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Vail Resorts – Mit Preisnachlässen Skifans auf die Piste locken

Die Aktie des US-Betreibers von Skigebieten ist schon seit Jahren auf Talfahrt. Ist die Zeit für einen Einstieg gekommen?
Viele Experten sprechen immer mehr von einer „K-förmigen“ Entwicklung der US-Wirtschaft. Dabei geht es den Amerikanern mit hohem Einkommen beziehungsweise Vermögen hervorragend, weshalb sie kräftig konsumieren, wohingegen sich die Verbraucher mit niedrigem und mittlerem Einkommen nach der herben Inflationswelle der vergangenen Jahre beim Konsum zurückhalten.
Genau dieses Umfeld bekommt Vail Resorts zu spüren. Der Konzern besitzt und betreibt 42 Skigebiete in 4 Ländern und hat etliche Einnahmemöglichkeiten, etwa den Verkauf von Tickets für Lifte und von Skipässen. Zudem generiert er Erlöse aus seinen Hotels, anderen Unterkünften, Eigentumswohnungen und Golfplätzen, außerdem betreibt Vail Resorts die Skiläden in den jeweiligen Orten. Dabei werden häufig Jahreskarten mit dem Namen „Epic Pass“ verkauft, die in allen Skigebieten des Unternehmens gelten.
Im per Juli beendeten Fiskaljahr 2024/25 stammte ein Umsatz von 2,4 Milliarden Dollar aus den USA, das waren 81,6 Prozent der Konzernerlöse. Hinzu kamen 335,3 Millionen Dollar aus Kanada sowie 205,8 Millionen Dollar aus anderen Ländern. Die Zahlen zeigen unmissverständlich, wie stark das Unternehmen von US-Markt abhängig ist.
Zum Auftakt in das neue Geschäftsjahr 2025/26 liefen die Geschäfte wie folgt: Der Umsatz legte im per Oktober beendeten ersten Quartal 2025/26 um 4,1 Prozent auf 271,0 Millionen Dollar zu.
Allerdings stieg der Verlust vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um 2,9 Prozent auf 128,2 Millionen Dollar.
Prognose bestätigt
Auf der Analystenkonferenz nach der Zahlenvorlage am 10. Dezember räumte Vorstandschef Rob Katz zwar ein, dass das Umfeld herausfordernd sei, dennoch bestätigte er die Prognose für das Gesamtjahr.
Demnach soll 2025/26 ein Ebitda von 842 bis 898 Millionen Dollar erwirtschaftet werden. Die Mitte der Spanne (870 Millionen Dollar) bedeutet einen leichten Anstieg gegenüber dem Vorjahreswert von 862,8 Millionen Dollar.
Zudem peilt der Firmenlenker einen Gewinn (unterm Strich) von 201 bis 276 Millionen Dollar an.
Außerdem wies Katz auf eine Reihe von Maßnahmen hin, mit denen das Geschäft angekurbelt werden soll, um trotz des verhaltenen Jahresauftakts die Prognose erreichen zu können.
So hatte das Unternehmen am 12. August „Epic Friends Tickets“ für die „Epic Pass”-Besitzer angekündigt. Dabei können Familienmitglieder und Freunde bis zu 50 Prozent des Preises für Lifttickets in den 37 nordamerikanischen Resorts sparen.
Am 9. Dezember hat die Firma noch einmal nachgelegt und die Preise für Lifttickets erneut deutlich gesenkt, womit sich die Reduktion beispielsweise auf mehr als 30 Prozent in den führenden Destinationen beläuft.
Außerdem sollen die Liftkapazitäten in einigen Regionen erweitert werden, indem beispielsweise Sessellifte durch Gondeln ersetzt werden. Außerdem soll das Essensangebot in etlichen Regionen verbessert werden.
Das Unternehmen peilt zudem für das Fiskaljahr 2025/26 zusätzliche Einsparungen von 38 Millionen Dollar gegenüber dem Vorjahr an. Bis zum Fiskaljahr 2026/27 sollen sich die Kostensenkungen damit auf mehr als 100 Millionen Dollar summieren.
Zudem plane der Konzern Investitionen von 247 bis 250 Millionen Dollar inklusive 42 Millionen Dollar an Wachstumsinvestitionen in die Resorts in Europa.
So sehen die Schätzungen aus
Analysten sagen für das im Juli endende Fiskaljahr 2025/26 einen Umsatzanstieg um 1,2 Prozent auf 3,0 Milliarden Dollar vorher. 2026/27 soll es um 3,5 Prozent auf 3,1 Milliarden Dollar nach oben gehen.
Dabei soll das Ebitda 2025/26 um 0,4 Prozent auf 865,9 Millionen Dollar zulegen, das liegt allerdings leicht unter der Mitte von Katz’ Prognosespanne. Zudem soll es 2026/27 um 5,6 Prozent auf 914,1 Millionen Dollar nach oben gehen.
Allerdings soll der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) 2025/26 um 0,5 Prozent sinken, auf 557 Millionen Dollar. Hingegen soll er 2026/27 um 8,1 Prozent auf 602 Millionen Dollar steigen, womit das Ebit auf dem Niveau von 2021/22 liegen würde (601,7 Millionen Dollar). Damit würde die Marge zuerst etwas nachgeben, von 18,9 Prozent für 2024/25 auf 18,6 Prozent für 2025/26, um sich 2026/27 auf 19,4 Prozent deutlich zu erholen.
Wie geht’s weiter mit der Aktie?
Nachdem die Aktie in die Nähe der Neuneinhalb-Jahres-Tiefs abgerutscht ist, liegt der Börsenwert bei 4,9 Milliarden Dollar. Inklusive der Nettoschulden von 2,6 Milliarden Dollar liegt der Enterprise Value (EV) bei 7,5 Milliarden Dollar.
Das entspricht dem 12,5-Fachen des von Analysten für das Fiskaljahr 2026/27 vorhergesagten Ebit. Ich finde, das ist eine mehr als ausreichende Bewertung für ein Unternehmen, dessen Umsatzentwicklung schon seit einigen Jahren schwach ist. Zudem bleibt zu hoffen, dass nach den deutlich schwankenden Ergebnissen der Vorjahre die Profitabilität nachhaltig verbessert werden kann.
Und das 2026/27er-KGV liegt bei 17,6.
Meiner Meinung nach könnte die Talfahrt der Aktie von Vail Resorts erst einmal weitergehen, weil für Investoren die andauernden Senkungen der Ticketpreise auf ein anhaltend schwaches Geschäft hindeuten dürften.
Umso wichtiger ist es, wie sich die US-Konjunktur 2026 entwickelt und ob sich vor allem die Lage für die Amerikaner mit niedrigen und mittleren Einkommen verbessert. All das hängt von möglichen weiteren Zinssenkungen der Fed und dem billionenschweren Steuersenkungsprogramm von US-Präsident Donald Trump ab. Nur bei einer deutlichen Aufhellung des Umfelds könnte das Papier meiner Meinung nach nachhaltig nach oben drehen.
BNP Paribas bietet auf die Aktie von Vail Resorts (905285) Mini Futures, Unlimited Turbos, Faktor-Optionsscheine und weitere Produkte an.

Egmond Haidt
Der Autor dieses Beitrags, Egmond Haidt, arbeitete nach seiner Bankausbildung und dem BWL-Studium ab 2000 als Redakteur bei BÖRSE ONLINE. Seit Juli 2013 ist der Finanzjournalist als Freiberufler tätig. Jeden Dienstag ab 18 Uhr analysiert er die neuesten Entwicklungen am Finanzmarkt in der Sendung Euer Egmond.
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