Wenn die Lieferung stockt

01.04.2026 · von BNP Paribas

Die Ölpreise sind im März kräftig gestiegen. Grund dafür ist der Iran-Krieg. Dabei wäre genug Öl vorhanden, um die Weltwirtschaft am Laufen zu halten, doch es hapert beim Transport. Aber wie lange noch?

Dass der Ölpreis seit Anfang März kräftig gestiegen ist, ist natürlich dem Iran-Krieg geschuldet. Der Iran hat vor dem Krieg rund 3 Millionen Barrel Öl am Tag produziert, etwas weniger als ein Viertel der Menge der täglichen Ölproduktion in den USA. Der Iran kam damit auf Platz 6 der größten Ölproduzenten. Und trotz internationaler Sanktionen ist das Öl auch auf den Weltmarkt gekommen, etwa über China. Die 3 Millionen Barrel wären allerdings für den globalen Ölmarkt verschmerzbar, schwerer wiegt der Umstand, dass der Iran aufgrund seiner geografischen Lage die Straße von Hormus kontrolliert, einen etwa 30 Kilometer langen Engpass im Persischen Golf. Durch diesen Engpass werden rund 20 Prozent des weltweiten Ölhandels transportiert. Das Öl wird durch Verladestationen, die sich entlang der arabischen Halbinsel erstrecken, auf Tankschiffe gepumpt und durch die Straße von Hormus in den Indischen Ozean transportiert. Von hier aus geht es im wahrsten Sinne des Wortes in alle Richtungen – nach Afrika, Asien, Europa und Amerika.

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Ölnachfrage steigt trotz sinkender Bedeutung. Der Iran kennt die strategische Bedeutung der Straße von Hormus und hat frühzeitig mit der Sperrung begonnen. Es wurden sowohl Öltanker angegriffen als auch Seeminen verlegt. Der Handel kam damit faktisch zum Erliegen. Das wiegt schwer, alternative Routen gibt es nicht. Die Straße von Hormus kann weder umschifft noch kann das Öl durch Pipelines in eine andere Richtung gepumpt werden, etwa zum Roten Meer oder zum Mittelmeer. Dafür fehlt schlichtweg die Infrastruktur.

Doch wie wichtig ist Öl überhaupt noch für die Wirtschaft? Untersuchungen zeigen, dass die Bedeutung von Öl in den zurückliegenden Jahrzehnten nachgelassen hat. Heute wird viel weniger Öl für industrielle Produkte verbraucht als in früheren Zeiten (siehe Grafik auf Seite 46 unten). Allerdings werden heute auch viel mehr Waren produziert, sodass aktuell mehr Öl nachgefragt wird als je zuvor, über 100 Millionen Barrel am Tag.

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Hoher Ölpreis, schwaches Wachstum. Insgesamt wird ein Anstieg des Ölpreises als negativ interpretiert, sowohl für das Weltwirtschaftswachstum als auch für die einzelnen Ökonomien. Eine Faustregel besagt, dass das globale Wirtschaftswachstum um 0,1 Prozent schrumpft, wenn der Ölpreis nachhaltig um 10 Prozent zulegt. Doch es gibt wie immer Unterschiede, Gewinner und Verlierer. Kanada und lateinamerikanische Länder werden zu den Profiteuren eines höheren Ölpreises gerechnet, da sie sig-nifikante Mehreinnahmen verzeichnen, die sogar die Auswirkungen eines Rückgangs des Welthandels für sie mehr als ausgleichen.

Doch das trifft nicht auf die USA zu, die zwar mit knapp 14 Millionen Barrel Ölförderung am Tag größer Ölproduzent sind, aufgrund zahlreicher Handelsaktivitäten aber am Ende zu den Verlierern gehören. Unter dem Strich geht das Wachstum der US-Wirtschaft um 0,1 Prozent zurück, wenn der Ölpreis dauerhaft um 10 Prozent gestiegen ist, so Berechnungen. Da der Ölpreis seit Anfang März bis heute (Stand: 16. März 2026) um rund 50 Prozent zugelegt hat, ist schnell klar, welche Probleme auch die US-Wirtschaft mittelfristig bekommen könnte. Noch deutlicher fällt jedoch der Abschlag in Europa aus, nämlich doppelt so groß wie in den USA (siehe Grafik oben).

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Eine Frage des Engpasses. Doch es ist fraglich, wie nachhaltig der aktuelle Preisanstieg bei Öl ist. Der starke Aufschlag ist ja einem Engpass bei Transport und Lieferung geschuldet, nicht einem Engpass bei der Produktion. Das ist ein großer Unterschied, wie auch der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz betont: „Wir haben ein Preis-, kein Mengenproblem.“ Lieferengpässe können aber in der Regel schneller behoben werden als Produktionsengpässe. Letztere entstehen, wenn zum Beispiel Ölquellen oder Raffinerien ausfallen, etwa durch Unfälle. Brennt eine Raffinerie, kann es Monate dauern, bis alles wieder läuft. Lieferengpässe können hingegen binnen weniger Tage behoben werden.

Die Sperrung der Straße von Hormus ist ein großes Problem, das aber durch entsprechenden Schutz der Tankschiffe behoben werden könnte. Noch sind diese Kapazitäten nicht vorhanden, mehrere Staaten haben aber Hilfe angeboten. So planen Frankreich und Großbritannien einen Einsatz ihrer Marinen. Auch wenn eine Durchfahrt erst einmal gefährlich bleiben würde, der Ölfluss käme wieder ans Laufen, was den Ölpreis unter Druck bringen würde.

Das Timing entscheidet. Die Preisaufschläge bei Öl sind also unter Umständen überzogen, wenn auch angesichts der Eskalation des Iran-Kriegs verständlich. Unsicherheit sorgt an der Börse für einen Risikoaufschlag, und der drückt sich in steigenden Preisen aus. Schwindet das Risiko, schwindet der Aufschlag, die Preise fallen. Am Ende ist es für den Anleger eine Frage des Timings. Ab wann macht es Sinn, auf fallende Kurse zu setzen? Eine Frage, die an dieser Stelle aufgrund der Schnelligkeit der Geschehnisse unbeantwortet bleiben muss.

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