Gold – Umfeld bessert sich

28.04.2023 · von Olaf Hordenbach

Mit den Problemen im Bankensektor könnten sich die Rahmenbedingungen im Kampf der Notenbanken gegen die hohe Inflation verändert haben. Der Goldpreis könnte davon profitieren.

Der Goldpreis kletterte jüngst wieder über die Marke von 2.000 US-Dollar je Feinunze. Dies gelang bereits während der Corona-Pandemie im Jahr 2020 und kurz nach Ausbruch des Ukraine-Kriegs Anfang 2022. Doch nachhaltig von der markanten Marke entfernen konnte sich der Goldpreis nie – sowohl 2020 als auch 2022 ging dem Edelmetall in der Spitze bei etwa 2.070 Dollar die Puste aus. Doch die Rahmenbedingungen für Gold sind derzeit vielversprechend; ein Sprung auf neue Rekordhöhen erscheint durchaus möglich.

Gold als sicherer Hafen. Gold wird in Krisenzeiten gerne als sicherer Hafen angesteuert. Dies hat sich erst im März wieder bestätigt, nachdem einige US-Regionalbanken in Schieflage geraten waren. Als in der Schweiz dann auch noch die Credit Suisse per „Notübernahme“ von der UBS gerettet werden musste, war eine neue Finanzkrise geboren. Der Goldpreis schoss innerhalb weniger Tage um gut 10 Prozent auf über 2.000 Dollar nach oben. Zwar ist im Bankensektor inzwischen wieder etwas Ruhe eingekehrt, doch notiert der Goldpreis weiterhin auf hohem Niveau. Auch wenn die aktuelle Bankenkrise möglicherweise nicht mit der Finanzkrise von 2008 zu vergleichen ist, so könnte sie dennoch erhebliche Auswirkungen auf die künftige Geldpolitik der Notenbanken haben. Und die Geldpolitik der Notenbanken hat die Entwicklung des Goldpreises zuletzt stark beeinflusst. Gold hat auch den Ruf, als guter Schutz vor Inflation zu gelten. Als die Verbraucherpreise in den USA gegen Ende 2021 in die Höhe schossen, war das Edelmetall zunächst gefragt und der Goldpreis zog kräftig an. Doch es kam irgendwann der Punkt, an dem sich die Inflation verfestigt hatte und die US-Notenbank dazu gezwungen wurde, der hohen Inflation mit der Erhöhung der Zinsen zu begegnen. Denn Schuld an der hohen Inflation war nicht allein, wie von den Notenbanken und Regierungen immer wieder behauptet, der Angriff Russlands auf die Ukraine, sondern das über viele Jahre niedrige Niveau der Zinsen. Dadurch konnten die Verbraucher günstige Kredite aufnehmen, womit sie genug Geld für Anschaffungen hatten. Die Notenbanken haben somit über viele Jahre die Nachfrage befeuert. Der Ukraine-Krieg war dann nur der Auslöser – mit ihm kam es dann zu Materialengpässen und zur Störung von Lieferketten, womit eine enorme Nachfrage auf ein schrumpfendes Angebot traf. In der Folge zogen die Preise sehr stark an, womit den Notenbanken nur die Möglichkeit blieb, die Nachfrage durch die Erhöhung der Zinsen zu bremsen, denn das Angebot hängt von vielen Faktoren ab und lässt sich allein mit Geldpolitik nicht steuern.

Zentralbanken kaufen Gold. Steigende Zinsen sind allerdings Gift für die Entwicklung des Goldpreises, denn wenn Anleihen und Spareinlagen steigende Zinserträge versprechen, wird das unverzinste Gold für Anleger zunehmend unattraktiver. Im Zuge des in den USA schnellsten Zinserhöhungszyklus seit mehr als 40 Jahren stürzte der Goldpreis im vergangenen Jahr kurzzeitig um mehr als 20 Prozent auf 1.616 Dollar ab. Möglicherweise wäre es sogar noch deutlich tiefer gegangen, hätten die Zentralbanken ihre Goldbestände nicht im großen Stil aufgestockt. Laut der Branchenorganisation World Gold Council (WGC) stiegen die Zukäufe der Zentralbanken 2022 im Vergleich zum Vorjahr um 152 Prozent auf 1.135,7 Tonnen, was zugleich ein 55-Jahres-Hoch bedeutete. Enttäuschend entwickelte sich hingegen die ETF-Nachfrage. Allein der größte Gold-ETF, der SPDR Gold Shares, musste 2022 einen Abfluss von 58 Tonnen oder etwa 6 Prozent seiner Goldbestände hinnehmen. Experten glauben, dass die hohe Inflation viele Privatanleger zum Verkauf ihrer ETF-Bestände gezwungen haben könnte, damit diese ihren Lebensstandard halten konnten.

Rezessionsgefahren nehmen zu. Bereits gegen Ende des vergangenen Jahres registrierte der Markt jedoch, dass die Notenbanken die Zinsen im Kampf gegen die ausufernde Inflation nicht unendlich anheben können, ohne woanders Probleme zu verursachen. Die US-Notenbank (Fed) hat die Zinsen innerhalb eines Jahres von nahe null auf eine Spanne von 4,75 bis 5,00 Prozent rasant nach oben getrieben, um die hohe Inflation einzufangen und den heiß gelaufenen Arbeitsmarkt abzukühlen. Sie will dabei eine sogenannte sanfte Landung der Wirtschaft erreichen, bei der die Ökonomie abkühlt, jedoch nicht in eine Rezession geschickt wird. Jüngste Daten deuten allerdings darauf hin, dass der wichtige Dienstleistungssektor mittlerweile spürbar an Schwung verloren hat und die Industrie stärker auf Talfahrt geht. Dies hat, gepaart mit der Bankenkrise, Rezessionsängste genährt. 

Die Notenbanken, insbesondere die US-Notenbank, werden bei ihrer geldpolitischen Straffung künftig deutlich behutsamer vorgehen müssen. In den USA könnte der Zinsgipfel möglicherweise bereits sehr nahe sein. Ohne weitere Zinserhöhungen dürfte es mittelfristig allerdings kaum möglich sein, auf ein Inflationsniveau von durchschnittlich rund 2 Prozent zurückzukehren. Zinssenkungen könnten den Konjunkturabschwung zwar stoppen, doch dürfte dies die Inflationsrisiken wieder erhöhen. Somit könnte eine Phase wirtschaftlicher Stagnation drohen, die von einer markant über 2 Prozent liegenden Inflation begleitet wird. Oder anders ausgedrückt – es droht eine „Stagflation“.

In einem solchen Umfeld sollte sich Gold tendenziell eher wohlfühlen. Ob dem Goldpreis der nachhaltige Sprung über die Marke von 2.000 Dollar gelingen wird, muss abgewartet werden. Die Aussichten sind allerdings vielversprechend, denn es zeichnet sich ein Ende des Zinserhöhungszyklus ab. Kommt es gar zu ersten Zinssenkungen, dürften neue Rekordhöhen beim Goldpreis nur eine Frage der Zeit sein.

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