Wasserwirtschaft – Auf Perlensuche

30.07.2023 · von Olaf Hordenbach

Ab ins kühle Nass. Passend zur Sommerzeit schaut MÄRKTE & ZERTIFIKATE aufs Wasser und ins Wasser. Dabei stoßen wir auf Brenzliges, aber auch auf Hoffnungsvolles – und auf Unternehmen, die sich ganz und gar dem Wasser widmen.

Der Wecker klingelt. Müde torkle ich ins Badezimmer. Erst mal auf die Toilette. So, fertig. Das Wasser rauscht aus dem Spülkasten durch die WC-Schüssel. Zehn Liter gutes Trinkwasser sind das, bei jedem Spülgang. Doch so weit denke ich in diesem Moment nicht. Hauptsache, die Toilette ist sauber. Ab unter die Dusche. Der neue Regenduschkopf ist super. Ich fühle mich wie in einem warmen Tropenregen. Es plätschert, durchatmen, auf den Tag vorbereiten. Nach zehn Minuten Brausen sind 150 Liter Wasser im Abfluss verschwunden. Aber auch daran denke ich gerade nicht. Ab in die Küche. Kaffee. Viel Kaffee. Eine Kanne muss es schon sein. Noch mal ein Liter Wasser, denn Kaffee besteht ja eigentlich nur aus Wasser, und halt ein bisschen Kaffeepulver. Und so geht der Tag weiter, Wasserhahn auf, Wasserhahn zu. Nonstop.

Am Ende des Tages, wenn es ins Bett geht, werde ich so im Schnitt fast 300 Liter Wasser verbraucht haben, einschließlich des morgendlichen Duschgangs. Und das ist nur der direkte Verbrauch, Wasser, das ich unmittelbar durch einen Wasserhahn beziehe. Zahlreiche Produkte, die ich tagtäglich konsumiere, beinhalten aber ebenfalls Wasser. Das kommt quasi durch die Hintertür in meine Wohnung, etwa in Obst und Gemüse, oder auch in meiner Kleidung, die aus Baumwolle besteht, die zuvor ja irgendwo wachsen und gegossen werden musste. Wird diese Menge auch noch berücksichtigt, kommt laut dem deutschen Bundesumweltamt jeder Deutsche auf einen täglichen Wasserverbrauch von durchschnittlich 7.000 Liter. Das ist eine gewaltige Menge und entspricht ungefähr dem Inhalt von 40 Badewannen. Auf das Jahr hochgerechnet sind das über 15.000 Wannen, randvoll gefüllt mit Wasser. Das ist Luxus pur, auch wenn wir es vergessen haben. Denn ein Großteil der Menschheit muss mit deutlich weniger Wasser auskommen, wenn denn überhaupt welches vorhanden ist. Im Schnitt sind das etwa in afrikanischen Trockengebieten nur 20 Liter Trinkwasser pro Kopf und Tag.

Dabei schrumpfen die vorhandenen Süßwasserressourcen in einem Rekordtempo. Weltweit standen in den 1960er-Jahren noch knapp 15.000 Kubikmeter Wasser pro Kopf im Jahr zur Verfügung, heute ist es wohl nur noch etwa die Hälfte (siehe Grafik Seite 12). Besonders dramatisch ist der Rückgang in Lateinamerika und in der Karibik. Gründe: die Abholzung des Regenwaldes, die Verstädterung, die Versalzung von Flüssen und Seen und der Klimawandel. Etwa 37 Millionen Menschen in der Region haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser, sagen Experten.

 

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Weltmeere als Wachstumsnation. Weltweit werden unter dem Strich jedes Jahr 4.200 Kubikkilometer Wasser verbraucht. Umgerechnet in Liter sind das 4,2 Billiarden, viel mehr Wasser, als im Bodensee vorhanden ist, der fasst nur 48 Billionen Liter. Dabei handelt es sich oft um Süßwasser, das aus der Erde gepumpt wird. Das ist in der Regel sehr sauber und vor allem nicht salzig. Nur das ist für den Menschen sowohl direkt wie auch indirekt als Trinkwasser zu gebrauchen. Salzwasser hingegen, das reichlich in den Meeren vorhanden ist, ist nicht zu gebrauchen und muss, falls man es verwenden will, zuvor aufwendig entsalzt werden. 

