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Achten Sie auf den Ölpreis
Welche Auswirkungen hat der Iran-Krieg auf die Börse?
Kriege kosten Geld, sind nicht gut für die Wirtschaft und heizen die Inflation an. So eine Untersuchung des Kiel Institut für Wirtschaft, einer renommierten Forschungseinrichtung zu ökonomischen Fragen. Die Untersuchung steht damit im krassen Gegensatz zur oft zitierten Textzeile „Auferstanden aus Ruinen“ der alten DDR-Hymne. Aus Ruinen entsteht da erst einmal gar nichts, außer vielen Schulden. In Kriegsgebieten wird der Kapitalstock zerstört, der Firmengebäude und Maschinen umfasst, so die Kieler Experten, die Wirtschaftsleistung sinkt in der Folge im Schnitt um 30 Prozent und die Inflation steigt innerhalb von fünf Jahren um 15 Prozentpunkte. Und auch die Nachbarländer sind betroffen, hier sinkt die Wirtschaftsleistung um 10 Prozent.
Untersucht haben die Experten die Kriege seit 1870, über 150 Ereignisse waren das. Nun, der Iran-Krieg, der jetzt über uns gekommen ist, ist noch nicht dabei, lässt aber mit Blick auf die eben genannten Zahlen nichts Gutes erwarten. Auch wenn der Iran zuletzt aufgrund zahlreicher Sanktionen kaum noch im Welthandel verankert war, gibt es negative Auswirkungen – vor allem über die Energiepreise. Das spüren die Autofahrer hierzulande jeden Morgen an der Tankstelle. Und Öl hat nun mal eine Schlüsselfunktion in der Wirtschaft. Steigt der Ölpreis, steigen auch die Preise für andere Produkte, die direkt oder indirekt mit Öl hergestellt werden. Selbst Getreide wird teurer, da der Landwirt zur Bewirtschaftung der Felder nun mal Kraftstoff tanken muss. Daraus resultiert Inflation. Und Inflation ist nicht gut für die Aktienmärkte, da die Zinsen steigen.
Sie sehen, das mit „Auferstanden aus Ruinen“ ist Unsinn. Andererseits: Man soll ja Aktien kaufen, wenn die „Kanonen donnern“. Ein ziemlich makaberes Sprichwort, das Ende des 18. Jahrhunderts wohl von einem Bankier geäußert wurde. Damals waren die Kriege allerdings eher überschaubar und regional begrenzt, der nun tobende Krieg im Nahen Osten könnte sich hingegen ausweiten. Im Moment bin ich auch etwas ratlos, wenn es um konkrete Handlungsempfehlungen für Aktionäre geht. Am sinnvollsten scheint es, dass wir den Ölpreis beobachten. Und auch wenn dieser schon gestiegen ist, der Aufschlag hält sich noch in Grenzen. Zudem sollten Anleger über den verstärkten Einsatz von Zertifikaten nachdenken. Je nach Ausstattung bieten sie einen Puffer gegen Verluste oder man kann mit ihnen das Depot absichern. In einem Umfeld, das von Unsicherheit gekennzeichnet ist, keine schlechte Wahl.

Olaf Hordenbach
Olaf Hordenbach ist Chefredakteur des Kundenmagazins von BNP Paribas MÄRKTE & ZERTIFIKATE. Zuvor war er über viele Jahre Chefredakteur eines großen deutschen Börsenmagazins. Nun ist er seit 17 Jahren selbstständiger Finanzjournalist.
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