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SpaceX – Ausblick und Hoffnung auf Fusion mit Tesla treiben Aktie in die Stratosphäre
Das KI- und Telekom-Unternehmen hat starke Zahlen veröffentlicht. Fliegt das Papier weiter in Richtung der Rekordhochs?
Mit einem Kurssprung von 8 Prozent hat die SpaceX-Aktie auf die Veröffentlichung der 9-Monats-Zahlen reagiert. Sie sind hervorragend ausgefallen, während Vorstandschef Elon Musk und Finanzchef Bret Johnsen mit ihren Prognosen Investoren euphorisiert haben, zumal Musk einen möglichen Zusammenschluss mit Tesla ins Spiel gebracht hat. Wie geht’s weiter mit der Aktie?
Im dritten Quartal ist der Umsatz von SpaceX um 161 Prozent auf 14,58 Milliarden Dollar nach oben geschossen, das lag deutlich über den Schätzungen der Analysten von 12,87 Milliarden Dollar.
Dabei ist der Erlös im KI-Bereich SI (Super Intelligence) auf 7,56 Milliarden Dollar nach oben geschossen – das ist das 9,3-Fache des Vorjahreszeitraums, weil etliche Hyperscaler und zahlreiche andere Unternehmen die Rechenleistungskapazitäten von SI stark nachgefragt haben. Zum Umsatzsprung hat die am 14. August abgeschlossene und 60 Milliarden Dollar teure Übernahme des KI-Start-ups Cursor 608 Millionen Dollar beigetragen. Damit macht SI 51,9 Prozent der Konzernerlöse von SpaceX aus und ist damit der mit weitem Abstand wichtigste Umsatzlieferant.
Zudem sind die Einnahmen im Bereich „Connectivity“ rund um die Tochter Starlink um 69 Prozent auf 5,25 Milliarden Dollar geklettert. Dabei hatte sich die Zahl der Starlink-Abonnenten annähernd verdoppelt auf 13,6 Millionen (Q2/2025: 7,2 Millionen). Hingegen legte der Umsatz im Raumfahrtgeschäft „Space“ um lediglich 6 Prozent auf 1,76 Milliarden Dollar zu.
Zudem hat sich der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) auf Konzernebene mehr als vervierfacht, auf 8,81 Milliarden Dollar – das lag weit über den Erwartungen von 6,59 Milliarden Dollar. Damit ist die Marge von 38,9 auf herbe 60,4 Prozent nach oben geschossen.
Davon steuerte das KI-Geschäft 4,95 Milliarden Dollar bei, das waren 56,2 Prozent des bereinigten Ebitda des Konzerns, nach einem bereinigte Ebitda-Verlust von 428 Millionen Dollar für das KI-Geschäft im Vorjahreszeitraum.
Zudem ist der Profit im Bereich „Connectivity“ um 82 Prozent auf 3,5 Milliarden Dollar nach oben geschossen, während jener im Raumfahrtgeschäft auf nur noch 357 Millionen Dollar eingebrochen ist. Die obigen Zahlen zeigen unmissverständlich, warum SpaceX kein Raumfahrtunternehmen, sondern eine Wette auf KI ist.
Zudem haben sich die Investitionen auf Konzernebene annähernd verdreifacht, auf 19,6 Milliarden Dollar, davon entfielen 16,4 Milliarden Dollar auf das KI-Geschäft
Sehr bullische Prognosen und Übernahmefantasie
Auf der Analystenkonferenz gaben sich Musk und Johnsen sehr bullisch. Nachdem die Rechenleistung im dritten Quartal auf 1,7 Gigawatt (GW) gestiegen war, soll sie im vierten Quartal auf 2,5 bis 3 GW ausgebaut werden. Zudem soll sie im Laufe des Jahres 2027 um 10 GW steigen. Wenn alles hervorragend laufe, könne es sogar zu einem Zuwachs von 20 GW kommen, sagte Musk.
Vor diesem Hintergrund sollen die Investitionen auf Konzernebene im vierten Quartal 2026 auf 35 bis 40 Milliarden Dollar nach oben schießen.
Aufgrund der starken Nachfrage im KI-Bereich soll der Umsatz auf Konzernebene im ersten Quartal 2027 auf 33 bis 37 Milliarden Dollar nach oben schießen, sagte Johnsen. Das liegt meilenweit über den Schätzungen der Analysten von 22,2 Milliarden Dollar.
Außerdem sagte Musk, dass der Umsatz zum Ende 2027, also im Dezember, auf eine Jahresrate von 500 Milliarden Dollar bis 1 Billion Dollar nach oben schießen werde. Das würde einen Umsatz von 41,7 bis 83,3 Milliarden Dollar für den Monat Dezember 2027 bedeuten.
Hingegen liegen die Schätzungen der Analysten für das vierte Quartal 2027 bei „nur“ 33,1 Milliarden Dollar. Laut Musks Prognose würde das Geschäft von SpaceX im vierten Quartal also noch um ein Vielfaches stärker boomen, als Analysten derzeit prognostizieren.