Doch das Thema Wasser ist deutlich vielseitiger und hat mehr Aspekte als „nur“ Trinkwasser, auch wenn das natürlich ein extrem wichtiger Punkt ist. Würde man zum Beispiel alle Weltmeere zusammenfassen und als einheitliche Volkswirtschaft betrachten, wäre sie die siebtgrößte Wirtschaftsmacht der Welt. Denn auf und in den Ozeanen werden jedes Jahr Waren und Dienstleistungen im Wert von rund 2,5 Billionen US-Dollar produziert, so eine Schätzung der Umweltorganisation World Wide Fund For Nature, kurz WWF. Dazu gehören enorme Mengen an Fischen, der globale Handel via Containerschiffen, der Tourismus und seit Neuestem auch die Windenergie, die in sogenannten Offshore-Parks produziert wird. Tendenz stark steigend. Die Weltmeere sind eine Wachstumsnation. Ende 2022 waren rund um den Globus Offshore-Windparks mit einer Gesamtkapazität von über 57.000 Megawatt (MW) installiert (siehe Grafik Seite 13). Das entspricht einer Leistung von 114 Kohlekraftwerken, wenn man eine Leistung von 500 MW je Kraftwerk unterstellt. Doch das Potenzial ist riesig. Während auf dem Land Straßen und Häuser im Weg stehen, ist die Fläche auf hoher See für die Windenergie scheinbar unbegrenzt. Allein in diesem Jahr rechnet das World Forum Offshore Wind (WFO) mit einem Zubau von über 18.000 MW. Für das Jahr 2035 prognostiziert Bloomberg New Energy Finance (BNEF) auf der Grundlage der Daten vom WFO eine weltweite Gesamtleistung an Offshore-Windenergie von rund 520.000 MW. Im Vergleich zum Vorjahr hätte sich damit die Kapazität nahezu verzehnfacht.

Neue Metropolen auf dem Wasser. Doch die Windenergie ist nur eine Einnahmequelle der „Volkswirtschaft Wasser“. Die Zukunft, sagen Experten, liegt im Wasser. Als Speicher von Kohlenstoffdioxid, als Produzent von Nahrung für eine immer größere Menschheit, als Wohnraum und Transportweg. So stammen schon heute rund 50 Prozent der Fische und Meeresfrüchte sowie 96 Prozent der Algen aus der Aquakulturhaltung. Im Jahr 2000 kam nur etwa jeder vierte Fisch aus der Aufzucht. Die Aquakultur ist damit der am schnellsten wachsende Sektor der Nahrungsmittelherstellung. Und weil die Städte immer enger werden, wird mehr und mehr über Häuser, die auf dem Wasser schwimmen, nachgedacht. Denn viele Metropolen liegen an Meeren oder Flüssen. Im Gegensatz zu den Innenstädten ist hier noch reichlich Bebauungsfläche vorhanden. Projekte dazu gibt es, etwa in den Niederlanden, bei Arnheim: Maasbommel, eine Art Mustersiedlung für schwimmende Häuser. Als es Mitte der 1990er-Jahre in der Region zu einem schweren Hochwasser kam, entschieden sich die Verantwortlichen für den Bau von 40 schwimmenden Häusern. Die stehen nun auf Betonwannen, die fest verankert im Wasser liegen. Auch wenn es bei stürmischem Wetter mal zu kleineren Schwankungen kommen kann, Hochwasser kann den Häusern nichts anhaben. Sie steigen einfach mit den Fluten nach oben und fallen wieder, wenn das Wasser zurückweicht.

Ein Konzept, das angesichts des steigenden Meeresspiegels auf großes Interesse stößt. So planen die Malediven, deren Landmassen zum großen Teil nur wenige Zentimeter aus dem Wasser ragen, den Bau einer Meeressiedlung. Ein erstes Haus steht respektive schwimmt schon, weitere sollen nun folgen. „Maldives Floating City“ heißt das Megaprojekt, das Wohnraum für einige Tausend Menschen schaffen soll, inmitten einer 200 Hektar großen Lagune. Ähnlich ein weiteres Vorhaben in den Niederlanden. Auf dem Ijsselmeer soll eine ganze schwimmende Stadt mit Schulen, Supermärkten und 12.000 Wohnungen entstehen. Manche Vordenker träumen sogar von einem holländischen Venedig auf dem Ijsselmeer. Letztendlich aber, so die Vision, sollen neue Städte auf dem offenen Meer entstehen, die nicht mehr durch Landmassen geschützt sind, wie das bei einer Lagune oder dem Binnengewässer Ijsselmeer der Fall ist. Ein neues „Water Town“ auf hoher See, eine völlig neue Megametropole mit Millionen von Bewohnern, gar ein völlig neues Land – alles scheint denkbar.

