Brent Öl - Nachfrage stärker als erwartet

30.01.2023 · von Olaf Hordenbach

Können die Eurozone und die USA eine Rezession vermeiden und erwacht China aus seinem Corona-Schlaf, könnte ein begrenztes Angebot auf eine höhere Nachfrage stoßen.

as Jahr 2022 verlief für die Ölpreise insgesamt recht freundlich. So rückte etwa der Preis für Rohöl der Nordseesorte Brent auf Jahressicht um etwas mehr als 10 Prozent auf gut 86 US-Dollar vor. Doch der Anstieg wurde zu Beginn des neuen Börsenjahrs beinahe komplett neutralisiert – der Brent-Preis brach an den beiden ersten Handelstagen um 9,4 Prozent ein und startete damit so schwach in ein Jahr wie seit gut 30 Jahren nicht.

China machte im Dezember eine Kehrtwende bei seiner Corona-Strategie und erklärte die Null-COVID-Politik für beendet. Die Corona-Restriktionen wurden daraufhin deutlich gelockert. Eigentlich war dies ein Signal, auf das der Ölmarkt wochenlang gewartet hatte. Doch der anfängliche Schwung verpuffte Anfang Januar, nachdem die Infektionszahlen in China praktisch ungebremst in die Höhe schossen und neue Nachfragesorgen aufkamen. Allerdings hielt die Ölpreisschwäche nicht lange an, Experten zufolge dürfte die Öffnung Chinas die Ölpreise in den kommenden Monaten deutlich beflügeln.

Die Weltwirtschaft läuft nach der Coronakrise und den zwischenzeitlichen Lieferengpässen beinahe wieder auf Hochtouren. Dennoch liegt der weltweite Ölverbrauch noch immer um gut 2,5 Millionen Barrel pro Tag unter dem Niveau des Jahres 2019, also vor Ausbruch der Coronakrise. Dies liegt daran, dass China und einige asiatische Länder gerade erst damit begonnen haben, sich komplett wieder zu öffnen. Nach Meinung des französischen Hedgefondsmanagers Pierre Andurand, dessen Rohstofffonds sich in den vergangenen drei Jahren extrem gut entwickelt haben, unterschätzt der Markt das Comeback Asiens. Andurand glaubt, dass selbst bei einem sich abschwächenden Konjunkturumfeld die Ölnachfrage in diesem Jahr um mehr als 4 Millionen Barrel pro Tag oder etwa 4 Prozent steigen könnte, vorausgesetzt, es kommt in China nicht zu weiteren Lockdowns. Sein Ziel für den Ölpreis bis zum Jahresende lautet daher 140 Dollar je Barrel. Nicht ganz so euphorisch, aber dennoch überaus optimistisch schätzen auch andere Analysten die Lage am Ölmarkt ein. Die überwiegende Mehrheit der Finanzexperten schätzt, dass die Ölpreise zum Jahresende deutlich über den aktuellen Niveaus notieren werden. Im Konsens wird ein Ölpreis von 92 Dollar bis zum Jahresende erwartet.

Die Analysten lagen in den vergangenen Jahren allerdings nicht immer richtig, was jedoch nachvollziehbar erscheint. Zu Beginn des Jahres 2020 hatte wahrscheinlich kein Analyst die Coronakrise auf dem Zettel. 2022 dürfte der Einmarsch Russlands in die Ukraine viele Analysten auf dem falschen Fuß erwischt haben. Somit sind 12-Monats-Prognosen stets mit Vorsicht zu genießen. Allerdings lässt sich die optimistische Markteinschätzung durchaus mit Fakten untermauern.

Nachfrage stärker als erwartet. Gingen die Volkswirte lange Zeit mehrheitlich davon aus, dass die Wirtschaft der Eurozone Anfang 2023 in eine Rezession abrutschen wird, so erwarten dies inzwischen nur noch sehr wenige. Und selbst die, die noch daran glauben, erwarten dann lediglich einen sehr milden Verlauf. Somit dürfte die Ölnachfrage der Eurozone 2023 nicht gravierend zurückgehen. 

Und es gibt inzwischen auch einige Anzeichen, dass die USA nicht in eine Rezession fallen werden. Der US-Arbeitsmarkt präsentiert sich weiterhin stabil und die Verbrauchernachfrage blieb trotz der Zinserhöhungen zur Bekämpfung der Inflation zuletzt stark. Die Direktorin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Kristalina Georgieva, geht inzwischen davon aus, dass der US-Wirtschaft eine „weiche Landung“ gelingen wird. Die Ölnachfrage sollte somit auch in den USA hoch bleiben. Findet die chinesische Wirtschaft nach dem Aufheben der Lockdown-Beschränkungen 2023 zurück in die Spur, könnte die Ölnachfrage früher als gedacht wieder spürbar zunehmen.

Angebot eher rückläufig. Der Interessenverband OPEC+ reagierte im Oktober auf die weltweiten Rezessionsgefahren und drosselte die Ölförderung seiner 23 Mitglieder um 2 Millionen Barrel pro Tag. Auf der Dezember-Sitzung wurde dann beschlossen, die Strategie bis Ende 2023 fortzusetzen. Ein Fachkomitee soll die Förderstrategie zwar alle zwei Monate überprüfen, doch ist das erste Ministertreffen erst wieder für den 4. Juni 2023 terminiert. Die Wahrscheinlichkeit ist somit recht hoch, dass die OPEC+ ihre Produktion in den kommenden Monaten nicht verändern wird. Die US-Rohölproduktion kann nach dem Einbruch im Zuge der Coronakrise nur langsam wieder hochgefahren werden. Im Februar 2020, also unmittelbar vor Beginn der Pandemie, erreichte die US-Produktion mit 13,1 Millionen Barrel pro Tag ein neues Rekordhoch. Aktuell produzieren die Vereinigten Staaten etwa 12,2 Millionen Barrel pro Tag. 2022 konnte die Produktion lediglich um 400.000 Barrel pro Tag gesteigert werden. Analysten befürchten, dass die USA ihre alte Fördermenge wohl frühestens gegen Ende 2024 wieder erreichen werden.

Die Ölproduktion Russlands dürfte dagegen 2023 schrumpfen. Seit dem 5. Dezember gelten ein Embargo der Europäischen Union gegen russisches Öl, das auf dem Seeweg eingeführt wird, sowie ein Preisdeckel der G7-Staaten. Den Preisdeckel bezeichnet US-Finanzministerin Janet Yellen bereits als Erfolg. Beide Ziele, Russlands Einnahmen zu begrenzen und gleichzeitig russisches Öl am Weltmarkt zu halten, wurden bisher erreicht. Das Embargo der EU mache es Experten zufolge für Russland jedoch schwieriger, alternative Käufer zu finden, weshalb Russland seine Ölproduktion in den kommenden Monaten wohl zurückfahren muss. Eine stärkere Nachfrage könnte somit möglicherweise auf ein gleichbleibendes oder sogar leicht rückläufiges Angebot treffen, was den Ölpreisen in den kommenden Monaten tendenziell eher Rückenwind verleihen dürfte.

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