Musk heizte zudem Gerüchte über einen möglichen Zusammenschluss mit Tesla an. Die beiden Unternehmen hätten jeweils Ausschüsse gegründet, um eine Fusion zu untersuchen. Es gebe noch kein Ergebnis der Überprüfung und man könne nicht sicher sein, dass es schlussendlich zu einem Zusammenschluss kommen werde.
Musk sei allerdings der Überzeugung, dass ein Zusammenschluss „eine gute Idee“ sei. Musk sei aber nicht an den Gesprächen beteiligt, weil es seinerseits einen Interessenkonflikt gebe. Allerdings mache ein Zusammenschluss „großen Sinn“, schließlich werde man die Kapazitäten für KI-Lösungen, Chip-Design, Robotik, das Raumfahrtgeschäft in einem Unternehmen bündeln.
Allerdings brauche man für einen Zusammenschluss eine Zustimmung von 50 Prozent sämtlicher Tesla-Aktien, also nicht nur jener, die über einen möglichen Zusammenschluss abstimmen würden, sondern sämtlicher Tesla-Aktien. Das sei eine „ziemlich große Hürde“. Dennoch haben Musks Aussagen Euphorie bei SpaceX-Aktionären geschürt.
So sehen die Schätzungen aus
Analysten prognostizieren für 2026 einen Umsatz von 45,33 Milliarden Dollar. 2027 soll der Erlös um 159,2 Prozent auf 117,48 Milliarden Dollar nach oben schießen.
Dabei soll das bereinigte Ebitda 2026 22,15 Milliarden Dollar erreichen. 2027 soll es sich mehr als verdreifachen, auf 68,24 Milliarden Dollar, nur um sich 2028 auf 131,0 Milliarden Dollar annähernd zu verdoppeln.
Dabei soll der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) 2026 bei 6,18 Milliarden Dollar liegen. 2027 soll das Ebit um 423,0 Prozent auf 32,32 Milliarden Dollar nach oben schießen und 2028 einen weiteren Sprung von 125,5 Prozent auf 72,88 Milliarden Dollar machen. Damit würde die Marge jeweils nach oben schießen, von erwarteten 13,6 Prozent für 2026 auf 27,5 Prozent für 2027 sowie 36,6 Prozent für 2028.
Nach den Prognosen von Musk und Johnsen dürften Analysten ihre Schätzungen für 2027 und 2028 meiner Meinung nach jeweils drastisch anheben.
Wie geht’s weiter mit der Aktie?
Nach dem Kurssprung liegt der Börsenwert bei 2,17 Billionen Dollar. Abzüglich des Netto-Cash-Bestands von – laut meiner Berechnung – 51,0 Milliarden Dollar liegt der Enterprise Value (EV) bei 2,12 Billionen Dollar.
Das entspricht dem 31,1-Fachen des von Analysten für 2027 prognostizierten Ebitda. Sollten die Schätzungen der Finanzprofis für 2028 bereits 2027 von SpaceX realisiert werden, würde das Multiple auf das 16,2-Fache zurückgehen. Das dürfte für viele Investoren keine zu hohe Bewertung sein.
Das entspricht dem 65,6-Fachen des von Analysten für 2027 prognostizierten Ebit. Sollten die Schätzungen der Finanzprofis für 2028 bereits 2027 realisiert werden, würde das Multiple auf das 29,1-Fache zurückgehen.
Und das 2027er-KGV liegt bei 71,1.
Meiner Meinung nach könnte der Höhenflug der SpaceX-Aktie kurzfristig weitergehen, schließlich hat das Management die Erwartung geschürt, dass das Geschäft in den nächsten Quartalen noch viel stärker boomen könnte, als Analysten derzeit erwarten.
Allerdings gilt es die Nachrichten aus dem Chip-/ KI-Sektor weiter ganz genau zu verfolgen. Falls es erneut schlechte Nachrichten aus dem Sektor geben sollte, weil beispielsweise die Zinsen für etliche Unternehmen weiter deutlich steigen könnten und damit die Sorge schüren könnten, dass die Chip-/ KI-Blase geplatzt sein könnte, dürfte das auch das Papier von SpaceX belasten.
BNP Paribas bietet auf die Aktie von SpaceX (A42D4F) Mini Futures, Unlimited Turbos, Optionsscheine, Faktor-Optionsscheine und weitere Produkte an.

Egmond Haidt
Der Autor dieses Beitrags, Egmond Haidt, arbeitete nach seiner Bankausbildung und dem BWL-Studium ab 2000 als Redakteur bei BÖRSE ONLINE. Seit Juli 2013 ist der Finanzjournalist als Freiberufler tätig. Jeden Dienstag ab 18 Uhr analysiert er die neuesten Entwicklungen am Finanzmarkt in der Sendung Euer Egmond.
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