 

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Reiche Rohstoffvorkommen auf den Meeresböden. Und noch etwas lässt die Menschen in Richtung Wasser schauen: der Rohstoffreichtum der Weltmeere. An den Kontinentalhängen und in der Tiefsee liegen große Mengen an Metallen und Energierohstoffen. Vor allem die Manganknollen haben es den Experten angetan. Das sind kartoffelgroße Gebilde, die unter bestimmten Bedingungen im Meerwasser wachsen. Sie enthalten neben Mangan und Eisen auch Kupfer, Kobalt und Nickel, also lauter Rohstoffe, die eine moderne Volkswirtschaft benötigt. Wie groß das Vorkommen an Manganknollen in den Meeren ist, weiß man nicht genau. Allein im Pazifik werden aber mehrere Milliarden Tonnen vermutet. Da diese Vorkommen in internationalen Gewässern liegen, war ihr Abbau bisher untersagt. Um trotzdem Bodenerkundungen zu Exploration durchzuführen, wurde eine international anerkannte Behörde geschaffen, die International Seabed Authority, kurz ISA, die für die Vergabe von Lizenzen verantwortlich ist. Ihre Aufgabe ist es, für ein geregeltes Miteinander der Länder und Unternehmen zu sorgen, die am Tiefseebergbau interessiert sind, und ein Regelwerk zu erstellen, das den Abbau der Vorkommen steuern soll. Letzteres ist allerdings nicht gelungen, zu groß sind die Interessensunterschiede der Beteiligten. Und so ist erst im Juli eine Frist ausgelaufen, die den Tiefseebergbau bislang untersagte. Nun ist der Abbau möglich, zumindest in den Gebieten, für die Länder und Unternehmen zuvor Lizenzen zur Exploration von der ISA erworben haben. Und das sind schon einige. 31 Lizenzen zur Erkundung des Meeresbodens nach mineralischen Rohstoffen hat die ISA seit dem Jahr 2002 vergeben. Fasst man alle Lizenzgebiete zusammen, ergibt das eine Fläche von rund 1,5 Millionen Quadratkilometern, ein Areal so groß wie Frankreich, Spanien und Deutschland zusammen. Doch das ist nur ein kleiner Teil des gesamten Meeresbodens. Der Pazifische Ozean, der Atlantik, der Indische Ozean, Süd- und Nordpolarmeer und das Mittelmeer kommen zusammen auf eine Fläche von rund 360 Millionen Quadratkilometern.

An der Rohstofferkundung unter Wasser ist auch Deutschland beteiligt. So hat sich die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) Explorationslizenzen für zwei Gebiete in der Clarion-Clipperton-Zone im Pazifik gesichert, einem sehr rohstoffreichen Gebiet im Zentralpazifik nördlich von Neuseeland. Dieses Gebiet wurde im Gegensatz zu vielen anderen Meeresböden schon relativ gut untersucht. Und allein in dieser Zone liegen Manganvorkommen, die alle bekannten Vorkommen an Land, die schon heute unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten abbaubar sind, übertreffen. Ähnlich die Situation bei Nickel. Allein das zeigt die Bedeutung der Meeresvorkommen für die globale Rohstoffversorgung.

