sei der Bit-Absatz im mittleren Zehner-Prozent-Bereich geklettert, während die durchschnittlichen Preise im mittleren einstelligen Bereich zugelegt haben.
Einer der Wachstumsmotoren waren Chips für Rechenzentren, deren Erlöse gegenüber dem Vorquartal um 26 Prozent auf 269 Millionen Dollar gestiegen sind. Dennoch machten sie lediglich 11,7 Prozent der Konzernerlöse aus.
Zudem ist die bereinigte Bruttomarge auf Konzernebene gegenüber dem Vorquartal von 26,4 auf 29,9 Prozent nach oben geschossen.
Außerdem sprang der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) gegenüber dem Vorquartal um 145 Prozent auf 245 Millionen Dollar nach oben, damit hat sich die Marge von 5,3 auf 10,6 Prozent verdoppelt.
Der bereinigte Gewinn je Aktie ist gegenüber dem Vorquartal um mehr als 300 Prozent auf 1,22 Dollar nach oben geschossen.
Zudem hat sich der bereinigte Free Cashflow annähernd auf 448 Millionen Dollar versechsfacht.
Starke Prognose
Auf der Analystenkonferenz am 6. November gab sich Vorstandschef David Goeckeler sehr zufrieden mit den Ergebnissen, zumal der starke Free Cashflow dafür gesorgt habe, dass der Konzern zum Ende des Geschäftsquartals einen Netto-Cash-Bestand von 91 Millionen Dollar besaß. Das sei fast sechs Monate früher gewesen, als das Management auf dem Kapitalmarkttag im Februar angekündigt hatte.
Zudem gab sich Goeckeler zuversichtlich, dass die erfreuliche Geschäftsentwicklung anhalten werde, schließlich sei der Konzern mit seinen Produkten für das Kalenderjahr 2026 ausverkauft, während er gleichzeitig bei Chips für Rechenzentren schneller wachsen wolle als in anderen Bereichen, zumal er in diesem Segment bislang unterrepräsentiert sei. Nach den hauseigenen Schätzungen werde auch über 2026 hinaus die Nachfrage nach Sandisk-Produkten größer als das Angebot sein.
Der Firmenlenker betonte zudem, dass die Investitionen in Rechenzentren und KI-Infrastruktur laut den Schätzungen von Experten in den nächsten Jahren weiter kräftig steigen sollen, um 2030 rund 1 Billion Dollar zu erreichen. Das entspricht einem durchschnittlichen Wachstum von 23 Prozent pro Jahr gegenüber dem 2024er-Wert (297 Milliarden Dollar).
Für das zweite Quartal 2025/26 hat der Vorstandschef daher einen Umsatz von 2,55 bis 2,65 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt, das lag weit über den Erwartungen von 2,23 Milliarden Dollar.
Dabei soll der Bit-Absatz gegenüber dem Vorquartal im unteren einstelligen Prozentbereich zulegen, während die durchschnittlichen Preise prozentual zweistellig zulegen sollen. Damit werde das Erlöswachstum vor allem durch Preiserhöhungen angetrieben.
Zudem soll die bereinigte Bruttomarge auf 41,0 bis 43,0 Prozent nach oben schießen, zumal die Kosten für das weitere Hochfahren der Produktion deutlich geringer ausfallen würden als im Vorquartal.
Außerdem werde ein bereinigter Gewinn je Aktie von 3,0 bis 3,40 Dollar angepeilt.
Der Konzern hat zudem kaum Verträge, bei denen die Absatz- und Preisvereinbarungen über ein Quartal hinausgehen. Damit kann die Firma umso mehr von dem hervorragenden Umfeld profitieren.
Goeckeler sagte zudem, dass im Kalenderjahr 2026 der Bereich Rechenzentren der größte Markt bei NAND-Chips sein werde, nachdem das immer der mobile Bereich gewesen sei.
Trotz der wie erwartet starken Nachfrage wolle der Konzern erst einmal nicht in zusätzliche Kapazitäten investieren, gehe er doch von einem langfristigen Anstieg der Nachfrage im mittleren bis hohen Zehner-Prozent-Bereich aus. Je mehr allerdings die Nachfrage das Angebot von Sandisk im Speziellen und der Branche im Allgemeinen übersteige, umso stärker könnten Sandisk und die Wettbewerber die Preise erhöhen.
So sehen die Schätzungen aus
Analysten prognostizieren für das im Juni endende Fiskaljahr 2025/26 einen Umsatzanstieg von 44 Prozent auf 10,6 Milliarden Dollar. 2026/27 soll der Erlös um 24,4 Prozent auf 13,2 Milliarden Dollar zulegen, womit sich das Wachstum allerdings deutlich abschwächen würde.
Dabei soll das bereinigte Ebit 2025/26 um 257 Prozent auf 2,5 Milliarden Dollar nach oben schießen und 2026/27 um 71,3 Prozent auf 4,2 Milliarden Dollar zulegen. Damit würde die Marge zuerst von 9,4 Prozent auf 23,2 Prozent nach oben schießen, um 2026/27 sogar sensationelle 32,0 Prozent zu erreichen.
Wie geht’s weiter mit der Aktie?
Nach der Kursexplosion liegt der Börsenwert bei 50,55 Milliarden Dollar. Abzüglich des Netto-Cash-Bestands liegt der Enterprise Value (EV) bei 50,46 Milliarden Dollar.
Das entspricht dem 12,0-Fachen des von Analysten für das Fiskaljahr 2026/27 vorhergesagte Ebits. Die Bewertung lässt meiner Meinung nach noch Spielraum nach oben, zumal die Analysten in den vergangenen Monaten ihre Schätzungen für Umsatz, bereinigtes Ebit und bereinigten Gewinn je Aktie jeweils kräftig nach oben geschraubt haben und das in den nächsten Monaten weiterhin tun dürften.
Auf Basis der Ebit-Schätzungen für das Kalenderjahr 2026 (3,7 Milliarden Dollar) liegt das Multiple zwar bei 13,5, allerdings lässt auch das meiner Meinung nach noch Spielraum nach oben.
Und das 2026/27er-KGV liegt bei 16,4.
Meiner Meinung nach sollte die Rekordfahrt der Sandisk-Aktie erst einmal weitergehen, zumal wenn sich andere Unternehmen aus dem Speichersektor wie Samsung Electronics, SK Hynix oder Micron Technology weiter positiv zum Umfeld äußern sollten, wovon ich ausgehe.
Die nächsten starken Kursimpulse sollten dann spätestens die Quartalszahlen von Sandisk liefern, die der Konzern am Donnerstag, dem 29. Januar, nach Börsenschluss in den USA veröffentlichen wird.
BNP Paribas bietet auf die Aktie von Sandisk (A411ZM) Mini Futures, Unlimited Turbos, Faktor-Optionsscheine und weitere Produkte an.

Egmond Haidt
Der Autor dieses Beitrags, Egmond Haidt, arbeitete nach seiner Bankausbildung und dem BWL-Studium ab 2000 als Redakteur bei BÖRSE ONLINE. Seit Juli 2013 ist der Finanzjournalist als Freiberufler tätig. Jeden Dienstag ab 18 Uhr analysiert er die neuesten Entwicklungen am Finanzmarkt in der Sendung Euer Egmond.
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