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Snap-on – Zum 105. Geburtstag weiterhin erfolgshungrig

Der Hersteller von Werkzeugen für die Autoindustrie erfreut sich guter Geschäfte. Wie geht’s weiter mit der Aktie?
Die Aktie von Snap-on ist in den vergangenen Monaten unter deutlichen Schwankungen gestiegen. Das Unternehmen hat üblicherweise ein zyklisches Geschäft und bekommt es daher schnell zu spüren, wenn sich die Geschäftsaussichten verändern, beispielsweise weil die Zinsen in den USA steigen und damit die Konjunktur dämpfen oder wenn Unternehmen aufgrund der Strafzölle von US-Präsident Donald Trump auf chinesische Produkte ihre Lieferketten aus dem Land weg in andere Länder verlagern.
In diesem herausfordernden Umfeld hat sich Snap-on zuletzt bemerkenswert gut geschlagen, wie die am 16. Oktober veröffentlichten 9-Monats-Zahlen zeigen.
„Snap-on Incorporated ist ein führender weltweiter Entwickler, Hersteller und Anbieter von Werkzeugen und Werkstattlösungen für den professionellen Nutzer“, schreibt die deutsche Tochter SNA Germany GmbH auf ihrer Homepage.
„Die Produktpalette besteht aus Handwerkzeugen, Power Tools, Diagnosegeräten für den automotiven Bereich, Werkstattzubehör, Werkzeugschränken sowie automotive Diagnosesoftware. Unser Firmenname steht weltweit für begehrtes und edles High-Tech-Werkzeug ebenso wie für den amerikanischen „‚way of life‘.“
Die Produkte, etwa jene für Diagnose- und Reparaturinformationen, kommen neben dem Automobilsektor auch in vielen anderen Sektoren zum Einsatz, zum Beispiel in der Schwerlastindustrie, im Bergbau, sowie im Luftfahrt- und Eisenbahnsektor.
Das Unternehmen nutzt ein Franchise-System, bei dem die Produkte über Franchise-Partner im Direktvertrieb an die Kunden verkauft werden. Die Partner besuchen Kunden, oft mit voll beladenen Lkw, um die benötigten Produkte direkt zu liefern.
Dem Unternehmen kommt dabei zugute, dass die Autos in den USA immer älter werden, zuletzt waren es 12,8 Jahre bei Pkw – Rekord. Umso aufwendiger wird deren Reparatur, während die neuen Fahrzeuge gleichzeitig immer komplexer werden, sodass immer neue Werkzeuge gebraucht werden.
Im dritten Quartal ist der Umsatz aus dem Werkzeugverkauf um 3,8 Prozent auf 1,19 Milliarden Dollar gestiegen, das lag leicht über den Schätzungen der Analysten von 1,16 Milliarden Dollar. Hinzu kamen Einnahmen von 101,4 Millionen Dollar aus der Finanzsparte, womit Konzernerlöse von 1,29 Milliarden Dollar zu Buche standen.
Dabei legte der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) um 23,3 Millionen Dollar oder 7,2 Prozent auf 347,4 Millionen Dollar zu. Dazu trug ein positiver Sondereffekt aus einem Rechtsstreit 22 Millionen Dollar bei. Bereinigt um diesen Effekt ging die Marge etwas zurück, von 26,0 Prozent auf 25,2 Prozent. Das war aber immer noch ein hervorragender Wert.
Zudem stieg der Gewinn je Aktie – inklusive des obigen Sondereffekts – um 6,8 Prozent auf 5,02 Dollar, bereinigt um den Effekt waren es 4,71 Dollar.
Außerdem hat der Konzern für 82 Millionen Dollar Aktien zurückgekauft, aus dem bestehenden Programm sind damit noch 306 Millionen Dollar übrig.
Zuversicht verbreiten
Bei der Zahlenvorlage zeigte sich Vorstandschef Nick Pinchuk daher sehr zufrieden und verbreitete Zuversicht, dass die gute Geschäftsentwicklung anhalten werde. „Die Perspektiven für Autoreparaturen (und damit für das Geschäft von Snap-on) waren nie besser“, sagte der Vorstandschef.
Er verwies auf die Snap-on-Konferenz mit den Franchise-Nehmern, die vom 15. bis 17. August in Orlando im Bundesstaat Florida stattfand und wo der 105. Geburtstag des Unternehmens ausgiebig gefeiert wurde.
Dabei seien rund 9.000 Menschen anwesend gewesen, von Franchise-Nehmern über Gäste bis hin zu den Mitarbeitern von Snap-on. Die Vorführungen und gerade die neuen Produkte seien bei den Kunden auf gute Resonanz gestoßen, was sich in erfreulichen Aufträgen niedergeschlagen habe. Diese gelte es ab dem vierten Quartal abzuarbeiten.
Allerdings nannte Pinchuk – wie üblich – kaum Details zum Ausblick, außer dass sich die Investitionen im Gesamtjahr 2025 auf rund 100 Millionen Dollar belaufen sollen, nachdem in den ersten drei Quartalen hierfür 62,5 Millionen Dollar aufgewendet wurden.
So sehen die Schätzungen aus
Analysten sagen für 2025 einen Umsatzanstieg um 1 Prozent auf 4,75 Milliarden Dollar vorher. 2026 soll es um 4,1 Prozent auf 4,9 Milliarden Dollar nach oben gehen, womit sich das Wachstum deutlich beschleunigen würde.
Allerdings soll das Ebit 2025 um 1,4 Prozent auf 1,3 Milliarden Dollar sinken, hingegen soll es 2026 um 5,2 Prozent auf 1,4 Milliarden Dollar steigen. Damit würde die Marge zuerst etwas zurückgehen, von 28,6 auf 27,9 Prozent, um 2026 auf 28,2 Prozent zu steigen.
Wie geht’s weiter mit der Aktie?
Der Börsenwert liegt bei 17,9 Milliarden Dollar. Abzüglich des Netto-Cash-Bestands von 326,6 Millionen Dollar liegt der Enterprise Value (EV) bei 17,6 Milliarden Dollar.
Das entspricht dem 12,6-Fachen des von Analysten für 2026 vorhergesagten Ebit. Ich finde, das ist keine zu hohe Bewertung, sondern lässt vielmehr Spielraum nach oben, zumal sich das Umsatzwachstum 2026 deutlich beschleunigen und die operative Marge auf einem prächtigen Niveau bleiben soll.
Und das 2026er-KGV liegt bei 16,7.
Meiner Meinung nach könnte die Aktie von Snap-on allmählich weiter nach oben tendieren und das Rekordhoch vom November 2024 von 372,35 Dollar ins Visier nehmen, zumal sich nach einem womöglich baldigen Ende des Shutdowns in den USA die Konjunkturperspektiven aufhellen sollten.
BNP Paribas bietet auf die Aktie von Snap-on (853887) Mini Futures, Unlimited Turbos, Faktor-Optionsscheine und weitere Produkte an.

Egmond Haidt
Der Autor dieses Beitrags, Egmond Haidt, arbeitete nach seiner Bankausbildung und dem BWL-Studium ab 2000 als Redakteur bei BÖRSE ONLINE. Seit Juli 2013 ist der Finanzjournalist als Freiberufler tätig. Jeden Dienstag ab 18 Uhr analysiert er die neuesten Entwicklungen am Finanzmarkt in der Sendung Euer Egmond.
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