 

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Nachhaltige Meereswirtschaft – die Blue Economy. Doch so reichlich die Vorkommen an Fisch, an Rohstoffen und Energie in den Meeren sind und so viel Platz zum Wohnen vorhanden scheint, alles ist letztendlich begrenzt. Das zeigt zum Beispiel ein Blick auf Sand. Als Baustoff hochbegehrt, ist Sand aus dem Meer mittlerweile in einigen Regionen zur Mangelware geworden. Ganze Strände wurden abgebaggert, der Meeresboden in küstennahen Gebieten abgegraben und verwüstet. Ebenso die Vorkommen an Fisch. Ganze Meeresgebiete wurden leergefischt. Riesige Trawler mit engmaschigen Netzen durchkämmen die Meerestiefen und fangen alles weg. Kein Entkommen möglich. Alle internationalen Abkommen, die bislang zum Schutz der Meeresbewohner getroffen wurden, haben daran nichts geändert. Wurden in den 1950er-Jahren im Schnitt im Jahr nur rund 20 Millionen Fisch gefangen, liegt die Menge heute bei etwa 80 Millionen Tonnen. Das ist zu viel. Weltweit gelten über 35 Prozent der kommerziell genutzten Fischbestände als überfischt, 57 Prozent als maximal genutzt. Ob die schnell wachsende Aquakultur, also die Aufzucht von Fischen in großen Käfigen im Meer, eine dauerhafte Lösung bietet, ist umstritten. Denn bei der Aufzucht entstehen große Mengen an Abfall – vor allem Fischkot und Futterreste –, die vom Meer aufgenommen werden und es belasten. Natürliche Lebensräume werden so zerstört. Verantwortliches Agieren sieht anders aus.

Mehr und mehr Experten machen sich deshalb Gedanken über eine wirklich sinnvolle Nutzung der Meere. Die nachhaltige maritime Kreislaufwirtschaft soll dazu beitragen, im englischen auch als Blue Economy tituliert. Laut der Definition der Weltbank stellt die Blue Economy „die nachhaltige Nutzung der Meeresressourcen zugunsten des Wirtschaftswachstums, die Verbesserung der Einkommen und der Arbeit sowie der Gesundheit der Unterwasser-Ökosysteme“ dar. Die Idee dahinter lautet, Schutz und Investitionen eng miteinander zu verbinden, um die Ozeane zu erhalten und gleichzeitig der Menschheit bessere Lebensverhältnisse und Ernährungsmöglichkeiten zu bieten. Und das betrifft alle Bereiche, die mit dem Wasser direkt oder indirekt zu tun haben. Die Fischerei und Aquakultur ebenso wie die Containerschifffahrt, die Förderung von Rohstoffen und die Windenergie, aber auch den Tourismus am und auf dem Meer.

 

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Die unendliche Energie

„Deuterium!“ – was sich wie ein Zauberwort aus Harry Potter anhört, ist eigentlich ein Rohstoff. Ein kleiner Teil des Meereswassers ist nämlich sogenanntes „schweres Wasser“, eine Deuterium-Sauerstoff-Verbindung. Ihr Anteil am gesamten Wasser in den Ozeanen liegt zwar nur bei 0,0035 Prozent, da es aber so viel Meerwasser gibt, belaufen sich die Deuterium-Vorkommen auf schätzungsweise 50 Billionen Tonnen, rund um den Globus verteilt. Mit der richtigen Reaktortechnologie, der Kernfusion, würden ein paar Tausend Tonnen Deuterium reichen, um alle von der Menschheit benötigte Energie herzustellen. Wie genau man aber Deuterium effizient im großen Maßstab isolieren kann, wie viel Aufwand das verursacht und welche Auswirkungen auf das Ökosystem entstehen würden, ist allerdings noch nicht erforscht. Zudem: Auch bei der Kernfusion mithilfe von Deuterium entsteht radioaktive Strahlung. Abfallfrei ist also auch diese Technologie nicht.

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Sand - Von wegen in Unmengen vorhanden

Der Blick geht ins Unendliche. Dünen, Dünen, Dünen, unfassbar viel Sand. Bis zum Horizont nur Sand. Die Sahara ist die größte Sandwüste der Welt. Auf einer Fläche, die fast so groß wie Europa ist, erstreckt sich die Wüste auf dem afrikanischen Kontinent. Angesicht solcher Dimensionen scheint es erst einmal völlig unerklärlich, warum die Bauindustrie vor Sandmangel warnt. Sand ist der wichtigste Baustoff. Mit Zement und Wasser angerührt lässt sich ein künstlicher Stein herstellen, der in quasi jede Form gegossen werden kann. Aus Beton werden Häuser und Straßen gebaut, die Grundelemente einer modernen Gesellschaft. Der Bedarf an Sand hat sich in den zurückliegenden 20 Jahren verdreifacht, sagen Experten. Derzeit werden jährlich rund 50 Milliarden Tonnen Sand benötigt, das sind 17 Kilogramm täglich für jeden Einwohner der Erde. Allein mit dem Jahresverbrauch des Bausektors „könnte man eine 27 Meter hohe und 27 Meter breite Mauer rund um den Äquator aufschütten“, so die United Nations (UN).

Wüstensand taugt nicht.Kein Problem, wir haben doch die Wüsten.“ Falsch. Wüstensand ist für die Herstellung von Beton schlicht ungeeignet. Der Sand ist viel zu kleinkörnig, viel zu glatt. Der Zementkleber würde auf Dauer nicht halten, der Beton würde zerbröseln. Was man für die Herstellung von Beton benötigt, ist relativ grober Sand mit einer Körnung von bis zu zwei Millimetern. Wüstensand ist viel kleiner, nahezu wie Staub, der sich in jeder noch so kleinen Falte festsetzt. Für die Betonherstellung besser geeignet ist dagegen Sand aus dem Meer oder von Stränden. Ein Grund, warum in vielen Ländern ganze Strände verschwinden, zum Teil illegal. In Indien soll es sogar eine richtige Sand-Mafia geben, die Sand illegal abbaut und nach Europa und Nordamerika verschifft. Der Sanddiebstahl wird für einige Regionen zu einem existenziellen Problem, denn ohne Strand kein Schutz vor dem anbrandenden Wasser. Das dahinterliegende Land wird vom Meer direkt angegriffen, die Erde weggespült. In Indonesien etwa sollen deswegen schon 24 Inseln völlig im Meer untergegangen sein. Was tun? Es ist klar, dass es früher oder später zu einem Engpass bei der Sandversorgung kommen wird. Deshalb arbeiten Forscher an Zusatzstoffen, die es erlauben würden, auch Wüstensand bei der Betonherstellung einzusetzen. Doch die Forschungen stecken noch in den Kinderschuhen, denn dass Sand einmal zum Problem werden könnte, damit hatte kaum jemand gerechnet. Deswegen wurde auch kein Geld in die Suche nach Alternativen gesteckt, was sich nun rächt. Bisher hat niemand eine brauchbare Lösung gefunden, die Nachfrage nach natürlichem Sand wächst ungebrochen. Das führt dazu, dass spätestens im Jahr 2100 statistisch gesehen alle Strände der Welt verschwunden sein müssten. 

Die Wohnung voller Sand. Was die Nachfrage nach Sand zusätzlich anheizt, ist etwa die Fracking-Industrie. Sie setzt zur Optimierung der Ölausbeute auf Sand. Im zurückliegenden Jahr waren das knapp 130 Millionen Tonnen. Weitere zusätzliche Nachfrage kommt von den zahlreichen Vorhaben zum Bau von künstlichen Inseln im arabischen und asiatischen Raum. Weil Wohnraum knapp und teuer ist, werden in diesen Regionen ganze Inseln aufgeschüttet. Palm Island in Dubai etwa ist so ein Projekt, für das 150 Millionen Tonnen Sand verbraucht wurden.

Kann man auch als Anleger vom „Sandtrend“ profitieren? Nicht so richtig. Strukturierte Produkte auf Sand, etwa Zertifikate, gibt es nicht. Und Sand zu Hause lagern und auf steigende Preise spekulieren? Das wäre natürlich möglich, theoretisch zumindest. Für eine Investitionssumme von 10.000 Euro würde ein Anleger derzeit rund 500 Tonnen sogenannten Betonsand bekommen. Fein säuberlich im Haus verteilt – wäre möglich, aber vielleicht dann doch nicht so praktikabel. Was bleibt, ist das Bewusstsein, dass unsere moderne Zivilisation an vielen Stellen für Engpässe sorgt. Nicht nur bei Gold und Öl, auch so alltägliche Rohstoffe wie Sand stehen mittlerweile auf der Risikoliste.

Beispiele für nachhaltiges Wirtschaften mit Wasser. Wie nachhaltiges Wirtschaften im Sinne der Blue Economy aussehen kann, zeigt das Unternehmen Bakkafrost. Bakkafrost betreibt Fischfarmanlagen auf den zu Dänemark gehörenden Färöer-Inseln und in Schottland. Die Anlagen wurden in den zurückliegenden Jahren umfangreich saniert. Dabei wurde insbesondere auf Umweltaspekte Wert gelegt. Da die Fische in großen Tanks leben, wird das Meer nicht direkt belastet. Bis 2030 will Bakkafrost die Treibhausgasemissionen bei Produktion, Verarbeitung und Transport je Tonne Fisch um 52 Prozent reduzieren. Zudem ist das Unternehmen bestrebt, beim Unterhalt der Fischfarmen auf lokale Produkte und Dienstleister zurückzugreifen. Das Geschäftskonzept funktioniert. Bakkafrost verzeichnet seit Jahren steigende Geschäftszahlen. So hat sich der Umsatz seit 2018 von umgerechnet rund 426 Millionen Euro auf knapp eine Milliarde Euro im zurückliegenden Jahr mehr als verdoppelt. 

Ein anderes Beispiel ist Alfa Laval. Das schwedische Unternehmen ist unter anderem in der Frischwasseraufbereitung tätig und engagiert sich bei der Umstellung der Schifffahrt auf umweltfreundliche Kraftstoffe wie Methanol. An der Börse bringt es Alfa Laval derzeit auf eine Marktkapitalisierung von rund 13 Milliarden Euro, und das bei einem Umsatz von knapp 11 Milliarden Euro im zurückliegenden Jahr.

Das sind nur zwei Beispiele, wie sich Unternehmen für die Zukunft für das und auf dem Wasser stark machen können. Letztendlich wird es darum gehen, eine Wasserwirtschaft zu etablieren, die Wasser als das ansieht, was es ist, als kostbares Gut. So kostbar, dass mein täglicher Wasserkonsum eigentlich unverantwortlich ist. So kehre ich spätabends nach einem anstrengenden Arbeitstag heim. Und weil es so anstrengend war, lasse ich mir noch schnell eine Badewanne einlaufen. Noch mal 150 Liter gutes Trinkwasser. Mit meinem morgendlichen Duschgang und dem anderen direkten Verbrauch komme ich so schon auf 450 Liter Wasser. In anderen Regionen der Erde müssten davon viele Menschen ihren täglichen Mindestbedarf decken.

 

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Trinkwasser als Handelsware

Weil Süßwasser immer knapper wird, verspricht die Bereitstellung, Verarbeitung und Entsorgung von Trinkwasser gute Geschäfte, die auch Unternehmen anlocken. Doch Trinkwasser als Handelsware ist umstritten. Es wird die Meinung vertreten, dass Wasser ein öffentliches Gut sei, das jederzeit und kostengünstig, wenn nicht sogar umsonst, zur Verfügung gestellt werden müsse. Diesen Anspruch bekommt unter anderem der Schweizer Lebensmittelkonzern Nestlé zu spüren. Das Unternehmen steht in der Kritik, weil es zu den größten privaten Vertreibern von Quellwasser gehört und etwa in Afrika zuvor öffentlich zugängliche Quellen aufgekauft hat, das Wasser nun in Flaschen abfüllt und gegen Geld verkauft, was sich die Einheimischen aber oft nicht mehr leisten können. Ob die Vorwürfe stimmen oder, wie Nestlé selbst sagt, der Konzern zu einer Verbesserung der Wasserversorgung beiträgt, ist schwer zu entscheiden. Das Problem, Wasser als Handelsware zu betrachten, ist auch eine ideologische Frage. Unproblematischer ist da schon ein Engagement in Bereichen der Trinkwasseraufbereitung, wie sie zum Beispiel von Xylem aus den USA angeboten wird, der Abwasserentsorgung, etwa durch die französische Veolia Environnement, oder der Sanitärtechnik, wie sie die Schweizer Geberit offeriert (weitere Unternehmen siehe Tabelle rechts). Für spekulative und erfahrene Investoren bietet die Terminbörse Chicago Mercantile Exchange, kurz CME, sogar Wasser-Futures an, die sich auf den Nasdaq Veles California Water Index beziehen. Der Index spiegelt die Preisentwicklung von Trinkwasser in Kalifornien wider. Der ist allerdings sehr volatil, eigent sich vor allem für große Wasserverbraucher wie die Landwirtschaft als Absicherungsinstrument. 

 

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